Mittwoch, 10 Juni 2015 12:38

Unter dem Radar: Wolves Den (Melodic Black Metal)

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Junge Band, alte Hasen – Wolves Den aus München können zwar erst auf ein Jahr Bandhistorie und eine Veröffentlichung zurückblicken, strotzen trotzdem vor Erfahrung und sind gerade dabei, mit ihrer Mischung aus melodischen Death und Black den Untergrund aufzumischen.

Die Band besteht aus drei Mannen: Neben Bassist und Schreihals Helge Stang (ex-Equilibrium, ex (?)-Arafel) und Gitarrist Mexx bearbeitet Manuel Di Camillo (ex-Equilibrium) fleißig die Drums. Das Debütalbum erschien Anfang April 2015, die Band hat eine ganze Wagenladung an Potenzial.

 


Wolves Den

 

Aktuelle Besetzung:

Helge Stang – Vocals, Bass
Mexx – Gitarre
Manuel Di Camillo - Drums
Stefan Botz – Live-Gitarre


Diskographie:

2015 Deus Vult


Review zu "Deus Vult":



Deus Vult


1095 hielt Papst Urban II seine – je nach Ansicht – berühmte oder infame Rede, aus denen die Worte „Deus Vult“ (Gott will es) die Zeit überlebten. Auch wenn es heute genauso unklar ist, warum denn eine allmächtige (und nicht zu vergessen: erfundene) Sagenfigur möchte, dass in seinem Namen ein ethnischer Genozid stattfindet, bietet der Ausruf selbst im Jahr 2015 noch jede Menge Möglichkeiten. So kann man beispielsweise sein Black Metal-Album derartig benennen, wodurch man gleich alle Ironie-Liebhaber auf seiner Seite haben dürfte. Das dachten sich wohl auch die Münchener WOLVES DEN um Ex-Equilibrium-Fronter Helge Stang – und schwupp di wupp: Wolves Den mit ihrem Debütalbum „Deus Vult“ bei uns auf dem Rezensiertisch.

 

Neun Songs und rund 47 Minuten können sich sehen lassen als Erstling – ja tatsächlich ist die Länge des Albums durchaus gut gelungen. Es ist nicht zu lang und dadurch mit höherer Wahrscheinlichkeit repetitiv, aber auch nicht zu kurz, die Männer aus München haben also genug Zeit ihr Potenzial zu zeigen. Und Potenzial haben sie jede Menge. Aber ich möchte ja nicht voreilig werden.

 

Nach einem ordentlichen, aber maximal durchschnittlichen Intro kommt aus den Boxen bereits mit dem ersten richtigen Lied ein echter Kracher, „Gedeih und Verderb“, eines der besten Songs des Albums – inklusive Gastvocals von Waldgeflüsters Mastermind Winterherz. Mit „Schwarzes Firmament“ und dem – so kann ich mir zumindest sehr gut vorstellen – Livekracher und Titeltrack „Deus Vult“ nimmt das Album dann im Verlauf noch mehr an Fahrt auf. Getrieben von Helges starken und vielseitigen Vocals, guter Arbeit an den Instrumenten und einem feinen Gespür für Atmosphäre und Tempo kommt das Album nicht zu Ruhe. Aber warum sollte es das auch?

 

Der Albumtitel lässt es bereits vermuten: die Lyrics sind schön gotteslästerlich und passen gut in das musikalische Gewand. Wer Angst hat, dass aufgrund des Hintergrunds zweier der drei Bandmitglieder Equilibrium 2.0 den Namen Wolves Den trägt, den kann ich und vor allem natürlich die Scheibe zu hundert Prozent beruhigen. Denn was das Trio hier als Debüt raushaut, macht nicht nur Lust auf mehr und beweist Potenzial, das größer ist als Lemmys Krankenakte, sondern unterhält auch. Oder kurz gesagt: wirklich guter, melodischer Black Metal, dem es weder an Atmosphäre, Abwechslung noch Härte fehlt. Ich bin äußerst gespannt, was es von Wolves Den in den nächsten Jahren zu hören geben wird! Also hörts euch an – Gott will es!

 

Tracklist:

01. Via Iostorum
02. Gedeih und Verderb
03. Schwarzes Firmament
04. Deus Vult
05. Grau Wird Nebel
06. Dysterborn
07. Sieche
08. VobisCum
09. Mortis

 

Bewertung: 8,5 von 10

Weitere Informationen

  • Band: Wolves Den
  • Album Titel: Deus Vult
  • Erscheinungsdatum: Anfang April 2015
  • Fazit: Denn was das Trio hier als Debüt raushaut, macht nicht nur Lust auf mehr und beweist Potenzial, das größer ist als Lemmys Krankenakte, sondern unterhält auch. Oder kurz gesagt: wirklich guter, melodischer Black Metal, dem es weder an Atmosphäre, Abwechslung noch Härte fehlt. Ich bin äußerst gespannt, was es von Wolves Den in den nächsten Jahren zu hören geben wird! Also hörts euch an – Gott will es!
Gelesen 2609 mal Letzte Änderung am Samstag, 11 Juli 2015 08:40
Asgrimur

Courage is found... in unlikely places


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