Sonntag, 22 November 2020 16:17

Drengskapur - Was der Morast verschlang

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Es gibt sie noch, tief verborgen im Untergrund... Bands, die völlig selbstständig Alben veröffentlichen, fernab von Labels, Promotion-Unternehmen und sonstigen Tools der Musikindustrie. Dabei entstehen ab und an wahrlich einige wundervolle Perlen, die ihresgleichen suchen und die wie ein wertvoller Schatz in den Kollektionen der Musikliebhaber gehütet werden. Ob Drengskapur mit "Was der Morast verschlang" diese Hürde gemeistert haben, das könnt ihr nachfolgend in unserem ausführlichen Bericht zum neuen Album lesen.

Das Werk startet mit dem gefühlvollen Akustik-Intro "Schummerlicht" und mündet in den zweiten Track "Mit kalten Fängen", in welchem ein gewaltiges Feuerwerk aus melodiereichen, episch anmutenden Riffs den Hörer begrüßt. Traumhaft umgesetzt in einem verhältnismäßig langen Stück, was im Übrigen aber eigentlich für jeden Track auf dem Album gilt, so zaubern Drengskapur ein bombastisches Soundkonstrukt. Mit schönen Tempowechseln, bestechend guten Vocals und Drums, sowie den absolut überragenden Gitarrenparts kämpfen sie sich mühelos in die Herzen der Zuhörerschaft. Auch "Irrwisch" führt die Perfektion nahtlos fort, an der die Berliner von Beginn an arbeiten. Klar definierter Black Metal mit feinster deutscher Handschrift und viel Liebe zum Detail. Immer wiederkehrend auch die kurzen Akustik-Breaks, die erfrischende Ruhepausen mit sich bringen, aber auch nicht zu langatmig werden, was sich sehr positiv auf den Songfluss auswirkt. Mit diesen erhabenen Klängen endet dann auch schon die erste Seite und es darf gewendet werden (sofern man das gute Werk als Vinylpressung besitzt).

Die B-Seite bietet mit "Im Morast" einen grandiosen Einstieg mit stampfenden Beats und klassischem Riffing, das in ein erneutes Black Metal-Gewitter übergeht. Ein wirklich sehr abwechslungsreiches, frisches, aber doch traditionsbehaftetes Werk, das sich bei uns langsam aber sicher seinen Weg in die Top-Releases des Jahres bahnt. "Moorwanderer" bildet dann mit dem Outro "Geistersang" den Schlussteil der Veröffentlichung. Hier servieren uns Drengskapur wunderschöne akustische Parts, die in das Stück einleiten, das natürlich die genannten Stärken der Band in feinster Manier präsentiert und die Hörer in vollem Umfang begeistern dürfte. Im Outro kehrt die Akustik-Gitarre zurück und hat dieses Mal noch chorale Elemente im Schlepptau, die das Ende der Scheibe besiegeln. Auf dem digitalen Download, der beim Kauf der Schallplatte mit enthalten ist, bekommt man allerdings noch ein zusätzliches Schmankerl, welches auf dem Tape und der CD-Version ebenfalls enthalten ist: Das Throne of Ahaz-Cover "Where Ancient Lords Gather" entstammt der schwedischen Kultband und wird dieser absolut gerecht. Das Original erschien 1995 auf dem Album "Nifelheim", welchs wir euch auch an dieser Stelle ebenfalls sehr ans Herz legen können.

"Was der Morast verschlang" ist ein absolut überragendes Stück deutschen Black Metals, das uns Drengskapur hier vorlegen. Durchweg interessant gehalten und trotz der sensationellen Spieldauer von über 60 Minuten zu keiner Zeit langatmig. Mit so viel Herzblut und Eigeninitiative ist der Output für Liebhaber der dunklen Künste aus deutschem Hause absolut empfehlenswert und -für Plattenenthusiasten- ein unverzichtbares Muss in jeder Vinylsammlung.

Trackliste:

A1. Schummerlicht

A2. Mit kalten Fängen

A3. Irrwisch

B4. Im Morast

B5. Moorwanderer

B6. Geistersang

(7. Where Ancient Lords Gather (Throne of Ahaz Cover) / nur Digital und auf der Tape- und CD-Version enthalten!)

Bewertung:

10 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Drengskapur
  • Album Titel: Was der Morast verschlang
  • Erscheinungsdatum: 10.10.2020
  • Fazit: "Was der Morast verschlang" ist ein absolut überragendes Stück deutschen Black Metals, das uns Drengskapur hier vorlegen. Durchweg interessant gehalten und trotz der sensationellen Spieldauer von über 60 Minuten zu keiner Zeit langatmig. Mit so viel Herzblut und Eigeninitiative ist der Output für Liebhaber der dunklen Künste aus deutschem Hause absolut empfehlenswert und -für Plattenenthusiasten- ein unverzichtbares Muss in jeder Vinylsammlung.
Gelesen 1051 mal Letzte Änderung am Sonntag, 20 Dezember 2020 15:15

Medien

Mit kalten Fängen Drengskapur / Was der Morast verschlang / Independent

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