Donnerstag, 05 Februar 2015 23:18

Captain Crimson - Ageless Time

geschrieben von Metalwolf
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Ageless Time Ageless Time Captain Crimson

Hier ist es also, das zweite Album der schwedischen Blues-Rock Band Captain Crimson. Das Debut „Dancing Madly Backwards“ erschien 2012 und seither blieb die Band ihrem Retro-Stoner-Rock der 60er und 70er Jahre treu. Und was erwartet einen auf der Platte? Um es vorweg zu nehmen: Absolut nichts Neues.

Die Band klingt ein bisschen wie eine Mischung aus Great White, Graveyard und Orchid, die Kompositionen selbst klingen aber nach einem vertonten Aufenthalt im LSD-Labor – leicht zugänglich, voller Enthusiasmus vorgetragen und trotzdem zieht es einen (zumindest in drogenfreiem Zustand wohl) nicht mit. Die Songs sind psychedelisch und dazu passt auch der Sänger, bei dem weniger das Transportieren von Aussagen, als vielmehr das Erschaffen von Klangfarben Mittels der Stimme im Vordergrund steht. Würde man es mit einem Film vergleichen, dann wäre es etwa so, als würde man Guy Ritchie damit beauftragen für eine Folge der Lindenstraße die Regie zu übernehmen – da käme eine ähnliche Mischung aus biederem Retro-Charme gepaart mit modernen Elementen, die sich einfach nicht einfügen wollen.


Man merkt recht schnell dass ich mich mit diesem Album schwer tue. Die Produktion ist gut, die Musiker nicht schlecht, ich höre auch selbst einige Rock-Sachen (z.B. Tyketto, Gary Moore, ...) und trotzdem bekomme ich zu diesem Album trotz mehrmaligen Hören einfach keinen Zugang. Der Sänger liegt mir überhaupt nicht und die Songs sind für meinen Geschmack einfach zu vorhersehbar. Sie sind nicht wirklich schlecht, im Titel heißt es auch „Retro Blues Rock“ und das ist auch eine perfekte Definition für den Inhalt. Klar, es ist nicht immer gewollt neu und innovativ zu sein und bevor man das Rad neu erfindet ist es auch legitim sich an Bewährtem zu orientieren - aber hier zündet kein Titel wirklich, man hat immer das Gefühl alles schon mal gehört zu haben. Retro sein zu wollen bedeutet halt nicht, sich nicht trotzdem um etwas Originalität zu bemühen.


Zudem ist einiges ist auch recht frech abgekupfert - beim Intro von „Silence“ hat man sich z.B. sehr stark von Gary Moores „Still Got The Blues“ inspirieren lassen. Im direkten Vergleich mit anderen Bands, die sich auf diesem Musikfeld bewegen, wie z.B. den Blues Pills fällt auf, dass diese es schaffen, den Hörer mit abwechslungsreichen Songs zu unterhalten, auch wenn sie ebenfalls in erster Linie auf altbewährtes setzen. „Silence“ gehört zu den abwechslungsreichsten Songs auf dem Album, beginnt langsam und dennoch kraftvoll, fährt die Instrumentierung dann erst mal zurück um danach dann wieder mit mit verzerrten Gitarren einzusetzen und ein tolles Gitarrensolo leitet dann das Ende des Songs ein. Für Nicht-Blues-Rock-Fans ist das mit Sicherheit das geeignetste Lied. „Ageless Time“ ist ein schnellerer Song, der den Einsatz des Gesangs als Instrument in der ersten Hälfte und psychedelische Lead-Gitarre im zweiten Teil zu bieten hat und somit in einem Lied die für das Album typischen Elemente in einem Lied vereint.


Tracklist:

01. Rubicon

02. A Trip Beyond The Universe

03. Golden Hills

04. Silence

05. Ageless Time

06. Deep Blue

07. Demons Night

08. Maze Of No Trust

09. Mr. Hollow Green


Bewertung
4 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Captain Crimson
  • Album Titel: Ageless Time
  • Erscheinungsdatum: 30.01.2015
  • Fazit: Wer BluesRock-Fan und Bands wie „Blues Pills“, „Graveyard“, „Jethro Tull“ oder auch der „Rolling Stones“ ist, sollte ein Ohr riskieren – für alle anderen gibt es sicherlich interessantere Neuerscheinungen auf dem Gebiet.
Gelesen 2834 mal Letzte Änderung am Freitag, 06 Februar 2015 10:26

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A Trip Beyond The Universe Captain Crimson

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