Samstag, 07 September 2019 11:47

UNTER DEM RADAR - WEAK ASIDE (DEATH METAL)

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Jeder kennt den Moment, wenn man genug von der Second Wave of Atmospheric Progressive Post Pagan Black Metal hat und sich einfach nur nach harten, klar strukturiertem Oldschool Death Metal sehnt. Genau dann schlagen Weak Aside in diese Kerbe und liefern die richtige Menge an alter Schule, wovon man bei dieser Flut an neuen Stilen immer weniger findet. Musik, die einschlägt wie ein Panzer – hart, unvorbereitet und nachhaltig beeindruckend. Weak Aside haben mit ihrer Retro-Liebe verdient einen Platz in unserer Rubrik "Unter dem Radar" zu erhalten.

Als Spearhead im Jahre 2006 im niedersächsischen Aurich gegründet ging es im Jahr 2007 auch gleich an die Umbenennung in Weak Aside und damit zum eigentlichen Start der Band. Nach einigen Memberwechseln ist vom ursprünglichen Ensemble nur noch Sänger und Bassist Tom übrig, welcher auch aus Bands wie Fearer mit seinem Gesang bekannt ist. Mit Luke, bekannt von u.a. Dawn of Disease, Mücke (Dew-Scented) und Arne (Pain for Pleasure, BK-49) stehen ihm kampferprobte Recken zur Seite. Mit F.D.A. Rekotz hat die Band ein ebenso starkes Label hinter sich, das den ein oder anderen Pfeil im Köcher hat, der nur darauf wartet auf die Massen abgeschossen zu werden.

Mit bisher drei Alben hat sich die Band stetig vom etwas generischen Death Metal hochgearbeitet und ihren Alben einen Stempel aufgedrückt, der mehr und mehr hörbar wird und trotz der Liebe zur Vergangenheit ein großes Maß an Eigenständigkeit deutlich werden lässt. Ihre Liebe zur alten Schule wird hier groß geschrieben und Leidenschaft ist vor allem bei ihren Live-Auftritten eine Komponente, die für stets gut besuchte Venues sorgt und den Bekanntheitsgrad der Band über die Jahre immer weiter gesteigert hat.

Wie so oft ist auch diese Band eine Entdeckung von einem Konzert, genau genommen dem Metal-Club Odinwald, wo uns die Band seit dem Jahr 2018 nicht mehr losgelassen hat.

Traurig nur, dass seitens der Band im April diesen Jahres angekündigt wurde, dass man die Band auf unbestimmte Zeit "in die Garage schieben" würde. Folgendes Statement war auf Facebook zu lesen:

Aktuelle Besetzung

Tom Zorn - Bass/Vocals

Luke Kerk - Lead Guitar

Arne Berents - Lead Guitar

Marc Dieken "Mücke" – Drums

 

Diskographie

2007 - Fire At Will (Demo)

2010 - Ghostleader (Full Length)

2015 - The Next Offensive (Full Length)

2018 - Faces of Death (Split with Skinned Alive)

2018 -  Forward Into Darkness (Full Length)

 

Review zu „Forward Into Darkness“

Wenn ein Album im letzten Jahr so oft lief, dass es nie länger als eine Woche aus dem Player gelegt wurde, kann man es wohl als Dauerbrenner bezeichnen: Bei uns war es Weak Asides Panzerschlacht "Forward Into Darkness". Songs wie "Until you Died" oder "Royal Blood Dethroned", mit dem die Platte sofort von 0 auf 100 durchstartet, lullen den Hörer in den Charme bekannter Bands wie Obituary mitsamt Headbanggarantie ein. Die kernigen Growls von Tom unterstreichen die -wie unverkennbar am Albumcover erkennbar- kriegslüsternen Themen mit einem deutlichen Wiedererkennungswert. Mit Sicherheit sind die oft angemerkten Bolt Thrower-Einflüsse durch das ganze Album mal mehr oder minder anzutreffen, jedoch immer so gut verpackt, dass eine gute Balance zum eigenen Stil erhalten bleibt und mit jedem Track mehr erkennbar wird, was diese Band auszeichnet.

Stetige Tempowechsel mit guten Riffs zur Auflockerung, das beste bekannter und geliebter Bands und eine gute Portion Leidenschaft für den Death Metal in stetiger Weiterentwicklung ohne Qualitätsverlust. "Contact" hämmert erbarmungslos wie eh und je, während die Band bei "In The Deep There Is No God" auch gut im etwas langsameren Gewand überzeugen kann und fast etwas hypnotisch daherkommt. Die Soli mögen hier und da nicht ganz passend wirken, was aber keineswegs dem Gesamtbild des Albums schadet. Mit Blastbeat-Gewitter wie bei "Face Down" könnte man auch einen kleinen Hit angedeutet sehen, da hier das Potential wirklich fantastisch genutzt wird, trotz klarer Marschrichtung nach vorn einiges zu wagen.

Alles in allem vereint Weak Aside viele liebgewonne Einflüsse in einer ausgereiften Mischung, die man sich viel öfter wünscht. Härte, Schnelligkeit und nach einem kurzen Antäuschmanöver knallharte Blastbeat-Attacken auf das Trommelfell wechseln sich abwechlungsreich ab, ohne zu sehr in verspielte Richtungen einzuschlagen. Während die erste Hälfte des Langspielers klassisch wie die ersten Veröffentlichungen an Härte punktet, zeigt sich vor allem die zweite Hälfte wesentlich offener und mit dem Spiel verschiedener Geschwindigkeitslevel gewinnt Weak Aside nur noch mehr an eigenem Charme. 

Tracklist:

01. Submerge (Intro)

02. Until you Died

03. Royal Blood Dethroned

04. We're All Condemned

05. Contact

06. Violence

07. In The Deep There Is No God

08. Poison Gas

09. The End

Bandpic @ Apophis Photography

Weitere Informationen

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Medien

Until You Died Weak Aside / Forward Into Darkness / F.D.A. Rekotz

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