Samstag, 17 September 2016 20:59

Tophet - Four Kings

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Tophet - Four Kings Tophet - Four Kings Tophet

Im Herbst vergangenen Jahres hat sich in Kassel eine neue Band namens TOPHET formiert und nun ihr erste EP namens „Four Kings“ veröffentlicht. Handelt es sich dabei bloß um eine weitere belanglose Veröffentlichung im Dunstkreis des okkulten Black Metal oder um ein vielversprechendes Erstlingswerk?

Der Bandname TOPHET ist nicht etwa ein Wortspiel aus „Toffifee“ und „Prophet“, sondern es ist der Name des brennenden Altares, auf dem laut Tanach, der hebräischen Bibel, die Kanaaniter religiöse Kinderopfer durchgeführt haben sollen. Sowohl dieser Name als auch der elfzackige Stern auf dem Cover der EP, der die elf Götter repräsentiert, geben Hinweise darauf, was die Band thematisch in ihren Lyrics behandelt: Satanismus, Luziferianismus, Kabbala und Quiphloth.

Was beim Hören als Erstes auffällt, ist der Gesang, der anders ausfällt, als man es bei einer Black Metal-Band erwarten würde: Er kommt eher aus der Ecke des Oldschool Death Metal, was eine interessante und eigenständige Mischung ergibt. Zu Beginn der EP erwartet man aufgrund der ersten 40 Sekunden, dass man es hier musikalisch mit klassisch-kaltem Black Metal der 90er norwegischer Art zu tun hat, doch sobald das Lied „Four Kings“ Fahrt aufnimmt, ist klar, dass es nicht nur lyrisch, sondern auch musikalisch in die moderne, okkulte Richtung geht. Auffallend ist außerdem, dass die Vocals ungewöhnlich gut verständlich sind. Während der Opener leider etwas belanglos ausfällt, hat Lied Nummer zwei „Forsaken“ deutlich mehr zu bieten und weiß zu gefallen. Sowohl das, als auch der letzte Song „Necrosophia“ sind die beiden besten der insgesamt vier Lieder! Die dritte Nummer „Mother Of Black Light“ kommt großteils getragen daher, aber Schlagzeug und schrammelige Gitarren fallen negativ auf und irgendwas erscheint hier vom Songwriting her auch nicht ganz stimmig. Erst gegen Ende gewinnt der Song an Struktur. „Necrosophia“ hingegen macht allein schon durch ein tolles düsteres Intro auf sich aufmerksam, bevor es mit gedrosseltem Tempo weitergeht und die EP sehr atmosphärisch zum Ausklang gebracht wird.

Insgesamt liegt hier von TOPHET eine EP vor, die zwar Schwächen aufweist, aber dennoch viel Potenzial mit sich bringt! Wenn der Sound verbessert bzw. „erdiger“ und druckvoller wird und das Songwriting noch aufregender/innovativer, dann wird diese neue Band in Zukunft noch mehr überzeugen können. Diese EP enthält 2 schwächere Lieder, wovon eins („Four Kings“) bloß etwas ideenlos ist, und zwei Highlights, so dass sie neugierig macht auf mehr. Eigenständigkeit, Atmosphäre und Potenzial ist bei den Kassler Jungs jedenfalls vorhanden! Fans von z.B. SINMARA, DISSECTION und BEHEXEN sollten TOPHET antesten.


Tracklist:

1. Four Kings

2. Forsaken

3. Mother Of Black Light

4. Necrosophia

 

Bewertung:

7 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: 00.00.0000
Gelesen 2045 mal Letzte Änderung am Samstag, 17 September 2016 21:19

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