Unter dem Radar - Celestial Sword (Black Metal)
Review

Unter dem Radar - Celestial Sword (Black Metal)

Es brodelt was im US-amerikanischen Black Metal-Untergrund: Seit zwei Jahren treibt der Musiker Celestial Sword mit seinem gleichnamigen Solo-Projekt sein Unwesen in der USBM-Szene. Mit einem Mix aus Dungeon Synth und Raw Black Metal mischt er diese ganz schön auf - wir haben uns das Ganze mal etwas näher angesehen.

  • von Sebi
  • 26.02.2022

Untätigkeit kann man Celestial Sword ganz und gar nicht vorwerfen. In den zwei Jahren der Aktivität des Projekts, seit 2020, sind immerhin schon ganze zwei Vollalben und diverse Split-Veröffentlichungen mit verschiedensten Untergrundkapellen herausgekommen.  Über den Akteur hinter dem Projekt ist nicht viel bekannt - unter dem Pseudonym „Celestial Sword“ ist er jedoch auch in den Bands Nocturnal Effigy und Pyre of Black Roses aktiv.  Musikalisch schlagen diese in eine ähnliche Kerbe, aber zumindest zu Letzterer bleibt noch zu sagen, dass er sich für dieses Projekt mit Myst, dem finnischen Schwarzmetaller von Somme zusammengetan hat (ein Review zu deren zweiter EP "Prussian Blood“ findet ihr hier).

Celestial Sword besticht mit einer ganz eigenen Mischung aus rohem Black Metal mit sanften Synth-Passagen, die wir euch im folgenden Review zum zweiten Album "Dawn of the Crimson Moon“ näher vorstellen wollen.

Aktuelle Besetzung

Celestial Sword – Everything

 

Diskographie

2020 – Fallen from the Astral Temple (Album)

2020 – Frozen by Midwinter Snows (Collaboration w/ Upir)

2021 – Journeying Through Nameless Wilderness – A Pilgrimage Through Abyssal Frost (Collaboration w/ Upir)

2021 – Celestial Sword / Erzfeynd (Split w/ Erzfeynd)

2021 – Dawn of the Crimson Moon (Album)

2021 – Celestial Sword / Adrasteia (Split w/Adrasteia)

2021 – Split MMXXI (Split w/ Adrasteia)

2021 – Klanen / Μνήμα / Celestial Sword / The Oracle (Split)

2021 – What Sin Hath Twisted (Split w/ Unholy Vampyric Slaughter Sect, Glemt, Crucifixion Bell)

2021 Faceless Spectre / Celestial Sword (Split w/ Faceless Spectre)

2021 - Edënohhdlha hálgra tu majtranlh'ha / Ga nëcëcta mon idlhi (Split w/ Trhä)

2021 – The Citadel of Scarlet Lament (Split w/ Mortum)

 

Review zu "Dawn of the Crimson Moon"

Black Metal und Dungeon Synth - das passt zusammen, wie Bier und Schnitzel oder Deutsche Bahn und Verspätungen. Das funktioniert einfach. Nach diesem Prinzip funktioniert auch das mittlerweile zweite Album des Solo-Projekts Celestial Sword.

Es beginnt alles sehr gemächlich mit dem Intro, das wohl eher als voll ausgebildeter Track im Dungeon Synth-Style zu betiteln wäre. "Thy Elegy of Nocturnal Blood“ gibt schon ein wenig die Stimmung vor, bevor mit dem anschließenden "Waves of Nameless Fucking Spirits“ das erste Mal Gitarren zum Einsatz kommen.

Richtig Vollgas wird dann spätestens mit "Behold Thy Dark Dominion!“ gegeben. Bereits mit dem ersten markerschütternden Schrei aus seiner Kehle macht der Musiker Celestial Sword klar, wie die Reise unter dem blutroten Mond weitergehen wird. Die Mischung aus Black Metal und Keyboard-Klängen weiß durchweg zu überzeugen und "Behold Thy Dark Dominion!“ wird schnell zu einem der Highlights des Albums.

Die folgenden sieben Tracks wechseln sich dann immer wieder ab - zwischen stimmungsvollen, instrumentalen Synthesizer-Klängen prescht Celestial Sword auch immer mit seinem rohen und dennoch sehr melodiösen Black Metal durch. Das geisterhafte Gekeife, das sich komplett durch jeden der Metal-Tracks zieht, bildet ein absolutes Highlight des ganzen Albums und es drängt sich nicht auf, sondern passt sich wunderbar in die Grundstimmung der Platte ein.

Auch wenn kein Track -bis auf "Behold Thy Dark Dominion!“- richtig heraussticht, weil die Übergänge zwischen den Songs durch die Dungeon-Synth-Einspieler wirklich geradezu fließend sind, ist "Dawn of the Crimson Moon" ein absolutes Highlight der letzten USBM-Veröffentlichungen.

Trackliste:

01. Thy Elegy of Nocturnal Blood
02. Waves of Nameless Fucking Spirits
03. Behold Thy Dark Dominion!
04. An Endless Death Beneath the Cloisters of Wallachia
05. Desecration of the Defiled Night
06. Through the Forest of Blood & Flame
07. Cathedral of the Black Light / Candles of Invocation
08. Blood Lust & Wine
09. Total Vampyric Devotion
10. Thy Elegy of the Blood Dawn

9
PUNKTE
Bewertung

Alles in allem zeigt sich, dass Celestial Sword sein Handwerk wirklich versteht. Seine Mischung aus Black Metal und Dungeon Synth funktioniert, er schafft eine düstere Grundstimmung, die einen aus dem heimischen Sessel direkt in die dunklen Wälder der Walachei zu ziehen vermag. Fans von rohem Black Metal sollten unbedingt zugreifen und das Projekt weiter im Auge behalten!

Band

  • Celestial Sword

Album Titel

  • Dawn of the Crimson Moon

Erscheinungsdatum

  • 25.06.2021
Sebi

"I envy the maggots. Their stuff at least sticks together."

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