Montag, 03 November 2014 12:15

Yugal - Enter The Madness

geschrieben von Ghostwriter
Artikel bewerten
(6 Stimmen)
Enter The Madness Enter The Madness Yugal

„Wenn man einen stolzen Wallach von hinten anguckt, sieht man halt trotzdem erstmal Arsch.“ Mit diesen weisen Worten meines Urgroßvaters (der zum Schluss auch nicht mehr wirklich viel wusste), rutscht mir die Death/Thrash/Core Granate „Enter The Madness“ vom Franzosen-Fünfer Yugal in den Player.

Wir betteln zwar regelmäßig alle uns bekannten Instanzen an uns doch BITTE kein Core oder dessen Chimären zu schicken, allerdings verhallen diese Gebete (wie im realen Leben) ungehört und so reviewen wir halt ab und zu auch etwas moderneren Deaththrash, der sehr, sagen wirs mal generös - „groovig“, daherkommt. Da ich wiedermal das kürzeste Streichholz gezogen habe, quäle ich mich durch die fünf Songs der EP und finde sie vor dem Einlegen in den Player garnicht sooo arg mies. Das könnte vielleicht daran liegen, dass bei eingehender Vor-Recherche keiner der Jungs in einem Live-Video der Band eine Baseballkäppi rückwärts trägt oder in abgeschnittenen Baggypants durch die Gegend hüpft, als wäre Satan persönlich hinter den Erdnüssen her. Das gibt definitiv schon mal Bonuspunkte und das wie gesagt noch bevor der erste Song gehört wurde.


„Mindless Fool“, der erste Song der EP, entpuppt sich lyrisches Juwel „Visions of the sun makes me high, without clouds, sheep doesn’t fly“ und jo… wäre er etwas gesellschaftskritischer wie z.B. „The rich tax the sky, without weed, the pigs don’t cry“, könnte man soundtechnisch fast schon ein frühes bzw. spätes oder zumindest mittelaltes Werk von Ektomorf erkennen. Oder Pro Pain… oder Soulfly nachdem es für Sepultura nicht mehr gereicht hat. Aber um eine weitere Textzeile zu zitieren „You have to be realistic“ ist der Song ganz ordentlich. Klar, Sänger GuiGui bräst schwer monoton daher und auch der Bass, in einhelliger Breakcorekombo mit den Gitarren, hat wohl auf dem gesamten Album eine Hauptrolle übernommen, aber das ist nun mal Core.


Track zwei hat einen recht netten orientalischen Touch und beginnt, läuft und endet mit demselben Riff (wen wunderts), wobei die Gitarren diesmal durchaus etwas mehr Raum bekommen haben. Das Düdelsolo in der Mitte wäre noch besser, wenn man den Bassisten mal für eine Sekunde aus dem Raum geschickt hätte, aber man will ja niemand der Zielgruppe vergrätzen, vom Bassist ganz zu schweigen, da dieser ja super wichtig für die gesamte Produk… hihihi okay, da musste ich grad selber ein bisschen lachen. Aber Spaß beiseite, jetzt ist auch mal das Growlen mehrstimmig und erinnert wiederrum stark an alle Standardproduktionen des Genres.


Wer nicht weiß wie der dritte Track heißt, bekommt es direkt vom Chorus gesteckt, nämlich „Enter The Madness“. Langsam fängt die CD an nicht nur langweilig, sondern ordentlich nervig zu werden, denn wieder regiert die Monotonie. Breaks, Bass, eintönige Growls und schwer vermisste Riffs die etwas Abwechslung hätten bringen können. Der kurze Gitarreneinsatz zur Mitte (der Bassist war jetzt wohl tatsächlich eben Kippen holen), zeigt zumindest dass man könnte, wenn man gewollt hätte.


Song Nr. 4 erinnert mich im Intro kurz an Rob Zombie, allerdings ohne dann gut zu werden. Zugegeben, „Psychotic“ ist aus meiner Sicht noch der beste und energetischste Track der EP und verliert er sich doch ausnahmsweise nicht nach der ersten Minuten in Eintönigkeit und sogar der Chorus kennt auf einmal den Begriff Tonleiter, während GuiGui leider trotzdem immer noch nicht aus dem Quark kommt.


Fearless Pride, fünftes und letztes Stück ist ein Mix aus den anderen vier…. Füllwort, Core, Sound, Bla, Gesang… liest überhaupt noch jemand mit?


Alles in Allem hat mir die CD keinen Spaß gemacht, weil naja, Core eben - Eintönig, repetitiv und dumpf regiert und ist absolut nicht meins. Wer allerdings Core auf Deathcore oder Thrashcore oder CoreCore steht, dem sei diese CD wärmstens empfohlen – Da sie doch zumindest gut produziert und eingängig daherkommt und man wohl wunderbar seine wütenden kleine Fäuste in bester Windmühlenmanier beim Violentdancing durch die Meute pflügen lassen kann.


Over and Out - Ps. SCHICKT UNS KEINEN CORE MEHR!!!

 

Tracklist:

 

1. Mindless Fool

2. Free Jail

3. Enter The Madness

4.Psychotic

5. Fearless Pride

Bewertung

Ein paar von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Yugal
  • Album Titel: Enter The Madness
  • Erscheinungsdatum: 22.04.2014
  • Fazit: Wer auf Core, Deathcore oder Thrashcore oder CoreCore steht, dem sei diese CD wärmstens empfohlen – Da sie doch zumindest gut produziert und eingängig daherkommt und man wohl wunderbar seine wütenden kleine Fäuste in bester Windmühlenmanier beim Violentdancing durch die Meute pflügen lassen kann.
Gelesen 1420 mal Letzte Änderung am Montag, 03 November 2014 12:17

Medien

Enter The Madness Yugal

 Undergrounded 2017 -  ImpressumDatenschutzerklärung