Freitag, 13 Januar 2017 14:50

Pest Empire – Execute Them All

geschrieben von Ghostwriter
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(3 Stimmen)

"Hell is around us, no heaven to see, death is beside us, pain is the teach.“ Mit diesem düsteren Chant beginnt der neue Output „Ode To Chaos“ des Speyerer Trios Pest Empire, welches nach der EP „Prophet“ ihr erstes Album präsentieren.

Im sehr langatmigen Doombereich verschwimmen die Grenzen zwischen EP und Album oft, und auch bei „Ode To Chaos“ können weder die Spielzeit noch die Titelanzahl echte Auskunft darüber geben, was man hier nun eigentlich vor sich hat. Fakt ist, dass sich Pest Empire klassisch über ca. 40 Minuten lang in epischen Tracks verlieren, davon aber „nur“ vier auf die CD gepackt haben. Dadurch sind sich die zuvor genannte EP und das Album dann doch sehr ähnlich - hierzu aber später mehr.

 

Nach dem ersten Track „Take Me Home“ fallen mir Vergleiche mit Absent/Minded, Witchfucker und anderen, eher experimentellen Bands ein. Slow, Deep, Düster und Hart präsentiert sich das Intro, inklusive eher sphärischer, langgezogener Gitarrenparts, bei denen mit „Vanhelgaesk-wirkenden“ Sprachparts (Brummen, Screams, Stöhnen) nicht gegeizt wird. „Ode To Chaos“ beginnt ähnlich, sattelt aber schon nach wenigen Takten das 2. musikalische Steckenpferd der Band, den Black Metal. Kurz: Chant, dann 3 Minuten Feuerüberfall mit Gitarrenschredderwand, Screams, Drumblasts und wenig Variation, bevor ziemlich abrupt wieder ein sehr gemächlicher Ton angeschlagen wird. Hier regieren erneut die oben beschriebenen stilistischen Merkmale von klassischem Doom bis der Ausklang erneut mit Mörsern, Haubitzen und allem was raucht zelebriert wird.


„Eat“ wartet mit einem fast schon tibetanischen Touch auf - leicht verzerrte Gitarren, Kehlgesang und Drums vermitteln einen Eindruck von Ruhe und Frieden, der aber schnell einer Beklemmung weicht, die mitunter Infraschall bzw. den tiefen Tönen geschuldet sein dürfte. Die weiteren 8 Minuten werden mit einem Mix aus Doom und Black gefüllt, die sich abwechselnd mal von schweren Gitarren, mal von Gesang und dann wieder von sphärischen Parts dominiert in die Ohren des Hörers eingraben. „Execute Them All“ ist die Mogelpackung der Scheibe und man darf sich in „Hidden Track“ Manier erstmal gute vier Minuten Stille anhören, bevor der Song in die Vollen geht (und damit, um den Kreis zu schließen, der reinen Spielzeit der Erst-EP der Band nahekommt). Insgesamt gibt es nicht viel mehr zu erzählen, außer dass der Song nochmal alle vorangegangen Parts subsumiert und man hier wieder zwischen Black, teilweise Death Anleihen und wieder zurück in doomige Parts schwenkt. Dies verhagelt mir das Hörvergnügen doch etwas – wenn man sich gerade in der schweren Doomdecke verwickelt hat, wird man unsanft von den Black Parts aus selbiger herausgeschüttelt.

 

Wer auf einen Mix aus Agrypnie, Absent Minded, Witchfucker und Fantoft steht, ist hier gut beraten. Mir persönlich ist der teilweise zu schnelle Wechsel zwischen den doch sehr unterschiedlichen Genres zu flatterhaft und nicht besonders gut gelungen, was das Hören der Scheibe anstrengend macht. Vor allem die Gitarrenarbeit wirkt bei den BM Parts zu uninspiriert und wird dem Können, das in den Doomparts präsentiert wird, kaum gerecht.


Trackliste:

01. Take Me Home

02. Ode To Chaos

03. Eat

04. Execute Them All

 

Bewertung:

6,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Pest Empire
  • Album Titel: Execute Them All
  • Erscheinungsdatum: 2016
  • Fazit: Wer auf einen Mix aus Agrypnie, Absent Minded, Witchfucker und Fantoft steht, ist hier gut beraten. Mir persönlich ist der teilweise zu schnelle Wechsel zwischen den doch sehr unterschiedlichen Genres zu flatterhaft und nicht besonders gut gelungen, was das Hören der Scheibe anstrengend macht. Vor allem die Gitarrenarbeit wirkt bei den BM Parts zu uninspiriert und wird dem Können, das in den Doomparts präsentiert wird, kaum gerecht.
Gelesen 3429 mal Letzte Änderung am Freitag, 13 Januar 2017 15:02

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Execute Them All Pest Empire

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