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Der Sommer 2026 startete in Münster direkt düster rein, das Zappenduster von Black Silence Productions lockte wieder zahlreiche Fans in die Sputnikhalle am Hawerkamp und versprach mit einem hochkarätigen Lineup wieder mal grandiose Unterhaltung durch schwarzmetallische Klänge.
Das Zappenduster 2026 fing für das Team von Undergrounded leider etwas verspätet an, sodass wir aufgrund diverser privater Verpflichtungen den Auftritt von Myrdal am ersten Tag leider verpassten. Nach kurzer Orientierung was, wo und wie der Ablauf aussieht ging es für uns direkt zur Bühne draußen, wo Hæresis schonmal richtig gut ablieferten. Die Musiker sind seit rund zehn Jahren aktiv, haben im letzten Jahr ihr erstes Album in voller Länge bei Vendetta veröffentlicht und es gelingt ihnen live eine ausgesprochen mitreißende Präsenz und Energie auf der Bühne zu lassen. Folgerichtig standen und stehen die Berliner aktuell bei mehreren Festivals auf dem Zettel. Unbedingt live mal antesten!
Haeresis / Die Berliner lieferten als erste Band auf der Außenbühne richtig stark ab. Folgerichtig standen sie zuletzt bei gleich mehreren Festivals auf dem Zettel.
Dann ging es rein zur zweiten Bühne in die Halle und dort stiegen wir mit Enisum voll ein und tauchten dabei in tiefe atmosphärische Sphären ab. In der wirklich gut gefüllten Halle kamen die Songs der Italiener wirklich fantastisch zur Geltung und so wurden Sie bereits nach kurzer Zeit von den Anwesenden frenetisch bejubelt. Nachdem es 2024 bei der Wintermelodei nicht geklappt hat konnte die Truppe aus Turin diesen Auftritt dann beim Zappenduster 2026 nachholen und vollends überzeugen.
Enisum / Zweiter Anlauf: nachdem es 2024 bei der Wintermelodei in Münster nicht geklappt hat konnte die Truppe aus Turin ihren Auftritt in Münster nachholen und dabei voll überzeugen.
Im Anschluss zog es die Massen wieder nach draußen vor die Open Air Bühne des Zappenduster, denn die Amerikaner von Abigail Williams luden zum Tanze bei bestem Wetter. Das Quartett aus Olympia machte keine Gefangenen und griff direkt zum Einstieg aus dem Vollen mit I will Depart vom 2019er Album Walk Beyond The Dark lieferten sie technisch sehr stabilen Black Metal, der absolut mitreißend daherkommt. Ein weiterer wirklich gelungener Auftritt auf dem Zappenduster 2026.
Abigail Williams / Technisch sehr stabiler Black Metal, der absolut mitreißend daherkommt.
Der nächste Act war mit Sicherheit für viele ein weiteres Highlight des Zappenduster 2026, das amerikanische Duo Hulder gab sich die Ehre. Es ist bereits der zweite Auftritt in Münster, bereits 2023 stand die Truppe auf der Wintermelodei auf der Bühne und konnte auch damals bereits voll überzeugen. 3 Jahre und ein weiteres Album später haben Hulder nochmal eine ganze Schippe draufgelegt und den Atmosphäreregler auf 12 gedreht. Ein absolut genialer Liveauftritt mit starkem Fokus auf dem letzten Album Verses in Oath und einigen Schmankerln des Erstlingswerks Godslastering: Hymns of a Forlorn Peasantry. Ein wirklich starker Auftritt.
Hulder / Die Amis hatten den Atmosphäreregler schonmal vorsorglich auf 12 gedreht und lieferten danach einen rundum perfekten Gig ab - mit klarem Fokus auf ihrem neuen Album.
Nachdem im Inneren der Halle die Bühne in Schutt und Asche gelegt wurde, machten sich auf der Open-Air Stage die Finnen von Moonlight Sorcery bereit ihren wilden Symphonic Black Metal unter die Leute zu bringen. Aufgrund der noch etwas zu hellen Lichtverhältnisse gab es zwar ein paar Einbußen bei der Atmosphäre, allerdings machten die fünf Mannen das ganze durch ihre Spielfreude wieder vergessen. Die Setlist brachte eine bunte Mischung aus den bisherigen Veröffentlichungen, natürlich mit Fokus auf dem aktuellen Album Thorned Lord of the Horned Castle von 2023, dem bisher auch leider letzten Output mit. Für viele Besucher des Zappenduster war dieser stimmungsgeladene Auftritt mit Sicherheit ein weiteres, wenn nicht sogar das Highlight des ersten Tages vom Zappenduster 2026. Wäre da nicht noch der Headlinerslot, denn:
Moonlight Sorcery / Für manchen das Highlight des ganzen Festivals und das nicht ohne Grund: Die Finnen überzeugten mit Symphonic Black Metal mitsamt Keyboards und geiler Spielfreude.
Zum Abschluss des ersten Tages hatte sich Black Silence Productions was ganz Feines eingeladen. Secrets of the Moon gaben ihr Klassikeralbum Antithesis in voller Länge zum Besten. Vor vollem Haus konnten die Osnabrücker nochmal alles geben und haben die Erinnerungen an längst vergangene Tage zum Leben erweckt. Spätestens als das ikonische Riff zu Ordinance durch die Halle schallte war auch der Letzte noch überzeugt von der Qualität der Truppe, die auch 4 Jahre nach der offiziellen Verabschiedung von der Bühne, nichts an Kraft eingebüßt hat. So konnten Secrets of the Moon den ersten Abend des Zappenduster 2026 in der Sputnikhalle in Münster wirklich gebührend ausklingen lassen!
Secrets of the Moon / Die Osnabrücker sind seit über 30 Jahren im Game und gaben rund vier Jahre nach der offiziellen Verabschiedung von der Bühne zum Jubiläum ihr nun 20 Jahre altes Klassikeralbum "Antithesis" zum Besten.
Der Samstag des Zappenduster begann pünktlich. Wesen aus Tirol enterten die Bühne und brachten ihren atmosphärischen, sehr emotionalen Black Metal unter die schon früh zahlreich Erschienenen. Mit Songs von ihrem letzten Album im Gepäck war es der Truppe ein Leichtes, die Gunst des Publikums für sich zu gewinnen und wirklich bleibenden Eindruck zu hinterlassen. So startet man einen zweiten Festivaltag mit Erfolg!
Der zweite Slot der Running Order und damit auch der erste „Indoor-Slot“ gehörte Teufelnacht, die Teufelrocker zogen wirklich eine Menge Leute in die Halle und legten direkt los. Mit ihrem punk-lastigen Black Metal und einer absoluten „fuck off“-Attitüde kamen die Jungs mächtig gut an. Die Setlist führte einmal quer durch die Diskographie und bot direkt zum Einstieg mit Waldemar Daninsky Anlass für Eskalation im Publikum. Dass die Truppe sich selbst und das Genre Black Metal nicht ganz so ernst nimmt, merkte der geneigte Hörer dann spätestens an Titeln wie Helmut Berger und dem mittlerweile fast schon zum Meme gewordenen Black Metal ist tot, der live besonders durch einen Gastauftritt von Zingultus, seiens Zeichens u.a. Frontmann von Endstille und Graven, nochmal stark angezogen hat.
Teufelnacht überzeugten vollends und mauserten sich zum ersten Highlight des frühen Tages.
Teufelnacht / Die Lokalmatadore rockten den zweiten Slot des Samstags ganz ordentlich und machten bock auf mehr!
Weiter gings bei bestem Wetter draußen mit Boötes Void, die mit ihren atmosphärischen Klängen selbst bei strahlendem Sonnenschein überzeugen konnten. Es scheint, als hätten die Würzburger den Nerv der Anwesenden vollends getroffen. Die Setlist führte dabei einmal quer durch die beiden Alben der seit 2019 schaffenden Truppe und hatte somit für alle das ein oder andere Highlight mit im Gepäck. Wer Boötes Void 2026 noch nicht auf dem Schirm hat, sollte diese Einstellung schleunigst ändern.
Boötes Void / sorgten für krasse Atmosphäre, trotz strahlendem Sonnenschein.
Im Innern der Sputnikhalle ging es direkt stimmgewaltig weiter, denn die italienischen Doom-Kombo Ponte del Diavolo spielte zum Tanz auf. Mit treibenden Riffs und einer mitreißenden Vocal-Performance konnte die Truppe aus Turin um Frontfrau Erba del Diavolo die Anwesenden in ihre Fänge ziehen. Auch wenn Ponte del Diavolo im Gesamtblick auf das Lineup eher als kleiner Ausreißer zu sehen sind, fügten sie sich dennoch nahtlos in den Rest des Dargebotenen ein und wurden genau so gefeiert wie die Bayern von Boötes Void zuvor. Die Italiener sorgten also für eine willkommene Abwechslung im Programm des Zappenduster 2026!
Im direkten Anschluss ging es wieder nach draußen um bei weiterhin bestem Wetter die Australier von Midnight Odyssey zu empfangen. Diese entführten die Anwesenden mit ihrem Atmospheric Black Metal in unendliche Weiten und schafften, selbst bei diesem Sommerwetter, eine unvergleichliche Atmosphäre, die gefühlt niemanden unberührt ließ. Mit ihren starken Songstrukturen und den hypnotischen langen Riffs flogen die 45 Minuten, die für ihren Auftritt anberaumt waren, geradezu dahin, sodass man sich doch wünschte, es gäbe noch die ein oder andere Zugabe.
Nach Midnight Odyssey macht sich der leere Magen bemerkbar, also wurde kurzerhand der aufgestellte Food-Truck angesteuert, um sich eine Currywurst mit Pommes einzuverleiben. Da wir nicht die einzigen waren die auf diese Idee kamen, dauerte es leider etwas länger, sodass wir einen Teil des Auftritts von Heretoir verpassten. Die waren derweil damit beschäftigt die Festivalbesucher in der Sputnikhalle mit ihrer Musik zu fesseln. Die Halle, proppenvoll, nicht nur mit Menschen, sondern auch mit einer fantastischen Atmosphäre, die die Anwesenden in emotionale Klangwelten entführte. Heretoir luden an diesem Abend dazu ein, sich zur Musik fallen zu lassen. Titel wie Solastalgia und Gold Dust untermalten diese beachtliche musikalische Leistung, die vom Publikum vollkommen zu Recht gewürdigt wurde. Ein rundum gelungener Auftritt!
Mit den Black Metal-Urgesteinen von Kampfar wurde es draußen wieder düster. Zur langsam untergehenden Sonne konnte die Truppe aus Norwegen voll in ihrem Element agieren. Auch wenn die Jungs bereits seit 1994 aktiv sind merkt man ihnen zwar die Erfahrung auf der Bühne, aber keinesfalls das Alter an. In bester Spiellaune prügelten sie das Publikum einmal quer durch die beeindruckende Diskographie und hatten zwischen modernen Stücken wie Ophidian aus 2019 und Dødens aperitiff von der 2022er Scheibe Til Klovers Takt auch Songs der alten Tage wie den 1997er Klassiker Hymne vom Erstlingswerk Mellom Skogkledde Aaser mit im Gepäck.
Kampfar / zeigten wieder einmal wie viel Power in ihnen steckt!
Zum großen Finale ging es wieder in die Sputnikhalle, denn dort warteten die deutschen Black-Thrash-Größen von Desaster bereits darauf, die Bühne in Schutt und Asche zu legen. Sowohl vor als auch auf der Bühne war die Stimmung grandios und Desaster konnten mal wieder vollends überzeugen. Mit Satan’s Soldiers Syndicate ging es direkt mit Vollgas rein und das Publikum gab noch einmal alles um die Koblenzer gebührend zu feiern. Wer Desaster bereits einmal live gesehen hat weiß, dass die Jungs auf der Bühne mindestens genauso viel Spaß haben wie das Publikum davor, das war auch an diesem Abend nicht anders und Desaster machten den Abschluss des Zappenduster 2026 wirklich perfekt.
Da steigt die Vorfreude auf 2027 umso mehr!
Desaster / sorgten für einen furiosen Abschluss des Zappenduster 2026!