Freitag, 26 April 2019 20:08

Deafhex - Deafhex

geschrieben von Torn
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Sludge Metal ist mit all seinen progressiven und atmosphärischen Unterformen in den letzten Jahren enorm populär geworden. Bands wie Cult of Luna oder Amenra erfreuen sich großer Beliebtheit, ähnlich wie Neurosis in der Entstehungsphase des Genres. Und Deutschland mischt dabei ganz munter mit. Deafhex aus Hamburg haben sich 2018 gegründet und noch im selben Jahr ihre erste Scheibe auf den Markt geworfen.

Und die beginnt brachial und groovy mit „Wolf and Prey“. Gleich dieser erste Titel besticht durch eine schnörkellose, geradlinige Präsentation, zumindest instrumental. Der Gesang ist für den ungeübten Sludge-Konsumenten zunächst eher anstrengend, allerdings auch nur sobald in höherer Tonlage gebrüllt wird. In den tieferen Passagen klingt auch das für Genrefremde ganz passabel. Mit „144000“ wird es dann tatsächlich etwas atmosphärischer, aber nach spätestens zwei Minuten kehren Deafhex in ihr Groove-Muster zurück und liefern Sludge Metal aus dem Bilderbuch in das sich „Serpent’s Ego“ ohne Umschweife einreiht und schnell in ein ähnliches Muster verfällt. Frischen Wind bringt dann der vierte Titel namens „Ascension“, der tatsächlich stark an die eingangs erwähnten Amenra erinnert und einen Höhepunkt auf dem Deafhex Debüt darstellt.

The Tower“ erinnert mich dann, um bei den Vergleichen zu bleiben, eher an die Werke von Fall of Efrafa, kommt aber nicht ganz an deren hohe Qualität heran. Dies könnte eventuell an der Kürze von dreieinhalb Minuten liegen, wo die Efrafa-Lieder im Gegensatz von der Länge, der Substanz und dem damit gegebenen Aufbau leben. Deafhex bleiben auch hier geradlinig und liefern mit „Dayes Jones‘ Locker“ einen weiteren Höhepunkt. Obwohl die mäßige Geschwindigkeit des Songs etwaige Erwartungen auf Crust-Einflüsse im Keim erstickt, steht hier einer der eher abwechslungsreicheren Vertreter der Scheibe vor uns. Die eingängigen Riffs und das muntere Trommelspiel unterhalten sehr und stellen „Nero’s Dream“ etwas in den Schatten. Hier passt allerdings das Spiel zwischen Melodie und Groove etwas besser als im Vorgänger. „Lazarus“ schließt das Album dann mit vier instrumentalen und verhältnismäßig ruhigen Minuten ab.

Da die Szene in den letzten Jahren sehr aufblüht, ist man geneigt, nach Alleinstellungsmerkmalen zu suchen. Die finden sich auf „Deafhex“ nur begrenzt und lassen Luft nach oben. Und dennoch: Deafhex liefern soliden Sludge Metal, mal mehr und mal weniger nach Schema F. Das schnörkellose Gitarrenspiel wird von technisch hochwertigem Schlagwerk untermalt und ergibt mit einer gehörigen Portion „Kreisch“ ein gelungenes Debüt mit zwei bis drei Aha-Effekten und ohne größere Tiefschläge. Ein mehr als ordentlicher Start mit Potential.

Trackliste:

1. Wolf and Prey
2. 144000
3. Serpents’ Ego
4. Ascension
5. The Tower
6. Dayes Jones’ Locker
7. Nero’s Dream
8. Lazarus

Weitere Informationen

  • Band: Deafhex
  • Album Titel: Deafhex
  • Erscheinungsdatum: 13.11.2018
  • Fazit: Deafhex liefern soliden Sludge Metal, mal mehr und mal weniger nach Schema F. Das schnörkellose Gitarrenspiel wird von technisch hochwertigem Schlagwerk untermalt und ergibt mit einer gehörigen Portion Kreisch ein gelungenes Debüt mit zwei bis drei Aha-Effekten und ohne größere Tiefschläge.
Gelesen 1250 mal Letzte Änderung am Freitag, 26 April 2019 20:14

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