22.05.2022 - Helvete Oberhausen - Havukruunu + Slaughter Messiah + Nekkromaniac
Review

22.05.2022 - Helvete Oberhausen - Havukruunu + Slaughter Messiah + Nekkromaniac

Auf ihrem vierten Halt der „Eurooppa Paskaks“- Tour machten die finnischen Pagan-Black Metaller von Havukruunu zusammen mit dem belgischen Black-Thrash-Kommando Slaughter Messiah das Helvete in Oberhausen unsicher. Tatkräftige Unterstützung bekamen sie dabei von den Pfälzern Nekkromaniac, die als Opener ordentlich einheizen sollten.

  • von Sebi
  • 28.05.2022

Konzerte an einem Sonntag, das ist ja nun wirklich nicht jedermanns Sache. Dennoch war es umso erfreulicher, dass sich -präsentiert von Redback Promotion-, Havukruunu, Slaughter Messiah und Nekkromaniac am 22.05.2022 im Helvete Oberhausen einfanden, um vor dem allseits verhassten Montag noch einmal ordentlich Gas zu geben. Die Location war bereits zur ersten Band gut gefüllt und wurde erfreulicherweise noch ein wenig voller, je weiter der Abend fortschritt. Konzerte auf einem Sonntag müssen also nicht zwangsläufig schlecht besucht sein. Doch nun zur ersten Band an diesem Abend: Nekkromaniac.

Nekkromaniac / Foto: Anna Apostata

Als Opener für den Abend waren Nekkromaniac aus Pirmasens in Rheinland-Pfalz angereist. Der Undergrounded-Redaktion waren die vier Mannen noch kein Begriff, aber man lässt sich ja gern überraschen! Direkt zu Beginn des Abends legte man dann auch schon gut vor: Eingängiger, schneller Black-Thrash ist ihre Devise und die Jungs beherrschen ihr Handwerk. Vergleiche mit Genre-Größen wie Desaster lassen sich unserer Meinung nach durch aus ziehen. Ihre Setlist stützte sich hauptsächlich auf Songs ihres Debütalbums „Plague Eater“ von 2021 und Songs wie „Sacrifice“, "Tyrant's Command" oder „Awaken the Depths“ konnten vollends überzeugen.

Auch wenn die zur Ankündigung von "Pit and the Pendulum" gestellte Publikumsabfrage, wer denn die Werke Edgar Allen Poes kenne, etwas enttäuschend ausfiel, ließen die Jungs sich ihre Spielfreude nicht nehmen und performten später auch noch einen gänzlich neuen Song namens „Towers of Madness“. Insgesamt ein wirklich solider Auftritt und ein gelungener Start in den Abend. 

Slaughter Messiah / Foto: Anna Apostata

Als nächstes gaben sich Slaughter Messiah aus Belgien die Ehre und betraten die Bühne. Die Truppe um Lord Sabathan, den man vielleicht auch durch seine andere Black Metal-Band Heinous kennen dürfte, machte an diesem Abend auch keine Gefangenen und gab von Anfang an Vollgas. Bereits vom ersten Song „From the Tomb to the Void“ war klar, wohin die Reise geht: Mit feinstem Black-Thrash auf einen Trip durch die Hölle, der sich gewaschen hat. Auch bei Slaughter Messiah speiste sich der Großteil der Setlist aus Songs ihres Debütalbums „Cursed to the Pyre“ von 2020, aber das tat dem Ganzen natürlich keinen Abbruch. Die Jungs waren mit einer Spielfreude unterwegs, die ihnen buchstäblich ins Gesicht geschrieben war, und so fuhren auch die weiteren Tracks wie „Mutilated by Depths“, „Black Speed Terror“ und „The Hammer of Ghouls“ auf dieser Schiene weiter.

 Slaughter Messiah konnten an diesem Abend vollends überzeugen und hatten als krönenden Abschluss noch eine wirklich gut gelungene Coverversion von Bathorys „Die in Fire“ im Gepäck, bei der sie noch mal alles gaben. Alles in allem haben auch Slaughter Messiah gezeigt, wie Black-Thrash funktioniert, schnell, rau und kraftvoll. Gerne mehr davon!

Havukruunu / Foto: Anna Apostata

Mit Havukruunu betrat dann eine Band die Bühne, die ein wenig als Kontrastprogramm zum Rest des Abends zu sehen ist und mit ihrem Pagan-Black Metal -zumindest in diesem Line-Up- etwas herausstach - allerdings keinesfalls im negativen Sinne. Die vier Jungs aus Hasjärvi in Finnland haben eine wirklich energetische und motivierte Performance hingelegt, die sich sehen und vor allem hören lassen konnte. Auch hier galt ab dem ersten Song wieder Ausnahmezustand. Havukruunu haben auf ganzer Linie abgeliefert, was sicherlich nicht nur daran lag, dass ihre Setlist sich liest wie ein Potpourri der ganzen Bandgeschichte. Jedes der drei bisherigen Alben war im Auftritt würdig durch mindestens einen Song vertreten und Songs wie „Uinuos syömein sota“ vom aktuellen, gleichnamigen Album oder „Vaeltaja“, das mit seiner englischen Übersetzung "Wanderer" angekündigt wurde, konnten auch live schon so begeistern, wie auf Platte. Überhaupt hat kein Song der vier an diesem Abend enttäuscht, sodass die Spielzeit von knapp 45 Minuten wie im Fluge verging und man gerne noch mehr als nur eine Zugabe gehört hätte.

Havukruunu haben an diesem Abend nichts anbrennen lassen, einziger Wermutstropfen ist wohl, dass das Mikrofon des zweiten Gitarristen „Henkka“ leider kaum zu hören war, was jedoch der Atmosphäre des Auftritts kaum geschadet hat. So bleibt zu Havukruunus Auftritt eigentlich nur zu resümieren, dass er einer baldigen Wiederholung bedarf, denn das, was am 22.05.2022 auf der Bühne zu sehen und zu hören war, das gefiel richtig gut.

Trackliste:
PUNKTE
Bewertung

Alles in allem war es ein weiterer wunderbarer Konzertabend im Helvete in Oberhausen, alle drei Bands haben ordentlich abgeliefert und wahrscheinlich musste niemand an diesem Sonntagabend enttäuscht zu Bett gehen. Wir sind das ganz sicherlich nicht und mit Nekkromaniac wanderte auch eine neue Band auf die Liste derer, die man sich mal näher anschauen sollte.

Band

  • Havukruunu, Slaughter Messiah, Nekkromaniac

Album Titel

Erscheinungsdatum

  • 22.05.2022
Sebi

"I envy the maggots. Their stuff at least sticks together."

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