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Montag, 09 Juli 2012 14:57

Party.San Open Air 2011 in Schlotheim

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Debüt in Schlotheim. Zum ersten Mal war das Party.San Open Air 2011 auf dem Flugplatz in Schlotheim zu Gast. Noch einmal von Null, es hieß die holde Metal-Gemeinde vom neuen Gelände zu überzeugen.

Wer schon am Donnerstag angereist war, so wie wir von der schwäbischen Delegation, bekam schon die eine oder andere Schwierigkeit zu spüren. Mehr oder weniger heftige Windböen machten den Zeltaufbau zu einer Kunst für sich. Auch die Veranstalter standen vor einem Problem, als eine Reihe von Windstößen die Hauptbühne abgedeckt hat. Um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, und dennoch für musikalische Unterhaltung zu sorgen, traten die „Donnerstag“-Bands im Partyzelt auf.

Auch wenn sich das Zelt nur langsam füllte, gelang Byfrost der Festivalsauftakt mit düsteren Black Metal Klängen.

Hart und knackig ging es weiter mit den beiden Bands Dew-Scented und Aborted, das Tempo wurde angehoben, es kam so langsam richtige Feierstimmung auf.

Als gestandenes Sextett, hatten Negura Bunget so ihre Probleme und schienen die kleine aber feine Zeltbühne zu sprengen. „Wer kann – Der Kann!“ hieß dann wohl das Motto, denn musikalisch waren sie einfach feierbar.

Darkened Nocturn Slaughtercult erfüllten so ziemlich jedes gängige Black Metal Klischee – Corpse Paint, Unmengen an Kunstblut und krachende Instrumente. Leider war das Publikum nicht sehr empfänglich an diesen Abend für etwas Okkultismus.

Decapitated noch einmal Live zu sehen, war eines meiner persönlichen Highlights. Nach dem Gründungsmitglied „Vitek“ bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, war ich gespannt wie sich die Death Metal Kanonen aus Polen schlagen würden. Und man wurde nicht enttäuscht, Decapitated stellten auch an diesem Abend eine Macht für sich dar.

Tryptikon, ist und bleibt wohl eine Band, die die Meinungen durchaus spaltet. Wer die Gegebenheit etwas abschütteln kann, das Frontmann Tom Gabriel Warrior kreativer Kopf von Celtic Frost und Warhammer war, der darf sich auf Meister in ihrem Fach freuen.

Der Freitag wurde zunächst mit einer gehörigen Portion Todesblei von Puteraeon zelebriert.

Was man von der nächsten Band Truppensturm halten sollte, war mir immer noch nicht ganz klar. Wenn man sich so umhörte, teilten diese Meinung wohl etliche Besucher.

Urgehal – oder auch Black Metal auf ganz hohem Niveau! Dass diese Jungs wissen wie man den hiesigen Black Metal Fan begeistert, bewies dieser grandiose Auftritt. Ohne Berührungsängste gab es dann neben frechen Ansagen auch noch ein Autopsy-Cover obendrauf.

Sommer, Sonne und Skelletonwitch. Amerikanischer Thrash direkt von der Bühne aufs Bombenleger-Fressbrett!

Desultory brachten nicht nur ordentlichen Schweden-Death mit, sondern auch einen fetten Gewitterschauer. Spätestens jetzt, offenbarte das neue Gelände seine Vorzüge. Der zum Teil asphaltiere Campingground und Festivalarea, verhinderte ein wiederkehrendes Schlammchaos.

Absu kamen diesmal nur zu dritt auf das Party.San Open Air, aber dafür in gewohnte brillanter Qualität. Dass diese Jungs mit viel Liebe zum Detail unterwegs sind merkte auch das Publikum.

Von schlechtem Sound gebeutelt waren leider Primordial. Eigentlich war nur der Gesang von Frontmann „Naihmass“ zu hören. Schade eigentlich, dabei sind die Iren für ihren Klangvollen Pagan Metal bekannt.

Belphegor, was soll man dazu noch sagen? Der Herr des Dialekts Helmuth war mal wieder am Werk. Es wurde viel gequatscht, viel Show gemacht auch hatte man eine halbnackte Frau im Gepäck während man die Kracher aus 20 Jahren Bandgeschichte zum Besten gibt.

„Black Metal mit orientalischen Einflüssen“ betitelt ein großes Onlineportal die in Jerusalem gegründeten Melechesh. Das machte natürlich neugierig. Die Erwartungen waren groß, bei einer Band, die einen solchen Mix verspricht. Und so legten Melechesh einen der geilsten Auftritte auf dem Party.San Open Air 2011 hin.

Die Sonne senkte sich langsam über Schlotheim, und 1349 lieferte eine dazu passende Black Metal Show ab.

Wenn sich der Altersdurchschnitt drastisch senkt, kann das nur Bedeuten dass Teenie-Idole auf dem Weg sind – Ensiferum. Das fand wohl der ein oder andere Death Metal Fan nicht so prickelnd und es flogen die einen oder anderen Fremdkörper auf die Bühne.

Hopp oder Top hieß es für Morbid Angel. Entweder Industrial-Sound oder dreckiges Death Metal gebolze. Die Formation um Sänger und Bassist David Vincent konnte nicht wirklich überzeugen, wenn man Fan der alten Platten ist. Zwar gab es Klassiker wie „Immortal Rites“ und „Chapel of Ghouls“ aber nicht annähernd so genial wie auf dem Silberling.

Am Samstag wurden die ersten Bands erstmal knallhart verschlafen, da die „After-Show“ Party im Zelt einfach mal wieder herausragend war, und bis in die frühen andauerte.

Dennoch fand man sich rechtzeitig zu Kaffee und Cliteater auf dem Gelände ein, und konnte schon den einen oder anderen Cliff auf seiner Clitarre spielen.

Endgültig weckten aber die Thrasher von Witchburner die Meute auf. Zu Hymen wie „Hexenhammer“ und „Blood of Witches“ flogen auch die letzten unentschlossenen Matten.

Als Panzerchrist nach minutenlangem Intro endlich die Bühne betraten, verdrehte Sänger Magnus den Frauen reihenweise den Kopf. Und nicht nur optisch machten die „Todes-Dänen“ was her, sondern auch musikalisch.

Mit Heidevolk reihte sich wieder eine Pagan Band in das Line-Up des eigentlich so Death- und Black Metal geprägtem Festival ein. Vermutlich lag es daran, dass die Niederländer erstmal recht schüchtern auf der Bühne wirkten. Aber nach einer kurzen Anlaufphase ging die Party, auf beiden Seiten der Bühne, ordentlich ab.

Rohen Death Metal wie er sein soll, präsentierten Exhumed. Anstatt die wertvolle Spielzeit mit Ansagen und Intros zu verplempern, wurde ordentlich durch gedonnert.

Nachtmystium wurden schon heiß erwartet, immerhin kommt man nicht oft in den Genuss dieser Band. Leider wurde der Aufritt von der schlechten Soundabmischung überschattet. Was aber dem ungeübten und vor allem betrunken Fan nicht vom feiern abhielt.

Es dämmerte bereits als Hail of Bullets die Bühne betreten. Genau passend für diese sehr spezielle Death Metal Formation. Sänger Martin zog die Zuschauer sofort in den Bann. Untermalt von einer Pyroshow wurde das Publikum in eine musikalische Welt von Krieg und Verwüstung entführt.

Nur eine kleine Verschnaufpause war Schlotheim gegönnt, bevor das Ritual begann. Watain enterten die Bühne. Beindruckende Kulisse, Pyros und ein Oldschool-Set im Gepäck. Diese Jungs sind wahre Meister darin, wenn es darum geht wie man ordentliches Schwarz Metall zelebriert.

Death Metal der ersten Stunde brachten Morgoth mit. Nach einem guten Jahrzehnt Schaffenspause fanden die fünf Männer aus Meschede, endlich wieder zusammen und beglücken seit 2011 wieder die Metalgemeinde. Kein Wunder dass diese Band vor allem von allen Altersgruppen des Festivals gefeiert wurde.

So hieß für die nächste Band Enslaved erstmal mithalten. Zwar war die Show sehenswert und der Sound sehr gut, dennoch hatte mir der nötige Biss gefehlt.

Auch das Party.San Open Air geht irgendwann zu Ende, aber nicht ohne nochmal alles zu geben. Mit der Band At the gates wurde hier alles richtig gemacht. Kaum eine Band hätte sich besser geeignet einen würdigen Festivalabschluss zu präsentieren.

Rückblickend kann man nur sagen, dass das Party.San Open Air nach dem desaströsen Jahr 2010, wieder zum alten Glanz zurückgekehrt ist und Undergounded gerne Gast auf diesem sehr schönen Festival war. Die an sich tolle Organisation macht dieses Festival zu einem Ohren- und Augenschmaus.

Weitere Informationen

  • Band(s): Morbid Angel, At the gates uvm
  • Wann: August 2011
  • Wo: Schlotheim
Gelesen 2633 mal Letzte Änderung am Dienstag, 10 Juli 2012 08:57


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