Dienstag, 12 Mai 2020 10:44

Yuri Gagarin – The Outskirts Of Reality

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Reine Instrumental-Musik ist oft harte Kost, die durch ihre komplexen Songstrukturen und den nicht gerade eingängigen Titeln vielen verschlossen bleibt. Yuri Gagarin haben es aber mit ihren zwei ersten Releases geschafft bei einer nicht gerade unbeachtlichen Anzahl an Hörern einen Nerv zu treffen und gerade mit dem zweiten Release “Center of all Infinity“ in den Top-Jahreslisten zu landen. Nun haben wir den dritten Streich der Schweden auf dem Seziertisch und wollen sehen, ob sie mit “The Outskirts Of Reality“ ebenfalls wieder punkten können.

Wie der Bandname schon vermuten lässt ist Yuri Gagarin ein höchst kosmisches Erlebnis, das seine Wurzeln einerseits in den 1970er Spacerock Bands zieht, aber auch moderne Einflüsse aus Stoner Rock und Post Metal mit sich bringt. Das Schöne an Yuri Gagarin ist, dass man nie wirklich einen Stillstand in der Entwicklung feststellen kann und die Musik immer wieder eine kleine Evolution erlebt. So ist es auch diesmal bei “The Outskirts Of Reality“, wie man schon beim ersten Song der Scheibe “QSO“ feststellen kann. So energiegeladen, fast schon aggressiv konnte man die Schweden selten erleben. Dabei aber wie schon bei den Vorgänger-Alben ein Füllhorn an Detailverliebtheit und Eigenständigkeit, so dass eigentlich kaum auffällt, dass es sich um ein Instrumentalstück handelt. Zum Ende kehrt eine ruhigere Passage ein, die einfühlsam in den Folgesong “Oneironaut“ einleitet. Hier erleben wir dann, was mit dem vorher angesprochenen Abwechslungsreichtum gemeint war. Stoner Riffs und hypnotisches Drumming leiten den nächsten Trip in andere Galaxien ein und Yuri Gagarin verwöhnen ein weiteres Mal unsere Gehörgänge. Abgespaced ist der passende Ausdruck für das Erlebte und auch “Crystal Dunes“ knüpft an das Erfolgsrezept der Götheborger an.

Das gesamte Soundkonstrukt der Songs ist wie immer ein sehr dichtes, aber auch fragiles Geflecht, bei dem peinlich genau darauf zu achten ist, den kosmischen Signalen, Echos und Instrumenten Luft zum Atmen zu geben. Dies gelingt Yuri Gagarin wirklich ausgezeichnet und so werden die oft überlangen Titel fließend gemeistert. “Laboratory 1“ ist in Punkto Länge ein echtes Novum auf dem Album, ist es doch mit seinen knapp vier Minuten eher als Überleitung oder Einleitung anzusehen, das mit der Geräuschkulisse und Atmosphäre in den Titeltrack “The Outskirts of Reality“ übergeht. Eine letzte Etappe in der Reise durch die kosmischen Bahnen, die nochmal eindrucksvoll einen Höhepunkt auf dem Album bildet.

Vielleicht nicht so stark wie das Vorgängeralbum, findet man auf “The Outskirts Of Reality“ dennoch andere Stärken, die vorher Verborgen waren und die Evolution der Band zeigen. Für eingefleischte Psychonauten und Fans von Bands wie Monkey3 oder Electric Moon sollte Yuri Gagarin sowieso längst kein Geheimtipp mehr sein. Wer psychedelische Klänge aus Spacerock und Stonermetal zu schätzen weiß, die Band aber noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall beide Ohren spitzen. Enjoy the Trip!

Trackliste:

A1. QSO

A2. Oneironaut

B1. Crystal Dunes

B2. Laboratory 1

B3. The Outskirts of Reality

Bewertung:

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Yuri Gagarin
  • Album Titel: The Outskirts Of Reality
  • Erscheinungsdatum: 31.01.2020
  • Fazit: Vielleicht nicht so stark wie das Vorgängeralbum, findet man auf “The Outskirts Of Reality“ dennoch andere Stärken, die vorher Verborgen waren und die Evolution der Band zeigen. Für eingefleischte Psychonauten und Fans von Bands wie Monkey3 oder Electric Moon sollte Yuri Gagarin sowieso längst kein Geheimtipp mehr sein. Wer psychedelische Klänge aus Spacerock und Stonermetal zu schätzen weiß, die Band aber noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall beide Ohren spitzen. Enjoy the Trip!
Gelesen 1138 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 Mai 2020 10:58

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