Donnerstag, 17 Januar 2013 11:09

Otep - Hydra

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Cover Cover Otep

Es ist immer wieder aufs Neue erstaunlich, wie eine Band innerhalb eines Genres oder Landes erfolgreich sein kann, ohne dass man anderswo etwas davon mitbekommt. So geschehen bei Otep aus Los Angeles. In Nu Metal Kreisen gilt die Band um Sängerin Otep Shamaya als Garant für klasse Alben, aber ich persönlich hatte, trotz Tour mit Slipknot, einem Auftritt auf dem Ozzfest und mehrfachen Chart Erfolgen in Übersee, vor der Veröffentlichung ihres neusten Werkes „Hydra“, nie etwas von ihnen gehört.

Als Grundrahmen des Albums nimmt man ein von der Sängerin geschriebenes Buch und setzt dieses konzeptionell und vor allem experimentell um. Schon in „Rising“ nimmt man klassische Violinen und mischt diese auf moderne Art mit elektronischen Beats. Durch Einsatz des düsteren Gesangs und einer Polizeisirene, erzielt man eine herrliche Endzeit Stimmung und somit den perfekten Einstieg in das Album. „Blowtorch Nightlight“ markiert anschließend das erste richtige Highlight. Brachiale Riffs und Industrial Elemente werden von den gnadenlosen Vocals ergänzt und man erhält einen abwechslungsreichen, extremen Metal Song. Diese Unberechenbarkeit setzt man mit „Seduce& Destroy“ fort. Langsame, akkustische Strophen münden hier in rohe, kraftvolle Refrains, wie es im Nu Metal nicht unüblich ist.


Leider kann die Klasse der ersten Songs nicht durchgängig gehalten werden und es existieren lediglich zwei weitere wirkliche Kracher („Hag“ und das genresprengende „Apex Predator“). Ansonsten verwendet man zu oft das Konzept des ersten Songs und spricht ganze Lieder, anstatt sie zu singen. Dies mag einmalig interessant sein, langweilt aber nach ein paar Mal. Man verliert sich zudem gelegentlich in Spielereien und verzichtet beispielsweise dadurch auch ein gesamtes Lied auf richtige Instrumentierung („Hematopia“). Experimentelles Songwriting in allen Ehren, aber auf einem Album sollte wirkliche Songs das Geschehen bestimmen.


Insgesamt ist „Hydra“ ein zweischneidiges Schwert. Wenn Otep richtige Songs wie „Blowtorch Nightlight“ auspacken, dann sind sie wirklich im Top-Bereich angesiedelt. Leider machen sie dies zu selten und verlieren sich in Experimenten, die einmalig originell klingen, aber in diesem Umfang auf einer Platte nicht tragbar sind. Schade!


Tracklist:

1.Rising

2. Blowtorch Nightlight

3. Seduce & Destroy

4. Crush

5. Hematopia

6. Necromantic

7. Quarantine

8. Voyeur

9. Apex Predator

10. Feral Game

11. Livestock

12. Hag

13. Theophagy

 

Bewertung:

6/10

 

Weitere Informationen

  • Band: Otep
  • Album Titel: Hydra
  • Erscheinungsdatum: 22.01.2012
  • Fazit: Vier sehr geile Songs und zu viele Spielereien. Hier wäare sehr viel mehr drin gewesen!
Gelesen 1639 mal Letzte Änderung am Dienstag, 22 Januar 2013 23:19

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