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Sonntag, 11 März 2012 17:37

Rock Hard Festival 2011

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Ein kleiner Rückblick auf das Rock Hard Festival 2011 vom 10.-12 Juni. Seit 2009 besuche ich dieses wunderschöne Festival in Gelsenkirchen, und immer war uns der Wettergott wohl gesonnen. Nur eben nicht 2011. Das erstaunliche aber war, dass es der guten Stimmung keinen Abbruch getan hat.Die Metaller sind eben unter den Merchandiseständen enger zusammen gerückt wenn sich die Himmelsschleusen mal wieder geöffnet haben. So ist das eben wenn ca. 6000 Menschen eines vereint – die Liebe zum Heavy Metal.

Wir pflegen die Tradition, immer einen Tag vor Beginn des Festivals an zu reisen. Das heisst wir Schwaben haben unsere Zelte bereits am Donnerstag aufgeschlagen. Diesen Tag kann man nutzen um sich mit den Zeltnachbarn und dem Campinggelände vertraut zu machen. Vor allem zweiteres ist extrem wichtig, da die Hecken schon fast an einen Irrgarten grenzen. Man findet immer neue Wege zum Gelände und trifft die unterschiedlichsten Menschen.

Unter strahlendem Sonnenschein spielen pünktlich um 15 Uhr Contradiction auf, und die ersten Metal Fans finden sich im Amphitheater ein und füllen das Gelände. Gespannt wartete man auf die Umbau-Phase von der Doom-Band Procession, schon Tage vor dem Festival hat das Gerücht die Runde gemacht, dass die Band ein schwarzes Segel spannen lassen will, damit die Atmosphäre stimmt. Auch Götz witzelt bei der Band Ansage über diesen verspäteten Aprilscherz. Procession bekommen aber noch ihre Atmosphäre – ein Wolkenbruch durchnässt alles innerhalb von Minuten.

Dass das Wetter wechselhaft bleibt, stellt sich schon recht früh heraus. Gerade bei den Todesmetallern Postmortem, schaut die Sonne wieder hervor. In gekonnter oldschool Manier werden Klassiker wie Destruktion geschmettert, und das mit viel Spaß auf der Bühne.

Mit Primordial, kommt dann eine Band auf die Bühne, die von vielen sehnsüchtig erwartet wurde. Die irische Black Metal Band hat schnell die Sympathien der Zuschauer auf ihrer Seite. Für mich aber die Gelegenheit noch, schnell, Nachschub an kühlem Gerstensaft zu besorgen, bevor er mit Enslaved weitergeht. Wer auf Wikinger steht ist hier, der ist mit den quirligen Norwegern sichtlich gut bedient.

Es wird bereits dunkel, als ich gespannt auf die Bühne starre. Zum ersten mal werde ich Tryptikon Live sehen. Was wird mir Tom Gabriel, der schon Bands wie Celtic Frost und Hellhammer Kultstatus verliehen hat, präsentieren. Unter Jubelrufen, betreten Tryptikon schließlich, die düster dekorierte Bühne. Leider muss ich sagen, dass mir diese Band zu hoch gelobt wurde. Vor allem wenn jeder, den man fragt diese Band mit Celtic Frost vergleicht. Noch bevor der letzte Ton gespielt wird, verlasse ich das Gelände - Flucht vor dem Regen.

Da man am Samstag auch vergebens auf die, gewohnte brütend heiße Sonne wartet, nutzen einige Langschläfer sich von der vergangenen Partynacht zu erholen – So auch ich. Es ist Zeit für In Solitude, die schon im Vorfeld hochgelobte Band, wurde diesen Ansprüchen wirklich gerecht. Mit einer gekonnten Bühnenshow und ordentlich Heavy Metal wurden die Jungs gefeiert.

Trotz anfänglicher Soundprobleme brachten Disbelief die Festivalbesucher ordentlich zum headbangen. Auch wenn Epica vom Musikstil nicht wirklich aufs Rock Hard Festival passen, so fanden sich doch sehr viele Zuschauer ein, um die Band rund um Simone Simones zu feiern. Zum dritten mal entern Bullet die Rock Hard Bühne in Gelsenkirchen. Mit viel Gepose, Nieten und Attitüde, überzeugt diese Band gekonnt die anwesenden Heavy Metal Fans.

Die Todesmetaller von Morgoth, zählen zu den Geheimtipps. Viele werden sich wohl fragen, ob die Reunion geglückt ist. Und das ist sie. Zwar brauchen Morgoth ein paar Songs bis sie und die Meute vor der Bühne warm werden, aber dann geht es knüppel hart voran. Auch der Regen, kann dieser gewaltigen Party nichts anhaben. Da ich den Auftritt von Amorphis genutzt habe um mich wettertauglich um zu ziehen, habe ich mir sagen lassen, dass die Band einen gewohnt guten Auftritt hingelegt haben. Nach dem ich mich zurück ins Amphitheater gekämpft habe, höre ich schon die Sprechchöre die nach einem „Matt Barlow“ verlangen. Als dann noch Götz in einer sehr emotionalen Matt Barlow ankündigt, der seinen Abschied von Iced Earth bekannt gibt, sieht man die ein oder andere Träne laufen. Wie eine Dampfwalze kamen sie auf die Bühne und knüppelten alles nieder was ihnen in den Weg kam. Vor allem mit Klassikern wie Stormrider, erfreuten Iced Earth die Herzen ihrer Fans. Pünktlich zu „I died forfor you“ begann es wie aus Kübeln zu regnen. Und so spielten Iced Earth ihr emotionales Set und feierten mit den Fans den Abschied von Matt Barlow.

Es ist Sonntag, der letzte Tag des Rock Hard Festivals. Noch ziemlich gerädert gebe ich mich meinen Shoppinggelüsten hin, bis ich bei Metal Inquisitor meine Haarpracht schütteln durfte. Rheinische Frohnatur trifft Heavy Metal – Warum eigentlich nicht?

Da ich schon ziemlich geschlaucht war von den letzten Tagen, und ich mir trotz Regen und Sonnenmilch einen dicken Sonnenbrand eingefangen habe, suchte ich mir ein schattiges Plätzchen auf der Tribune. Von Anacrusis habe ich mir wirklich mehr versprochen oder vielleicht war ich einfach an diesem Sonntag sehr unempfänglich für Progressiv. Dabei ist die Band für mich keine Unbekannte. Jedoch solider Auftritt, der mich aber nicht vom Hocker gerissen hat. Nur aufgrund meines Sitznachbarn, der mir Vicious Rumors als ultra Geheimtipp verkauft hat. Das man mit rumhampeln eine eher mäßige Show zu kompensieren versucht ist ja schon länger bekannt. Um mich herum füllte sich das Areal merklich, Zeit für Overkill. Auch ich suche mir einen Platz vor der Bühne um meine Helden zu feiern. Viele Klassiker im Gepäck so auch der Live selten Gehörte Song „Skullcrusher“. Es gibt nicht viel zu sagen außer – geil! Geil! Geil!

Es folgte ein Jam der Karaoke Gewinner, der mich aber weniger Interessierte. Danach kam der letzte Headliner Down auf die Bühne. Die Jungs um Phil Anselmo bestritten einen würdigen Abschluss.

Fazit: Auch 2011 überraschte mich das Rock Hard Festival wieder positiv. Kein Wunder dass es schon seit etlichen Jahren fest im Kalender steht. Wer auf Heavy Metal abfährt so wie ich, und auf eine durchweg gute Stimmung und nette Leute steht. Der sollte sich auf jedenfall dieses Festival dick im Kalender anmarkern.

Weitere Informationen

  • Wann: 10.06.2011 - 12.06.2011
  • Wo: Gelsenkirchen
Gelesen 1743 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 14 März 2012 08:45


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