Samstag, 17 März 2018 13:30

Unter dem Radar - Sunwølf (Ambient/Doom Metal)

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Sunwølf Sunwølf

Sunwølf aus dem schottischen Aberdeen stehen für atmosphärischen Drone Doom, der unter die Haut geht. Eine ideale Balance aus Ambient und tiefdröhnendem Drone verleiht jedem Werk der Band eine einzigartige Note, die durch stetige Weiterentwicklung und Experimentierfreude ihre Fans auch außerhalb des Metal begeistert und die Band verdient einen Platz „Unter dem Radar“ finden lässt.

Sunwølf ist ein schottisches Duo, das es versteht, sich mit jedem Album neu zu erfinden. Von Post Rock Elementen bis hin zu Sludge, Doom und Ambient ist ihre Musik eine perfekte Symbiose aus allem, was wie das Atmen der Seele oder der Ausdruck tiefer Gefühle klingt. Ihre Alben funktionieren oft nur im Gesamtbild, da sie jeweils eine Geschichte erzählen oder eine Gefühlsreise veranlassen, deren einzelne Elemente sich nur in einem zusammenhängenden Hördurchgang erschließen. Mit jedem Album hat das Duo seine Musik stetig perfektioniert und sich eine treue Fanbase geschaffen, welche die Eigenheiten der Band zu schätzen weiß.

Member:

Matthew Carrington

Dominic Deane

Discography:

2012 - Beyond The Sun

2013 - Midnight Moon

2014 - Beholden To Nothing And No One

2015 - SWIII Remix LP

2016 - Eve

Review: Beholden To Nothing And No One

Tief einatmen, Augen schließen und gedanklich über eine nebelbedeckte Hügellandschaft in Schottland fliegen – wer sich in diese Lage versetzen kann, ist in der perfekten Verfassung, um in dieses Album voll verträumtem Nihilismus einzutauchen und sich auf einem Trip gefangen nehmen zu lassen, der alles andere als „Easy Listening“ ist. Vierzehn Tracks mit insgesamt über achtzig Minuten Spielzeit versprechen ein lang anhaltendes Klangerlebnis, das es sich - so viel kann man vorab schon sagen -, wirklich lohnt, durchzustehen.

Eingeleitet wird dieses Erlebnis mit „In The Darkened River I Found The Silence Loom“, in dem Tiffany Ström, welche von Myyths bekannt ist, begleitet von einer manisch gestimmten Violine eine spirituelle Atmosphäre schafft. Über den rein instrumentalen und schlicht gehaltenen Song „The Widow's Oil“ verschwimmt die Grenze zur Realität weiter und zeigt die Band beim träumerischen Vertiefen, die anschließenden Drone Metal Stücke „Vultures Crown“ und „The Wake of Leviathan“ ziehen das Ganze mit gewohnt schleppenden und drückenden Klängen weiter in die Melancholie hinab. Wahnsinnig viel Kraft und Energie trifft auf durchdachte und sparsam eingesetzte Lyrics, die vor allem bei „Thrown Into A Nameless Time“ durch ihre mantraartige Wiederholung durch und durch hypnotisieren. Der hier gebotene Sludge Doom manifestiert sich einmal mehr standhaft bei „Totem“, bis man beim Titeltrack des Albums einen Bruch vernimmt. Die Reise ins Innere wird hier in den Fokus gestellt und beflügelt mit einer perfekten Balance aus Härte und Ambient Klängen die durch sanften Noise wie das Atmen der Seele an das Innerste appellieren und mit „Heathens Rest“ in einen mit Female Vocals unterlegten zweiten Teil gipfelt. Spürbar klart die nihilistische Melancholie des Anfangs auf und lässt Energie frei, die für den zweiten Teil des Albums benötigt wird.

„Twelve Sunne“ ist als reiner Ambiet Track ein gut gelungener Übergang zum sanfteren zweiten Teil, der wie ein Gegenpart zur Bedrücktheit des Anfangs fungiert. Grenzen zwischen den einzelnen Songs verschwimmen und es fällt schwer, klare Abtrennungen vorzunehmen – zum Glück ist dies durch die stetig aufeinander aufbauenden Strukturen auch nicht mehr notwendig. Ambient verschwimmt immer mehr mit Drone Elementen und der Einsatz verschiedener Instrumente wie in „Ithaca“ bewahrt den zweiten Teil davor, zu monoton zu werden – wenn auch nur knapp. Mit einem auf dem Piano gespielten letzten Track endet ein fantastisch vielseitiges Album, das viele Seiten der Band zeigt und am besten als Gesamtwerk funktioniert. Viele Elemente aus dem Post Rock und Sludge vereinen sich auf aufregende Art und Weise mit Ambient – offene Geister werden dieses Album lieben!

 

Weitere Informationen

  • Band: Sunwølf
  • Album Titel: Beholden to Nothing and No One
  • Erscheinungsdatum: 30.06.2014
Gelesen 1613 mal Letzte Änderung am Samstag, 17 März 2018 13:58
Crimson

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Beholden To Nothing And No One Sunwølf

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