Dienstag, 06 Oktober 2020 20:32

Pime - Akivasha

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Dass die estnische Metalszene eine tiefe, schwarze Seele hat, das konnten wir mit unserer Dokumentation “Tallinn under the Horns“ schon eingehend beleuchten. Viele junge, talentierte Musiker treiben in zahlreichen Projekten gleichzeitig ihr Unwesen. Und so kann man auch Pime zu einer der aufstrebenden Bands im estnischen Black Metal zählen. Ob sie den Nerv der Zeit mit ihrer ersten EP “Akivasha“ getroffen haben, erläutern wir euch in den folgenden Zeilen.

Gestartet wird klassisch mit dem Titeltrack der Scheibe und die Marschrichtung wird eigentlich sofort klar. Klassischer Black Metal der alten Schule, dennoch atmosphärisch gehalten, was dem Ganzen eine frische Note verleiht. Auch Tempowechsel in ruhigere Passagen, die mit akkustischer Gitarre untermalt werden, sind im Plan von Pime enthalten und dieser geht voll auf und macht Lust auf mehr. Weiter geht’s in fast fließender Überleitung mit “Carcosa“, dass von seinen Tempowechseln, verspielten Gitrarrenriffs und den kraftvollen Vocals von Frontmann Vincent Arckharum profitiert, der gleichzeitig zum Gesang auch die 6-saitige Streitaxt schwingt. Dazu das sehr innovative Drumming von Henriund die wummernden Bass-Passagen von Enfallen. Dieses Gesamtkonstrukt erweist sich als stimmiges Konzept, dass sich auch beim nachfolgenden “Mets mu trooniks, varjud mu riik“ bewährt. Die Atmosphäre wird ein wenig melancholischer, verliert aber nie den Bezug zu Härte und Aggressivität. Und auch die Aufnahmequalität ist bestechend und lässt praktisch keine Wünsche offen. Auch “Tormitooja“ kann diesen Eindruck nicht trüben und wird insgesamt wieder energiegeladener und wirkt schon leicht erhaben in seiner Atmosphäre. So bestärken Pime nochmals den mehr als positiven Eindruck von ihrem Debütwerk bevor mit dem letzten Song “ Tule, öö pimedus“ auch schon das Ende der EP erreicht ist. Auch hier wird nochmal alles raus geholt, im Mittelteil auch ein wenig mit arrhythmischen Schlagzeug-Passagen experimentiert und insgesamt ein runder Abschluss abgeliefert.

Pime können auf jeden Fall ein klares Ausrufezeichen setzen und zeigen mal wieder, dass die Esten wissen, was es braucht, um eine schwarzmetallische Perle zu erschaffen. Für Liebhaber der schwarzen Künste aus dem hohen Norden gibt’s hier eine ausdrückliche Hörempfehlung. Da kann man sich schon auf die erste Full-Length freuen, die im Übrigen schon in Arbeit sein soll.



Trackliste:

1. Akivasha

2. Carcosa

3. Mets mu trooniks, varjud mu riik

4. Tormitooja

5. Tule, öö pimedus





Bewertung:

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Pime
  • Album Titel: Akivasha
  • Erscheinungsdatum: 02.11.2019
  • Fazit: Pime können auf jeden Fall ein klares Ausrufezeichen setzen und zeigen mal wieder, dass die Esten wissen, was es braucht, um eine schwarzmetallische Perle zu erschaffen. Für Liebhaber der schwarzen Künste aus dem hohen Norden gibt’s hier eine ausdrückliche Hörempfehlung. Da kann man sich schon auf die erste Full-Length freuen, die im Übrigen schon in Arbeit sein soll.
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