Donnerstag, 17 Dezember 2020 19:15

Swamp Lantern - Phantasms

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Irgendwo in der Versenkung Seattles haben sich unlängst vier junge Männer zu einer obskuren Bande zusammengeschlossen und nennen sich seitdem Swamp Lantern. Was sie unter diesem Namen fabrizieren, findet sich irgendwo zwischen psychedelischem Doom und Sludge-lastigem Black Metal wieder. Also grob zwischen Black Sabbath und Cobalt. Diese irre Mischung verfällt aber keineswegs zur Irrfahrt, ganz im Gegenteil.

Swamp Lantern sind zunächst einmal keine allzu bekannten Musiker, von daher stehen wir hier vor einem noch recht unbeschriebenen Blatt. Die raunenden Gitarren und der ambitionierte Einsatz des Synthesizers zeigen uns aber schon in den ersten zwei Songs, welchen Weg sie mit uns gehen wollen. In „Corpses In The Barn“ scheinen sich die beiden Gitarristen Jonny und Jeff beispielsweise in eine Art Trance zu spielen, aus der sie nur gelegentlich vom Schlagzeug herausgerissen werden.

Allgemein besticht das Album durch den steten Wechsel von langsamen, doomigen Parts und schnelleren Passagen, in denen auch gekeift wird. Anfangs wird auch mit reichlich Klargesang gearbeitet, der Großteil des Albums ist aber instrumental. Seinen Höhepunkt findet „Phantasms“ daher auch mit seinem längsten Titel „Black Garbage Trucks“, in dem trotz seiner 14 Minuten Spielzeit keine Langeweile aufkommt. Allerdings hätten Swamp Lantern damit den Schlusspunkt setzen müssen. Der letzte Titel entspricht zwar dem zweiten Teil seines Namens („Signals From The Witch Cabin“), musikalisch passiert dort aber eigentlich nichts mehr – in knapp acht Minuten. Dennoch bleibt ein sehr runder Eindruck dieser Debütplatte, die hier und da doch überrascht.

Trackliste:

1 Shriveled Pigs Eyes
2 Corpses In The Barn
3 The Meadows Rip
4 They’ve Taken Our Tongues
5 Black Garbage Trucks
6 Neural Pathways Rerouted / Signals From The Witch Cabin

Bewertung:

8,5 / 10

Weitere Informationen

  • Band: Swamp Lantern
  • Album Titel: Phantasms
  • Erscheinungsdatum: 23.08.2020
  • Fazit: Lange Songs, tragende Instrumentalpassagen. Mal klare Gesänge, mal aggressives Schreien. Swamp Lantern haben sich „Variantenreichtum“ auf die Fahne geschrieben und leben dies auf „Phantasms“ voll aus. Ab und an ergeben sich einige Längen, wirklich geschmälert wird der positive Eindruck des Albums dadurch aber nicht. Die nicht ganz so Turbofanatischen unter euch sollten sich diese Scheibe nicht entgehen lassen.
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