Mittwoch, 13 März 2013 23:12

01.03.2013 - Warfield Within, Sudden Death u.a., Essen

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15 Jahre Unchallenged Hate. Durchaus ein Anlass, den es zu feiern gilt. Doch stand dieser Abend von vornherein unter keinem guten Stern. Ein plötzlicher Sängerverlust zwang Unchallenged Hate zur Absage, den Posten des Headliners übernahmen Warfield Within. Doch dazu später mehr.

Vor 30 bis 40 Zuschauern überwiegend jüngeren Alters begannen zunächst die Essener After years of Hope den Abend. Nach einem etwas langen Synthy-Intro präsentierten sie melodischen Metalcore mit leichten Einschlägen aus dem Death-Bereich. Leider konnten die recht solide Arbeit an der Instrumentenfront, ein engagierter Fronter und ein durchaus nicht uninteressantes Wechselspiel zwischen geshouteten Frontvocals und teils cleanen Backings den mehr als respektablen Abstand zwischen Band und Publikum nicht reduzieren, kaum ein Gast verirrte sich näher als fünf Meter an die Bühne. Nicht ganz unschuldig war daran sicherlich auch nicht der, selbst für ein Jugendzentrum, grauenhafte Sound, der den Abend begleiten sollte. Viel zu viel Bass, kaum Gitarren und die Toms überhaupt nicht vorhanden. Setzen, sechs! After years of Hope gaben jedoch alles, um das beste aus der Situation zu machen, durchaus beachtlich. Trommler Fritz sollte jedoch in Erwägung ziehen, zwischen den Songs die Sticks an die Seite zu legen, ein ständiges Trommeln im Hintergrund ist mehr als nur störend.


Nach einer guten halben Stunde beenden After years of Hope ihre Show, zwanzig Minuten Pause geben Raum, die lokalen Köstlichkeiten in gastronomischer Hinsicht zu testen. Preislich eigentlich okay, liegt der 0,3l-Becher bei 1,5€, die gleiche Menge Softdrink eines namhaften Herstellers bei 1€. Wenn, ja, wenn das Bier nicht schmecken würde, als käme es geradewegs aus der Blase eines aktuell sehr skandalbehafteten Tieres und wären die Softdrinks nicht warm und schal. Deutlich härter setzten im Anschluss Moment of Detonation den Abend fort. Immer noch Metalcore, aber mit deutlich ausgeprägterem Death Metal Einschlag. Beachtlich: Die Jungs spielten in dieser Formation gerade ihre zweite Show, dafür gaben sie mehr als nur amtlich Gas!


Das der Sound tatsächlich noch schlimmer werden könnte, hätte wohl niemand gedacht, doch in Essen geschehen noch Zeichen und Wunder. Waren die Gitarren bei After years of Hope zwar viel zu dröhnend, jedoch immerhin irgendwie präsent, verloren sie sich nun vollends in der ausgebrochenen Basshölle. Zu allem Unfug hat der Herr an den Knöpfen wohl auch noch den Knopf für das Effektgerät mit dem Hall gefunden und zögerte nicht, den Backing-Vocals eine gute Portion zu gönnen. In der Mischung unhörbar. Sehr schade, diese Band hat durchaus potential, ihre aktuelle EP „The Legacy Left Us With“ sei hiermit zum reinhören empfohlen. Nach guten 40 Minuten endlich eine Pause, bevor die Osnabrücker Deather Sudden Death aufliefen. Endlich ein Lichtblick an diesem bisher eher gebrauchten Abend, eilt den Mannen um Sänger Markus doch der Ruf einer absoluten Live-Macht voraus.


Dem sollten sie auch heute Abend gerecht werden. Mit enorm viel Spaß und Spielfreude und jeder Menge Einsatz torpedierten sie die Meute mit kompromisslosem Death Metal mit einigen Einflüssen aus dem Thrash Bereich und kompensierte mit musikalischer Qualität und Entertainment den immer noch unterirdischen Sound. Der growlende Frontgesang von Sänger Markus und die Backings von Bassist Markus, die wohl klar in die Kerbe Tom Araya schlagen, ergänzten sich perfekt und so ist es nicht verwunderlich, dass nun auch das Publikum zusehends begeisterter wurde. 45 sehr kurzweilige Minuten, sehr klasse! Auch hier sei der neuste Output „Rescource“ wärmstens ans Herz gelegt, für die Sammler gibt es die Nummer auch auf Vinyl. Sehr amtlich.


Nun wäre es eigentlich Zeit für den Gastgeber des Abends gewesen, Unchallenged Hate. Als Ersatz sprangen die Mönchengladbacher Jungs von Warfield Within ein. Die Grippewelle macht offenbar auch vor der härtesten Metaltruppe nicht halt, Drummer Simon meldete sich Krank und so musste spontan Ersatzdrummer Selim - dem geneigten Underground-Kenner von der Band Atomgott und bereits in der Vergangenheit das ein oder andere Mal Ersatz für Simon bekannt - binnen einer Nacht eingearbeitet werden. Wer die Musik der Jungs kennt und weiß, dass der letzte gemeinsame Gig fast drei Jahre her ist, weiß diese Leistung doppelt zu würdigen! Für ihn offenbar kein Problem, zeigte er trotz des technisch anspruchsvollen und schnellen Death/Thrash Metals kaum Anzeichen einer Ermüdung. Die Band um Sänger Sebastian agierte insgesamt leider etwas statisch, hier wäre mehr möglich gewesen, im Großen und Ganzen aber eine sehr solide Leistung unter miserablen Bedingungen. Die etwas knappe Spielzeit von ca einer halben Stunde war vermutlich der personellen Situation geschuldet.


Was bleibt übrig?

15 Jahre Bandbestehen sind sicherlich ein Grund zu feiern. Für vier Bands dann 4€ zu nehmen, gleicht einem Geschenk. Auch die Auswahl der Bands war durchaus potent, war mit Sudden Death doch ein echtes Urgestein der Szene mit dabei und auch die anderen beiden Bands zumindest engagiert und talentiert. Aber was nützt es, wenn das Bier nach Urin schmeckt und man von den Bands nichts als Dröhnen hört?


Ein insgesamt gebrauchter Abend und was die Location betrifft leider der negative Inbegriff von dem, an das man denkt, wenn man „Jugendzentrum“ hört. Bei besserem Sound in einer anderen Location wäre das Resümee sicherlich ein positiveres gewesen, aber so bleibt zu sagen, die Entdeckung des Abends waren Sudden Death, die neben einer ebenfalls durchaus erwähnenswerten Show von Warfield Within als einzige wirklich Akzente setzen konnten. Sehr schade und vergebens Potential


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Gelesen 2233 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 14 März 2013 08:37

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