Détresse - Misères
Review

Détresse - Misères

Mit ihrem zweiten Album "Misères" knüpfen Détresse nahtlos an das 2025 erschienene Debuet "Pessimismes" an und präsentieren dabei eine noch fokussiertere und kompromisslosere Version ihres Sounds. Das Trio, bestehend aus S.P. (Einst, Angest, ex-Lebenssucht, ex-Svarta), C.S. (Gevurah Live, Angest) und L.S. (Anomalie), setzt weiterhin auf rohen, emotionalen und unverfälschten Black Metal. Statt sich modernen Trends oder ausufernden atmosphärischen Spielereien hinzuzugeben, konzentriert sich die Band auf die Essenz des Genres: schneidende Riffs, erbarmungslose Dynamik und eine allgegenwärtige Aura von Hoffnungslosigkeit.

  • von Wolle
  • 12.10.2026

Thematisch beschäftigt sich "Misères" mit dem Elend der Menschheit. Unterdrückung, Entbehrung und Verzweiflung ziehen sich wie ein roter Faden durch alle sieben Stücke und zeichnen ein duesteres Bild menschlicher Existenz. Dabei verschwimmen Vergangenheit und Gegenwart zu einer erschütternden Bestandsaufnahme unserer Welt.
Ohne Intro und ohne Vorwarnung eröffnet "Vallée de Misères" das Album. Der Song überzeugt durch die gelungene Mischung aus langsameren, bedrohlichen Passagen und rasender Black-Metal-Energie. Ein starker Auftakt, der den Hörer unmittelbar in die trostlose Klangwelt von Détresse hineinzieht. "Verrottet" erhöht anschließend sofort das Tempo. Der Song ist kompromisslos, direkt und fokussiert. Große Überraschungen bleiben zwar aus, dennoch überzeugt das Stück durch seine rohe Energie und seine kompromisslose Ausrichtung. Mit "Schwefel" erreicht das Album seinen ersten großen Höhepunkt. Der Song entwickelt im letzten Drittel eine beeindruckend dichte Atmosphäre. Besonders der eingesetzte Chorgesang verleiht dem Stück eine eigenständige Note und sorgt für einen Gänsehautmoment, der lange nachhallt. Ein absolutes Highlight des Albums. "Les Nuits Jaunes" ist eine der eingängigsten Kompositionen auf "Misères". Trotz aller Härte bleibt die Melodieführung sofort im Ohr hängen. Vor allem live dürfte dieser Song hervorragend funktionieren und schnell zu einem Publikumsliebling werden. "Peine Perdue" setzt erneut auf abwechslungsreiche Tempowechsel und hält das hohe Niveau der Platte aufrecht. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten sorgen für Dynamik und verhindern, dass sich das Album in seiner Kompromisslosigkeit verliert. Bereits der Titel "So Bitter, So Kalt" verrät die Richtung des Stücks. Der Song wirkt unerbittlich und gnadenlos. Unterstützt von starken Lyrics entfaltet sich eine Atmosphäre absoluter Hoffnungslosigkeit, die dem Albumtitel mehr als gerecht wird. Den Abschluss bildet "Verloren", ein rein akustisches Stück, das sich deutlich vom restlichen Material abhebt. Cello, akustische Gitarrenpassagen und das Knistern lodernder Flammen erschaffen eine beklemmende Szenerie. Anstatt einen versöhnlichen Ausklang zu bieten, hinterlässt der Song ein mulmiges Gefühl und sorgt dafür, dass die bedrückende Stimmung des Albums noch lange nach dem letzten Ton nachwirkt. Ein perfekter Schlusspunkt.

Trackliste:

1. Vallée de Miseres
2. Verrottet
3. Schwefel
4. Les Nuits Jaunes
5. Peine Perdue
6. So Bitter, So Kalt
7. Verloren

9
PUNKTE
Bewertung

Détresse gelingt mit "Misères" ein starkes zweites Album. Die Band wirkt selbstbewusster, direkter und aggressiver als auf dem Debüt, ohne dabei die emotionale Tiefe zu verlieren. Besonders "Schwefel", "Les Nuits Jaunes" und "So Bitter, So Kalt" zeigen eindrucksvoll, wie viel Atmosphäre und Intensität in kompromisslosem Black Metal stecken können. Fans von rohem, ehrlichem und düsterem Black Metal sollten diesem Album unbedingt ihre Aufmerksamkeit schenken.

 

Band

  • Détresse

Album Titel

  • Misères

Erscheinungsdatum

  • 09.10.2026
Wolle

Alles fließt, nichts ist fest.

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