Montag, 25 Mai 2015 21:34

SCALPTURE - BORDER CROSSING

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BORDER CROSSING BORDER CROSSING SCALPTURE

Genervt von modernen Melo Death Keyboard-Geplänkel und Breakdown-Parts vom Fließband aus der Metalcore-Maschinerie besinnen sich die Bielefelder SCALPTURE auf traditionelle Werte des Old School Deaths und zelebrieren diesen seit 2009 in der deutschen Underground-Szene. 2014 entschließt man sich, mit einem ersten physischen Lebenszeichen an die Welt zu treten.

„Border Cossing“ schimpft sich die erste EP, zählt vier Songs plus Intro und eine Gesamtlänge von knapp 15 Minuten. Noch nicht viel Material, aber für einen ersten Eindruck muss das wohl reichen.  Panzer und Fußsoldaten in einer Wüstenlandschaft im gezeichneten Stil zieren das Cover der EP, die passenden Klänge liefert das Intro: Funksprüche, Maschinengewehrsalven und Panzerketten im Kontrast zu orientalisch anmutender Musik.


Mit „Desert Storm“ startet dann auch schon das Quartett ins Feuergefecht. Es handelt sich wohl um die eingängigste und rhythmisch groovigste Nummer der EP. Schnelles Introriff, Bassbetonte Strophe mit rhythmischen Gitarreneinwürfen und ein mit gehaltenen Akkorden untermalter Refrain passen gut zusammen und sind Kontrast genug um nicht zu langweilen.


„Barrage“ hingegen lebt von den dominierenden Skank-Beat-Parts und den rhythmisch gedoppelten Gitarren- und Gesangpassagen. Für meinen Geschmack werden die beiden Hauptriffs jedoch zu oft wiederholt. Da nicht viel Spannenderes mehr kommt, ermüdet das Stück leider zum Ende hin.


„Onwalds“, dem schwächsten Song der Scheibe, fehlt es zu sehr an Eigenständigkeit und besonderen Momenten, damit er im Ohr hängen bleibt. Etwas mehr Dynamik und Kontrast hätten hier wohl nicht geschadet, da das Downstroke-Hauptriff eigentlich ganz cool daher kommt.


Mit der letzten und längsten Nummer „Keiler“ erweist man zum Abschluss noch einem deutschen Panzermodell die Ehre. Passenderweise handelt es sich dabei zugleich um eine langsame Death Metal-Walze und erinnert hier und da etwas an alte Bolt Thrower, ohne dass diese jedoch direkt kopiert werden. Im Vergleich zu den vorherigen Stücken ein guter Abschluss.


Insgesamt handelt sich bei den vier Songs um solides Material, leider jedoch nicht mehr. Noch setzt man zu sehr auf altbewährte und bekannte Klischees, hebt sich zu wenig von der viel zu großen Masse ab, geht eventuell einen Schritt zu sehr auf Nummer sicher und wirkt noch zu einseitig. Was fehlt sind Alleinstellungsmerkmale, die Wiedererkennungswert schaffen. Die Songstrukturen sind zu geradlinig und lassen so keine Überraschungen zu. Der Gesang hat eine schöne Färbung, die Gesangslinien sind jedoch etwas zu eintönig und zu nah an den Riffs. Hier kann sicher noch einiges rausgeholt werden. Potential ist vorhanden.


Trackliste:

1. Intro

2. Desert Storm

3. Barrage

4. Onwards

5. Keiler

 

Bewertung:

5,5 von 10 Punkten    

Weitere Informationen

  • Band: SCALPTURE
  • Album Titel: BORDER CROSSING
  • Erscheinungsdatum: 2014
  • Fazit: Underground-Old-School-Death-Metal-Die-Hard-Fanatikern wird’s gefallen. Andere Freunde altmetallischer Klänge sollten die Entwicklung der Band im Auge behalten. Der Rest kann getrost einen Bogen um die EP machen.
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