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Interview mit Fabian Schwärzl, Initiator der METAL HAT Konzertreihe in Duisburg

Fabian Schwärzl Fabian Schwärzl

Der Underground im Ruhrpott lebt und brummt. Im gesamten Ruhrgebiet? Die Stadt Duisburg bietet derzeit kaum vernünftige regelmäßig stattfindende Konzerte. Das soll sich bald ändern. Wir sprachen mit einem jungen Duisburger Eigengewächs, das nicht jammert, sondern anpackt.

UG: Hallo Fabian, stelle Dich bitte unseren Lesern vor.

Fabian Ich bin Fabian, 30 Jahre, geborener Duisburger und auch noch heute dort zu Hause. Seit über 15 Jahren mache ich als Sänger (und früher Bassist) aktiv Musik in verschiedenen Metalgenres. Die erste Bühnenluft konnte ich ab 2003 mit der Solinger BlackMetal-Band „Cerberus“ schnuppern, was mich persönlich sehr stark inspiriert und geprägt hat. Die ersten Gigs mit namhafteren Bands wie z.B. den apokalyptischen Reitern und Dark Fortress waren für mich als damals 19jährigen Buben schon etwas ganz besonderes, an das ich mich auch heute noch mit Gänsehaut erinnere. Im Jahr 2012 habe ich schließlich mit meinem langjährigen Wegbereiter Sascha ein Metal-Projekt gestartet, aus dem schließlich unsere Band „Desperation“ geboren ist, mit der wir bis heute die Straßen unsicher machen.


UG: Erläutere uns kurz das Metal Hat Konzept.

Fabian Metal Hat ist eine kleine Konzertreihe in der Gaststätte „Alte Schleiferei“ zur Förderung der Metal-Kultur in Duisburg, der Heimat des Stahls, die ca. alle 2 Monate einen neuen Ableger haben wird. Diese Konzertreihe soll Metalbands aus dem regionalen Underground eine Plattform anbieten, ihre Sets ohne Zeitlimit abzufeuern.

Für die Zuschauer ist der Eintritt frei! Bei Gefallen darf der Gast aber einen kleinen Obolus in einen Wanderhut (bei uns ist es der „Metal Hat“) werfen, aus dem die Bands des Abends belohnt und Unkosten für die Organisation gedeckt werden sollen. Grundsätzlich spielen alle Bands ohne Gage und auch ich als Organisator arbeite auf non-profit-Basis.

Das Konzept soll dem Metal in Duisburg einen neuen Heimathafen bieten.


UG: Wie kamst Du auf die Idee zu diesem Konzept?

Fabian Die Idee zu diesem Konzept resultiert hauptsächlich aus verschiedenen Impulsen… Zum einen plane ich seit vielen Jahren Konzerte für meine eigene Band, da man im Underground nur selten etwas geschenkt bekommt und einem die Gigs nur selten in den Schoß fallen. Man muss ständig aktiv sein und bleiben, um seinen Weg weitergehen zu können. Dabei ist es uns als Duisburger Band immer wieder nur mit viel Mühe gelungen, einen heimischen Gig austragen zu dürfen.

Zum anderen möchte ich auch selber am Wochenende gute Musik hören. Klar, das Ruhrgebiet ist ein Ballungsraum und man erreicht in wenigen Minuten diverse Ziele, aber ich konnte einfach nicht akzeptieren, dass eine Großstadt wie Duisburg keine eigene Alternative für Metal hat. Und auch hier habe ich gelernt, dass man nichts geschenkt bekommt: Wenn etwas nicht so ist, wie man du es haben willst, dann ändere es! Diese Erkenntnis ist in den letzten Jahren zu meinem Lebensmotto geworden und hat in musikalischer Hinsicht auch den Grundstein für Metal Hat gelegt.

Die Idee mit dem Wanderhut sollte die Eintrittshürde entfallen lassen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass viele Menschen kleinere Konzerte mit vielleicht komplett unbekannten Bands gar nicht erst besuchen, wenn man an der Tür den obligatorischen 5er abdrücken muss. Man weiß halt nicht genau, ob es die Bands sind, die einem persönlich zusagen. Ich denke, dass der freie Eintritt daher eine wichtige Komponente ist. Man kann sich einfach unbefangen auf große Überraschungs-Eier freuen. Der durchschnittliche Metalhead sieht nicht nur gut aus, er ist auch ein solidarischer Mensch und daher stehe ich vollkommen hinter dem Konzept von Metal Hat.


UG: Warum die "Alte Schleiferei?"

Fabian Die „Alte Schleiferei“ hat in den letzten Jahren schwere Zeiten mitgemacht und wurde erst vor wenigen Wochen vom neuen Inhaber Jan wiederbelebt. Ich bin per Zufall über die Wiederbelebung der Schleiferei gestolpert und dann sehr schnell in einen guten Kontakt zum Schleiferei-Team gekommen. Man hat im letzten Herbst Bands gesucht, die bereit wären dort Konzerte zu spielen, um die Renovierung des Ladens möglich zu machen. Gesagt, getan. Wir haben mit Desperation zugesagt und dann kam eins zum anderen. Wir wollten einen Spenden-Gig spielen und da fiel auch schon der Name „Metal Hat“, was erstmal für Lacher gesorgt hat… so viel zur Anekdote

Ich denke, dass die Schleiferei ein geeigneter Ort für eine Konzertreihe ist. Gerade einmal 10 Minuten Fußweg zum Duisburger Hbf, ein kleines Ambiente für bis zu 150 Zuschauer, keine Zeit- und Lautstärkenbeschränkungen und frisches, gekühltes Bier. Gerade der Zeit- und Lautstärkenfaktor garantiert eine lange, freudige Nacht. Während das Ordnungsamt an vielen Stellen in Stadt ab 1 Uhr zur Ruhe bittet, geht es in der Schleiferei weiter.


UG: Die erste Ausgabe vom Metal Hat ist ja bereits Geschichte. Wie lief es?

Fabian Metal Hat (Vol.1) fand am 24.01.2015 statt und sollte ursprünglich auch nur ein einzelnes Konzert sein, also noch keine Reihe. Der Abend lief aber wirklich überraschend gut und das, obwohl wir wirklich nur in den Freundeskreisen der Bands geworben haben. Der Laden platzte zwar nicht aus allen Nähten, aber es war sehr angenehm gefüllt und die Stimmung war von Anfang an sehr erfreulich. An diesem Abend haben Convictive, Desperation und Mackz´s Fall Out gespielt. Insgesamt über 3 Stunden abwechslungsreiche Livemusik und anschließend Metal aus der Dose haben den gesamten Abend und die Nacht bestens ausgefüllt. Ein sehr lustiges Highlight des Abends war zweifelsohne die Versteigerung einer original signierten „Dancing Las Vegas“-CD von DJ Bobo, die für 10 € einen neuen Besitzer gefunden hat. Wir haben an diesem Abend sehr großzügige Spenden für die Renovierung gesammelt, für die ich mich auch an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte.


UG: Vol.3 und auch Vol.4 sind bereits in Planung. Wie soll die Geschichte weitergehen?

Fabian Ja, das ist richtig. Vol2 steht uns ja erst einmal am 21.03.15 bevor, am 30.05.15 folgt Vol.3 – diese beiden Termine sind soweit auch bereits stichfest geplant. Für Vol.4 (04.07.15) laufen bereits die Gespräche mit verschiedenen interessierten Bands. Also ich habe derzeit einen gesunden Planungshorizont von bis zu 6 Monaten. Grundsätzlich möchte ich diese Reihe zu einem festen Bestandteil in der lokalen Szene machen. Die Leute sollen sich darauf verlassen können, dass wir ein gutes Programm aufstellen und den Solidaritätsgedanken beibehalten werden. Mein persönlicher Traum ist eine OpenAir-Ausgabe von Metal Hat. Die Örtlichkeiten wären dafür geeignet (sogar eine Bühne bereits vorhanden), allerdings bedarf das doch noch einiger Gespräche und Klärungen.

Ich erkenne derzeit, dass sich einige spannende Bands mit dem Konzept anfreunden können. Es werden auch bald Bands aus entfernteren Teilen der Republik spielen – den „rein lokalen“ Rahmen habe ich längst selbst in Frage gestellt. Dennoch würde ich mich freuen, wenn mir weitere Bands aus der Region Anfragen zu senden. Der Underground ist extrem groß und beheimatet viele qualitativ großartige Truppen, die es verdienen gehört und gesehen zu werden.

Metal Hat wird aber keinen Nährboden bieten, um größenwahnsinnig werden zu können: Es wird auch in Zukunft ein unabhängiges, non-profit Event bleiben, dass auf Bands mit Herzblut setzen wird. Neben einem Fulltime-Job würden sich andere Ideen auch nicht mehr bewältigen lassen.

 

UG: Fabian, vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Fabian Sehr gerne !!!

 

 

Wer nun mehr über METAL HAT und die einzelnen Konzerte erfahren möchte, der Klicke auf die hier genannten links :

METAL HAT - DIE HEIMAT DES STAHLS

METAL HAT VOL.2 am 21.03.2015

METAL HAT VOL.3 am 30.05.2015

Wir bleiben für Euch am Ball und halten Euch regelmäßig auf dem Laufenden!


Das Interview führte fiolkman für Undergrounded mit Fabian.

Gelesen 3746 mal Letzte Änderung am Freitag, 13 März 2015 15:01

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