Freitag, 13 Dezember 2013 11:31

GEMA einigt sich BMVA - neue Tarife für Veranstaltungen ab Januar 2014

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Nun ist es passiert. Leise, fast heimlich haben sich die GEMA und der Bundesverband der Musikveranstalter (BMVA) auf eine Neuordnung der Tarife für Veranstaltungen mit Live und Konservenmusik geeignet. Nach dem Säbelrasseln und dem Volksaufstand, der 2012 nach der einseitigen Tariferhöhung durch die GEMA durch das Land ging, scheinen nun alle Beteiliogten ganz zufrieden zu sein.

Die GEMA konnte ihre Ideen der "Tariflinearisierung" und der Reduzieung der Anzahl der Tarife (vormals 11) realisieren und der BMVA konnte die Erhöhungen auf ein nach eigenen Aussagen "moderates Maß" begrenzen. Der BMVA vertritt natürlich nicht alle Musiknutzer, aber wegen des Prinzips der Tarifgerechtigkeit gilt diese Einigung fortan für alle. Die jetzt vorliegende Einigung wurde auf Basis des Einigungsvorschlags der Schiedsstelle des DPMA erarbeitet. 

 

Wo vorher 11 verschiedene Tarife für Verwirrung sorgten, soll es nun noch vier geben: Einzelveranstaltungen mit Livemusik (U-V) oder Tonträgerwiedergabe (M-V) und Musiknutzung im Bereich von Musikkneipen (M-CD II 1) oder Clubs und Diskotheken (M-CD II 2). Folgendes sehen die neuen Tarife vor:

 

Tarif für Musiknutzung in Einzelveranstaltungen (Tarife M-V und U-V):

- Die linear ausgerichtete Vergütung berechnet sich auf Basis der Veranstaltungsfläche (in Schritten zu jeweils 100 qm) und dem Eintrittsgeld (in Schritten zu jeweils 1,00 EUR).

- Diese Tarifstruktur entlastet insbes. kleinere und mittlere Veranstaltungsformate und kommt so einer Vielzahl von Veranstaltungen bürgerschaftlichen Engagements zugute.

- Einführungsnachlass: Tariferhöhungen, die bei größeren, kommerziell ausgerichteten Veranstaltungen auftreten, werden durch Nachlässe schrittweise über 5 Jahre bis zum 31.12.2018 eingeführt.

 

Tarif für Musiknutzung in Musikkneipen (Tarif M–CD II 1): 

- Der Empfehlung der Schiedsstelle folgend, gelten die neu vereinbarten Vergütungen, in Abgrenzung zu Clubs und Diskotheken, für Veranstaltungen mit intensiver Musiknutzung, die über die reine Hintergrundmusikwiedergabe hinaus gehen, ohne Tanz und ohne Eintritt.

- Einführungsnachlass: Tariferhöhungen werden durch Nachlässe schrittweise über einen Zeitraum von 8 Jahren bis 31.12.2021 eingeführt.

 

Tarif für Musiknutzung in Diskotheken und Clubs (Tarif M–CD II 2):

- Die linear ausgerichtete Vergütung berechnet sich auf Basis der Veranstaltungsfläche (in Schritten von jeweils 100 qm) und dem Eintrittsgeld (in Schritten zu jeweils 2,00 EUR).

- Einführungsnachlass: Tariferhöhungen werden durch Nachlässe schrittweise über 8 Jahre bis zum 31.12.2021 eingeführt.

Durch den Einführungsnachlass erhalten die Veranstalter mehr Planungssicherheit.

Für alle Veranstaltungsformate gilt, dass die pauschal ermittelte Lizenzvergütung 10 % der tatsächlichen Bruttokartenumsätze aus den Eintrittsgeldern nicht übersteigt.

Wenn ihr genau ermitteln wollt, welche Gebühren für eine Veranstaltung an die GEMA zu zahlen sind, nutzt einfach diese Excel-basierten Tarifrechner für Einzelveranstaltungen oder Kneipen/Clubs.

 

Es bleibt abzuwarten, welche praktischen Auswirkungen diese Änderungen auf die Konzert-Szene, besonders im Untergrund, haben werden. Undergrounded wird das genau im Auge behalten.

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