Freitag, 22 August 2014 10:09

Unter dem Radar: Nitrogods (Hard Rock’n’Roll)

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Nitrogods (Logo) Nitrogods (Logo) Nitrogods

Seit dem Jahr 2010 spielen die Nitrogods unter diesem Namen. Dahinter verbergen sich jedoch altgediente Haudegen, die bereits mit Bands wie Thunderhead, Sinner und Primal Fear die Bühnen gerockt haben.

So schlossen sich Oimel Larcher, Henny Wolter und Klaus Sperling zusammen, um unter dem musikalischen Einfluss von The Clash und dem inspirierenden Einfluss von Tullamore Dew Musik zu schreiben, welche die Band selber als „odd sounding psychobilly meets metal stuff with a heavy dose of blues" beschreibt.

 

Wichtig ist den Nitrogöttern für ihren Sound, sich von dem Klang der meisten modernen Produktionen abzuheben und guten, handgemachten Rock'n'Roll-Sound zu zelebrieren. Die Band sagt selber: „Using all the modern technology and correcting every little mistake takes away from the edge and roughness that makes Rock´n Roll what it is."

 


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Aktuelle Besetzung

Henny Wolter (Gitarre, Vocals)

Oimel Larcher (Bass, Vocals)

Henny Sperling (Drums)

 

Diskographie

Nitrogods (2012)

 

Review zu "Nitrogods"



nitrogods albumcover 260x260

 


Zu schade, dass es bisher nur dieses eine Album der Band gibt, aber so fiel mir die Auswahl nicht so schwer. Oft liest man in Reviews, die Nitrogods seien die deutsche Antwort auf Motörhead. Und nun ja, eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich in der Tat nicht verleugnen. Lemmy wird gerne mit der Aussage zitiert: „We are Motörhead and we play Rock'n'Roll." Wer allerdings hören will, wie „No Bullshit Rok'n'Roll" wirklich funktioniert, dem seien die Nitrogods wärmstens empfohlen.

 

Schon der erste Titel des 13 Stücke umfassenden Albums „Black Car Driving Man" lässt nichts zu wünschen übrig. Rau, räudig, schrammelig rockt sich der Opener direkt in die Gehörgänge und animiert zum Fußwippen und Kopfnicken. Dort in der Gehörgängen würde es sich der Song sich wohl länger gemütlich machen, würden die Nitrogods nicht mit „Demolition Inc." gleich die nächste Rockgranate zünden.

 

Etwas gemächlicher und durchdrungen vom Blues ist Lied Nr. 3: „At least I'm drunk". Ein Stück, das augenzwinkernd vom letzten Wunsch eines Whisky-Trinkers erzählt: „go get some Whisky, pour a bottle on my grave, so you can tell at least I'm drunk in hell". Whisky ist sowieso ein wiederkehrendes Thema in den Songs der Nitrogods. Ob das der whisky-geschwängerten Songwritingphase oder einer generellen Vorliebe der Band für diese Destillate geschuldet ist, soll hier offen bleiben. So wird im Song „Whisky Wonderland", bei dem Übrigens Dan McCafferty (Nazareth) einen Teil der Vocals beisteuert, auch wieder augenzwinkernd eine Rauschtat unter Whiskyeinfluss besungen.

 

Eine tanzbare Hochgeschwindigkeitsnummer ist Track 4 „Gasoline", den man am besten in einem benzinverschlingenden amerikanischen Musclecar hören sollte. Dazu passend gleich noch Track 6 „Licence to play loud" hinterher.

 

Schon eingangs habe ich geschrieben, dass die Band ehrliche, handgemachte Musik spielt. Davon konnte ich mich auch gerade bei einem Konzert überzeugen. „Lipsynch Stars" (Track 7) ist als Ansage gegenüber alldenjenigen zu verstehen, die auf der Bühne mit Playback hantieren, anstatt Musik zu machen. So haben bei der Livedarbietung dieses Songs auch Drummer Klaus und Gitarrist Henny zusammen improvisiert. Henny an der Gitarre und Klaus mit Drumstick auf Bierflasche. Geil.

 

Wieder eine bluesige Nummer ist „The Devil dealt the deck", gefolgt von dem herrlichen „Rifle down", welches davon erzählt, wie es ist gefährliche Frauen kennenzulernen....

 

Bei den nächsten beiden Songs auf der Platte wird das Gaspedal wieder durchgetreten. „Riptide" und „Wasted in Berlin" (letzteres mit einem Solo von Motörhead-Gitarrist Fast Eddie Clarke) gehen direkt von Ohr ins Blut und in die Beine. Etwas melancholisch melodiös lässt das hartrockende Trio das Album ausklingen während es zu Fahrt auf dem „Zombie Train" einlädt.

 

Für Oktober 2014 hat die Band den Release ihres 2. Albums angekündigt und schon jetzt zucken mir die Füße in Vorfreude darauf.

 

Tracklist:

1. Black Car Driving Man

2. Demolition Inc.

3. At Least I'm Drunk

4. Gasoline

5. Whiskey Wonderland

6. Licence To Play Loud

7. Lipsynch Stars

8. The Devil Delt The Deck

9. Rifle Down

10. Riptide

11. Wasted In Berlin

12. Zombietrain

Weitere Informationen

  • Band: Nitrogods
  • Album Titel: Nitrogods
  • Erscheinungsdatum: 2012
  • Fazit: Pflichtkauf für alle Fans guter, hand- und herzgemachter Rockmusik und dreckigem Rock'n'Roll. Zwar fallen mir viele Situationen ein, in den ich Nitrogods hören möchte, aber am geilsten sind sie beim Autofahren, wenn ich mit den Händen den Takt auf dem Lenkrad mittrommele.
Gelesen 3193 mal Letzte Änderung am Samstag, 23 August 2014 10:21
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