Dienstag, 11 August 2015 16:38

Killing Gandhi - Cinematic Parallels

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Killing Gandhi - Cinematic Parallels Killing Gandhi - Cinematic Parallels Killing Gandhi

Aus Kopenhagen kommen die Melodic Deather Killing Gandhi. Sie wurden 2011 gegründet und sind vom Sound von Bands wie In Flames, Arch Enemy, Dimmu Borgir und Soilwork inspiriert worden. Für Mischung und Mastering hat man auf Jacob Hansen (Volbeat, Amaranthe, Pretty Maids, TÝR, Evergrey, …) vertraut, der auch Killing Gandhi einen amtlichen Sound verpasst hat.

Ab 2013 machte man sich dann an die Albumkomposition und da es sich durchweg um erfahrene Musiker handelt merkt man den Stücken die gesunde Reifezeit an und das Album kommt sehr stimmig daher, soll heißen, dass es zu keinem Zeitpunkt so wirkt als hätte man einfach schnell was zusammengeschustert, sondern sowohl die Stücke als auch die Zwischenspiele und die Reihenfolge wirken sorgsam arrangiert. Die beiden Gründungsmitglieder Martin Arendal und Kasper Gram haben schon mehr als zehn Jahre Erfahrung in relativ bekannten Bands sammeln können: Manticora, Wuthering Heights, Evil Masquerade und Urea. Für das Debutalbum wurden dann noch Thorbjørn Jensen (ex. Sickseed) und Rasmus Schmidt (Illdisposed, ex. Corpus Mortale) mit an Bord geholt.


Was bedeutet der seltsame Album-Name? Gitarrist Martin hat elf seiner Lieblingsfilme genommen und deren Titel dann entsprechend seiner Interpretation umbenannt. Somit sind dann auch eigentlich nur elf Titel auf dem Album, fünf der Tracks sind atmosphärische bzw. instrumentale Zwischenspiele, die auch genauso in dem Trailer für einen Spielfilm für die passende Stimmung sorgen könnten und mit Metal nichts am Hut haben, sondern eher eine Einstimmung auf die folgenden Songs liefern. Somit beträgt auch die Gesamtspielzeit trotz der 16 Titel „nur“ rund 46 Minuten.


Zu hören gibt’s melodischen Death Metal der brutalen Sorte: man sollte keine softeren Klänge à la neuere In Flames erwarten, sondern es wird ordentlich geknüppelt, die Songs sind dennoch abwechslungsreich und gehen gut ins Ohr. Das Hören macht von der ersten Sekunde an wirklich Spaß. Es wird auch die ganze Zeit gegrunzt oder bei ruhigeren Momenten die Stimme ordentlich verzerrt, Klargesang kommt praktisch nicht vor (Ausnahmen sind ganz kurze Stellen z.B. bei „Leader Of Losers“ oder bei „0100101101000111“ wo sogar mit weiblichem Klargesang gearbeitet wird, was allerdings erheblich weniger kitschig wird als man es vielleicht vermuten würde). Was mich allerdings immer wieder rausreißt und ich daher beim zweiten Hördurchlauf auch konsequent durchgeskippt habe sind die instrumentalen Zwischenspiele. Für meinen Geschmack nimmt das nur unnötig Tempo raus und da sie eher in Richtung Soundcollage und Klangteppiche als richtige Instrumentalstücke gehen hat man sich hier auch schon nach dem ersten Mal daran satt gehört.


Auffallend schön gemacht sind die Gitarrensoli, die teilweise auch zweistimmig sind und ein bisschen an die guten alten 80er erinnern. Durch die moderne, druckvolle Produktion und die musikalische Grundausrichtung wirkt es jedoch nie altbacken. Gerade auch die Gitarrenarbeit weist eine enorme Bandbreite auf: neben Death-Metal hört man auch Black- und Thrash-Metal-Anleihen und wenn man den Stilrichtungen der Stücke Bands zuordnen würde, dann ginge es von Machine Head über Children Of Bodom bis hin zu der härteren Version von In Flames.


Eine wirklich tolle CD! Die Songs sind kurzweilig, gehen sofort ins Ohr und wachsen doch mit jedem Mal hören. So in der Art hätte für mich auch die konsequente Weiterentwicklung von In Flames ausgesehen. Wer sich für melodischen Death-Metal begeistern kann und auf ausgefallene Gitarrensoli steht sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren.


Tracklist :
01. Trailer # 1
02. The Cannibal Course
03. What Lies Beneath
04. Drugs for a Mindfuck
05. Trailer # 2
06. The Lights Will Shine Forever
07. Only the Strong will Survive
08. Trailer # 3
09. Leader of Losers
10. Trailer # 4
11. 0100101101000111
12.The Rise and Fall of a Superhero
13. Illusion of Death
14. Trailer # 5
15. D-Minor Took My Life
16. The Next Level


Bewertung:
8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Killing Gandhi
  • Album Titel: Cinematic Parallels
  • Erscheinungsdatum: 14.08.2015
  • Fazit: Eine wirklich tolle CD! Die Songs sind kurzweilig, gehen sofort ins Ohr und wachsen doch mit jedem Mal hören. So in der Art hätte für mich auch die konsequente Weiterentwicklung von In Flames ausgesehen. Wer sich für melodischen Death-Metal begeistern kann und auf ausgefallene Gitarrensoli steht sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren.
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KILLING GANDHI - 0100101101000111 // Cinematic Parallels (2015) // Official Video // Crime Records KILLING GANDHI

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