Dienstag, 30 August 2016 19:18

Pest Empire - Prophet

geschrieben von
Artikel bewerten
(2 Stimmen)

Ihr sucht nach einem entspannten Album um den Sommer gemütlich bei einem Bierchen ausklingen zu lassen? Dann macht besser einen großen Bogen um PEST EMPIRE.

Im rheinland-pfälzischen Speyer finden nicht nur regelmäßig hochkarätige Black-Metal-Konzerte statt, auch PEST EMPIRE entstammen der schönen mittelalterlichen Stadt. Das erste Lebenszeichen der Band ist die hier vorliegende EP "Prophet", welche im Juli 2014 erst- und nun wiederveröffentlicht wurde.
 

Zunächst fällt das extreme Auftreten der Combo ins Auge, Pestmasken und Folterszenen erinnern leicht an die in den Neunzigern bekannten Tsatthoggua, wobei PEST EMPIRE allerdings keine BDSM-Bezüge tradieren. Ebenfalls direkt und ohne Umschweife gestalten sich die mir verständlichen Textpassagen.  Denn für subtilen Atheismus als Religionskritik ist hier nur wenig Raum – „…you are his whore…go fuck your jewish god…“ – Watain lassen grüßen.
 

Musikalisch bewegen sich PEST EMPIRE in einer Schnittmenge zwischen Black-, Death-, und Doom-Metal, wobei überwiegend die extremen Elemente dieser drei Stile herausgegriffen werden. Dies führt dazu, dass „Prophet“ keinesfalls als Hintergrundmusik taugt und nur wenige „easy listening“-Momente enthält. Einzelne akustische Intro- und Zwischenparts, einmal mit weiblichem Gastgesang, sorgen für diese notwendigen Kontraste zum insgesamt sehr harten Gesamtsound. In diesem Kontext sticht auch besonders der Anfang des zweiten Songs „Pest Prophet“ heraus, akustische Gitarren untermalen einen an Corey Taylor erinnernden Gesangspart. (Die Band möge mir diesen Vergleich verzeihen.)


Ruhigere Passagen täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass PEST EMPIRE grundsätzlich im extremen Metal tief verwurzelt sind. Dies drückt sich allerdings weniger in einem besonders verschachtelten Songwriting oder sehr technischen Parts aus. Die einzelnen Stücke mit Steigerungen und Kontrasten folgen einem klaren, klassischen Aufbau und beinhalten wenige bis keine avantgardistischen oder progressiven Elemente. Kleinere Details wie zusätzliche Gesangsspuren mit kratzigen Sounds, Rückkoppelungen oder sehr extreme Vocals sorgen vielmehr für ein kontrolliertes Chaos. Das schleppende Gesamttempo tut sein Übriges und verleiht den überlangen Stücken eine sukzessive Entfaltung. Sehr schnelle Passagen mit starken Black-Metal-Elementen sind eine Seltenheit und werden nur zur finalen Steigerung im Songaufbau genutzt. Vergleiche mit einer Band wie Dark Tribe passen daher nicht wirklich, PEST EMPIRE selbst zählt Triptykon, Morbid Angel, Watain, Deinonychus und AHAB zu ihren Einflüssen.

Grundsätzlich würde ich vermuten, dass „I am your god“ ein eher früher, „Pest Prophet“ und „Blood Meridian“ eher etwas später entstandene Stücke der Bandgeschichte sind. Denn die beiden Letztgenannten wirken deutlich ausgereifter und machen Lust auf weitere Auftritte und Veröffentlichungen.

Insgesamt kann man PEST EMPIRE allerdings nur ein großes Lob für eine ausgereifte und hörenswerte Erstveröffentlichung aussprechen. Stay tuned!
 

Tracklist:

I am your god         

Pest Prophet                      

Blood Meridian             

 

Bewertung:

7,5/10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Pest Empire
  • Album Titel: Prophet
  • Erscheinungsdatum: 00.00.0000
  • Fazit: Insgesamt kann man PEST EMPIRE allerdings nur ein großes Lob für eine ausgereifte und hörenswerte Erstveröffentlichung aussprechen. Stay tuned!
Gelesen 3926 mal Letzte Änderung am Dienstag, 30 August 2016 19:38

Medien

Pest Empire - Blood Meridian (2016 Re-Issue feat. "M") Pest Empire

Footer Impressum Datenschutz

 Undergrounded 2020 -  ImpressumDatenschutzerklärung