Dienstag, 26 Januar 2021 17:03

SCHWARZES GOLD – Dimmu Borgir – Stormblåst

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Ziemlich genau 25 Jahre ist es her, dass Dimmu Borgir ihr legendäres zweites Studioalbum veröffentlichten und damit einen ersten großen Meilenstein ihrer eindrucksvollen Karriere setzten. Mitte der neunziger Jahre entdeckten viele Black Metal-Bands den filigranen, melodischen Einsatz von Klavier und Keyboard bei der bis dato noch sehr rohen Landschaft, die das Genre bisher bot.

Doch Dimmu Borgir fanden in den neuen Elementen ihre wahre Berufung und zauberten mit „Stormblåst“ im Jahr 1996 einen bis zu diesem Zeitpunkt unerreichten Klang. Zu Recht gilt das Werk unter Kennern als absoluter Klassiker. Bis man von der CD-Version den Weg auf die berüchtigte Vinyl-Erstpressung fand, die ebenfalls wie der Silberling bereits unter dem Label Cacophonous Records veröffentlicht wurde, lag allerdings eine Zeit von zweieinhalb Jahren. So mussten sich die eher rar gesäten Vinyl-Liebhaber in den 90ern noch gedulden, um die Naturgewalt von „Stormblåst“ auch auf dem schwarzen Gold genießen zu können.

Doch das Warten hatte sich gelohnt und neben der schwarzen Vinyl-Edition wurde ebenfalls eine Purple-Vinyl in derselben Auflage, nämlich 1000 Stück je Version, verkauft. Das bedruckte Innersleeve zeigt auf der einen Seite die Bandbesetzung und die Grußworte von Dimmu Borgir. Auf der 2. Seite des Sleeves sind die Titel mit den zugehörigen Texten abgedruckt. Auf den beigefügten Bildern sieht man die schwarze Edition dieser Pressung, die mittlerweile von Shagrath höchst selbst signiert wurde.

Einige bezeichnen „Stormblåst“ als das letzte, “echte“ Black Metal-Album der Band, was bei mir allerdings immer viele Fragezeichen aufwirft. Denn schon dieses Album war sehr auf symphonische Elemente bedacht, hatte sogar ein reines Klavierstück und war somit in meinen Augen Dimmu Borgirs erster Schritt in das grundtragende Element, das ihre Musik seither prägt und das in vielen ihrer späteren Bombasthymnen deutlich zu vernehmen ist.

Aber genau der Mann hinter den symphonischen Stilmitteln auf diesem Album sorgte für einige Kontroversen in Bezug auf die Herkunft der Melodien, die er zum Teil auf dem Album in den Keyboard- und Klavierparts verbaute. So wurde bekannt, dass Stian Aarstad das Intro des ersten Stücks und auch unseres persönlichen All-Time-Favourite-Dimmu-Songs „Alt lys er svunnet hen“ vom Song „Sacred Hour“ der Band Magnum stibitzt hat. Ebenso wie der Instrumental-Song „Sorgens Kammer“, der von einem Amiga 500-Spiel namens Agony herangezogen und für das Werk benutzt wurde. Leider verlief beides ohne Genehmigung, denn sonst hätte man ohne Zweifel einen genialen Gedanken und Musikgeschmack dahinter nicht abstreiten können. So aber blieb Dimmu Borgir nichts übrig, als fortan getrennte Wege zu gehen und sich nach einem neuen Bandkollegen umzusehen, der die Arbeit hinter den Keyboards übernehmen sollte.

Alles in allem bleibt aber das Meisterwerk, das sich hinter „Stormblåst“ verbirgt - und jeder, der im Besitz einer dieser Vinyl-Pressungen ist, kann sich glücklich schätzen, den Sound dieser Perle in bestmöglicher Qualität erleben zu können. Somit schafft es Dimmu Borgir 25 Jahre nach dem Release absolut verdient in unsere Rubrik Schwarzes Gold!



Geschätzter Preis: 250-350 Euro, je nach Version und Zustand 

Erscheinungsjahr: 1998

Label: Cacophonous Records

Versionen: Schwarzes und Purple Vinyl

Limitierung: jeweils 1000 Einheiten

Gelesen 120 mal Letzte Änderung am Dienstag, 26 Januar 2021 17:29

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