Dienstag, 28 Februar 2012 20:38

Summerbreeze 2011 - Dinkelsbühl

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Einen Bericht über das Summerbreeze Festival zu schreiben ist so einfach wie schwierig. Nach gut 10 Besuchen und ebensoviel Jahren und einem gewissen Veteranenstatus verschwimmen die gemachten Erfahrungen in einem Brei von Verzückung und Abscheu, denn wo Licht ist, ist bekanntermaßen auch Schatten. Aber zurück ins Jahr 2011:

Nach leidlicher Erfahrung in 2010, wo Bier, Alkohol und alkoholische Getränke schon nach Stunden ausgegangen und in der Planung offenbar hoffnungslos unterdimensioniert wurden, sollte dies der UG-Community in 2011 nicht mehr passieren. Durch Übernahme der Planung von unserer Fee konnte somit im Vorfeld genügend Reserven für einen Langzeiteinsatz auf dem UG-SB Camp akquiriert und verladen werden. Der Aufmarsch zum SB 2011 an einem blauen Sommermorgen verlief dementsprechend geordnet und diszipliniert, nachdem sich unsere Truppen am vereinbarten Treffpunkt eingefunden hatten. Hierbei offenbarte sich auch der erste angenehme Pluspunkt des inzwischen auf beachtliche Größe gewachsenen SB’s – :Die Einlasssituation. Durch mehrere Schleusen kann man zügig einfahren, nach Glas kontrolliert werden und sich, anders wie die Jahre davor, auf dem kleinen Gelände dahinter etwas besser mit seiner Gruppe treffen. Auch die Ordnersituation hat sich etwas vom Rambogehabe der letzten Jahre entfernt und man konnte diesmal sogar mit den Jungs über kleinere Probleme wie z.B. versprengte Truppenteile reden und auch Verständnis erwarten.


Das einzige Manko hierbei war allerdings, dass unser Führungswagen, der mit Bier beladene 2 Tonnen BMW von General Karsten, direkt an der Schleuse einen Kühlerdefekt hatte und vom Oberkommando bis aufs Festivalgelände geschoben werden musste. Nachdem das Camp aber stand und der Wagen zur Reparatur gebracht wurde, konnte man den ersten Tag des Festivals mit Trockeneis gekühltem Bier unter einem großen Pavilion genießen und sich mit den Nachbarn über die jeweils gespielte Musik unterhalten.


Das Camp wurde hierbei nochmals minimal erweitert, die altbewährte Nummerierung per "Alphabettower" sorgte hierbei für die nötige Orientierung, während die Versorgung mit Frischwasser und die Dusch- bzw. WC Situation für einen kleinen Obulus konstant gehalten werden konnte. Die bekannten kühlen Nächte des Dinkelsbühlers Sommers sorgten dabei für die nötige Abkühlung zur Vorbereitung auf die Hitze der Schlacht auf dem Festivalgelände. Dieses war auch wie in den Jahren davor sehr funktional aufgebaut: Einlassbereich mit direktem Blick auf das große Partyzelt als Stage 3 mit Fressbuden und Notdurftbereichen, einem angeschlossenen große Merchbereich gefolgt von einem großen Areal mit Main und Painstage sowie weiteren Fress- und Pissbuden. Genau wie letztes Jahr wurde zwischen der Main- und Painstage eine große Leinwand aufgebaut um die Sicht auf die Bands zu verbessern und dem großen Publikumsandrang gerecht zu werden.


Traditionell wurde das Festival mit einem wieder gut besuchten Konzert der Illenschwanger Blasmusibuam eröffnet, gefolgt von einigen bekannteren Underground Bands wie Davidian, Arcturon und Shear und einigen Klassikern wie Destruction, Vader und Hell. Alles in allem ein sehr stimmiger Auftakt.


Nach der ersten Nacht im UG-Camp und einem deftigen Frühstück, wurde der Versuch gestartet den einen oder anderen vergessenen Artikel im nahen Dinkelsbühl zu besorgen. Leider offenbarte sich hier eines der größeren Mankos des Festivals, welches sich in all den Jahren kaum verbessert hat: Die Frequenz bzw. Fahrmöglichkeiten mit den öffentlichen Pendelbussen. Diese verkehren zwar regelmäßig, allerdings ist die Kapazität vollkommen ausgelastet und es bilden sich große Menschentrauben um die improvisierten Bushaltestellen. Ob dies System hat um die Kunden auf dem Festival zu halten um selbst Umsatz zu generieren kann ich leider nicht sagen, allerdings besteht hier für 2012 definitiv Nachbesserungsbedarf. Nach kurzer Diskussion entschieden wir uns einen Tag später mit dem Auto nach Dinkelsbühl zu fahren um unsere Einkäufe zu tätigen, wobei die Aus- und Einfahrt vom Festivalgelände angenehm problemlos von statten ging.


Der zweite Tag präsentierte sich Bandtechnisch auch von seiner besten Seite, wobei sich allerdings schon gegen frühen Abend ein Unwetter ankündigte (Inklusive Wetterwarnung der Polizei), was für kleinere Schäden am UG-Camp am nächsten Morgen sorgen sollte. Vorerst wurde aber mit Bands wie Marduk, Kampfar, Arch Enemy oder Aborted Schwermetall der harten Sorte angeboten und dem heraufziehenden Wetterchen die Stirn geboten. Durch einen festen Alkoholschlaf wurde das erwähnte in den Morgenstunden heraufziehende Stürmchen allerdings fast komplett verschlafen und am Morgen bei strahlenden Sonnenschein die kleineren Schäden beseitigt sowie die kunstvoll zerstörten Pavilions der umstehenden Camps bewundert.


Auch am dritten Tag konnte das SB mit einer guten Mischung aus Underground und Mainstream Bands punkten. Besonders favorisiert wurden hierbei selbstverständlich die Jungs von JBO, Bolt Thrower, Turisas, Kataklysm und meine persönlichen Favoriten Hail of Bullets, die fast vollzählig vom UG-Oberkommando begutachtet und bebangt wurden. Nach einer weiteren recht kühlen Nacht und der Vernichtung der letzten Biervorräte, wurde am Samstag dann das Finale eingeläutet. Nach einer erfrischenden Dusche am Morgen und der Erkenntnis, dass es dieses Jahr keine Schlange vor den Kabinen und jede Menge warmes Wasser gab, wurde das Letzte Bandfeuerwerk des SB 2011 abgebrannt. Rotting Christ, Sodom, Monsorrow, Caliban und die Ausnahmeband von den Faröern – Tyr, bildeten einen stimmigen und heftigen Abschluss des Summerbreeze 2011.


Vollkommen erschlagen war der Abbau des UG-Camps am Sonntag, nachdem uns auch schon vorher einige Member verlassen hatten, nur noch Makulatur und der obligatorische Fast-Food-Fress beim hiesigen MC Donalds der krönende Abschluss. Bei ca. 30C° im Schatten wurde die Heimreise angetreten und Vorbereitungen für das nächste Festival getroffen.

Das UG-Fazit:

Solides SB 2011, dass den Vergleich mit anderen Festivals dieser Größenordnung nicht zu scheuen braucht. Bandtechnisch wieder sehr ausgewogen, für den Undergroundmetaller wie auch für den Mainstreambanger alles dabei.

Pro’s:
- Durch jahrelange Erfahrung logistisch sehr durchdachtes Festival
- Ansprechendes Gelände mit sehr guter Infrastruktur (Duschen, Toiletten, Essen)
- Sehr gutes Billing für jede Geschmacksrichtung
- Im Vergleich noch annehmbare Preise für Essen und Duschservice
- Gemischtes Publikum mit hohem Partyfaktor

Cons:

- Relativ hoher Ticketpreis, im Vergleich zu anderen Festivals aber noch annehmbar
- Pendelverkehr Festival – Dinkelsbühl verbesserungswürdig
- Durch die Größe bedingte lange Laufwege zum Festivalgelände
- Beengte Campingsituation für die ersten Besucher, hier fängt der späte Wurm die Mäuse.

Wir sehen uns in 2012!

Weitere Informationen

  • Band(s): Sodom, Tyr, Turisas, Sabaton, Hail of Bullets, JBO, Caliban, Davidian und viele mehr
  • Wann: 17.08.2011
  • Wo: Dinkelsbühl
Gelesen 3770 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 29 Februar 2012 10:59
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