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Sonntag, 05 Februar 2012 20:13

Wacken Open Air 2011

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Einmal im Jahr bricht die Zeit an und eine Riesen Schar an Metalheads macht sich mal wieder auf die Reise in den hohen Norden. Es ist mal wieder soweit: in Wacken öffnen sich die Tore des größten Metal Festivals der Welt. Auch wir haben natürlich diese Gelegenheit wahrgenommen und sind wieder mitten drin im Getümmel.

Wie schon die Jahre zuvor reisten wir schon sonntagnachts an um noch ein paar Tage die Riesen Metal-Fete auf dem Camping-Gelände zu genießen. Pünktlich um 8 Uhr montagmorgens ließen die Securities die ersten Autos auf das Camp auffahren. Auch wir waren gleich vorne mit dabei und hatten so noch ein paar Tage voll extremem Spaß vor uns.

Kommen wir aber zum ersten Festivaltag, den wir mit dem Special Comedy Act Bülent Ceylan begannen. Schnell konnte der Mannheimer Comedian das schon randvolle Infield für sich gewinnen und heimste mit seinen Gags jede Menge Beifall ein. Nach einer halben Stunde voller genialer Lacher gönnten wir uns erst mal den ein oder anderen Cocktail, bevor wir dann mit Helloween den nächsten Programmpunkt mitnahmen. Ein riesiger Kürbiskopf wurde auf der Bühne aufgepumpt und die Mannen um Frontmann Andi Deris enterten die Bühne - aber ich muss sagen die besten Tage der legendären deutschen Power Metal Kapelle sind definitiv Geschichte. Gesanglich kann mich das Ganze einfach nicht voll überzeugen und wie bei vielen anderen Bands kommen die neuen Songs wie “Are you Metal“ oder “Where the Sinners go“ einfach nicht ansatzweiße an die Klassiker wie “Future World“, “I want Out“ oder “Dr. Stein“ der Band heran. Als Nächstes machte Blind Guardian die Black Stage unsicher. “Nightfall“, “Valhalla“ oder “Mirror Mirror“ brachten die Menge zum kochen und die Truppe um Hansi Kürsch konnte auf ganzer Linie punkten. Man konnte ihnen auch förmlich ansehe, dass sie viel Freude am performen hatten und alles gaben um die vielen tausend Metalheads glücklich zu machen. Nun war es an der Zeit für den Madman die Truestage zu betreten. Ozzy Osbourne gab sich zum ersten Mal in der Festivalgeschichte die Ehre, auf dem Wacken Open Air aufzutreten. Mit Neugitarrist Gus G wurden nur Klassiker zum Besten gegeben, keine neuen Songs! Eigentlich gut bei so vielen genialen Klassikern. Allerdings war die Show um einiges schwächer als beispielsweise in Oberhausen im selben Jahr. Ozzy hat halt des öfteren seine schwächeren Tage, da kann wohl jeder Metalhead ein Lied davon singen.

Der nächste Tag ging etwas heftiger los. Mit Death Metal zum Mittagessen von Morbid Angel, wurde der Kater vom Vortag rausgerüttelt. Im Anschluss gings zu den Ruhr Thrashern von Sodom. Tom Angelripper und Bernemann stellten der Menge ihren neuen Drummer Makka vor und prügelten haufenweise geile Songs aller Schaffensphasen ihrer Bandgeschichte, sowie einige neue Tracks der aktuellsten Scheibe „In War and Pieces“ heraus. Unter anderem fand man in der grandiosen Setlist “Agent Orange“, “Remember the Fallen“, “M-16“ und ein Medley bestehend aus “Stalinorgel, “Bombenhagel“ und dem neuen Song “Knarrenheinz“. Danach zog es uns ins Zelt, wo wir den Schluss des Gigs von Khold noch verfolgten, die einen sehr guten Eindruck hinterließen. Der eigentliche Grund für den Bühnenwechsel war aber Panzer Metal Made in Germany. Negator bretterten los und es gab kein Halten mehr. “Science of Nihil“, “Panzer Metal“ und “Feuersturm“ spiegeln einen Teil der kurzen, aber knackigen Songliste wider. Ein gelungener Auftritt bei dem Negator sicherlich den ein oder anderen neuen Fan gewinnen konnten. Dann war erst mal Pause angesagt, bis die Metal-Gods von Judas Priest zu einer überwältigenden Show auf der True Stage luden. Ein ganzes Arsenal ihrer größten Hits hatten die Legenden um Frontmann Rob Halford im Gepäck. So begeisterten sie die Menge unter anderem mit “Metal Gods“, “Judas Rising“, “Night Crawler“, “The Sentinel“, “Breaking the Law“, “Painkiller“ und als Zugaben noch “Electric Eye“ mit dem vorangehenden Intro “The Hellion“, “Hell bent for Leather“ und “You’ve got another Thing coming“. Als die Zuschauer dann noch immer nicht genug hatten schmetterten Judas Priest noch den Klassiker “Living after Midnight“ fast schon gespenstisch genau zur Mitternachtsstunde. Ein Hammer Konzerttag ging zu Ende und auch auf dem Campground wurde noch bei dem ein oder anderen Bierchen über den weltklasse Auftritt von Priest geschwärmt!

Am letzten Tag ging es für uns mit den Franco-Kanadiern von Kataklysm los. Eine zehn Song starke Setlist wurde uns zum Frühstück am späten Vormittag geliefert. Wer sagt schon nein zu Songs wie „In Shadow & Dust“, „Illuminati“ oder auch „Crippeld & Broken“.

Danach lud uns das Zelt zu schwarz metallischen Klängen zu den Österreichern von Hellsaw. Auch sie zeigten eine herausragende Show auf dem Wacken Open Air und konnten auf voller Länge überzeugen. Während einer kleinen Verschnaufpause auf dem Metalmarkt konnten dann an den zahlreichen Ständen und im großen Metalmarkt-Zelt, das ein oder andere Schnäppchen gemacht werden. Dann war es zeit für Mayhem auf der Blackstage die Massen zu begeistern. Wer allerdings einen mit Show-Einlagen, Blut und sonstigem typischen Elementen gespickten Auftritt erwartete, wurde bitter enttäuscht. Stattdessen machten die Norweger eine puristische, nur auf die Musik bezogene Show. Trotzdem war der Gig für mich persönlich ein gelungenes Spektakel. Purer, roher Black Metal made in Norway in seiner reinsten Form. Ohne Schnörkel und Verzierungen. “Cursed in Eternity“, “Freezing Moon”, ”Carnage”, ”De Mysteriis dom Sathanas” und “Pure Fucking Armageddon” waren meiner Meinung nach die Höhepunkte in der Setlist.

Gleich darauf folgten dann Iced Earth, die ich hier das letzte mal mit Sänger Matthew Barlow erleben durfte. Ein würdiger Abschluss für mich, denn er bestritt eine wirklich ausgezeichnete Show mit allen anderen Bandmitgliedern zusammen. Als abschließende Danksagung ließ es sich Gitarrist und Mastermind Jon Schaffer nicht nehmen nochmals die vielen schönen Jahre zu würdigen, die er mit Barlow als Sänger verbrachte. Als Zugabe gaben sie dann noch zusammen den betitelnden Song “Iced Earth“ zum Besten und verabschiedeten sich so von der Bühne.

Vreid konnten anschließend auf der Partystage ihr Können unter Beweis stellen. Schon 2009 war ich total fasziniert von der Band, die aus den ehemaligen Fragmenten der Band Windir neu formationiert wurde. Und wieder machten die Norweger einen bestechend guten Auftritt. Ein schöner Mix aus allen 3 Alben, die bis dato aus der Feder der Band entsprungen sind, verschaffte Vreid ordentlich Beifall Und mit dem letzten Song “Pitch Black“ machten sie den Gig voll perfekt!

Fast schon routiniert gingen im Verlauf des Abends dann noch Kreator und Motörhead ans Werk. Was soll ich zu diesen zwei Bands noch groß sagen. Ich habe noch nie eine Show von beiden Bands erlebt, die mich in irgend einer Weiße enttäuscht hätte, gewohnt stark und mit viel Spielfreude lassen es beide Bands krachen und zünden ein Feuerwerk an Hits, die jedem bekannt sein müssten. Als letzte Band für uns trat dann noch Children of Bodom aus dem Schatten. Auch sie spielten Allerlei aus sämtlichen Alben ihrer Schaffensphase. Als alte Hasen in Sachen Wacken wussten die Jungs von COB natürlich, wie sie die Menge trotz strömenden Regens zum brodeln bringen. Schließlich sind die Finnen ja mit der Veranstaltung nahezu zu heutiger Größe herangewachsen. Schon zahlreiche Auftritte auf dem Megafestival können sie mittlerweile auf ihrem Konto verbuchen. Auch diesmal war es wieder ein wahrhaftes Vergnügen Alexi Laiho mit seinen Bodom Beach Terroristen Live zu erleben.

So neigt sich auch dieses Jahr wieder das Wacken Open Air seinem Ende. Aber natürlich lässt das nächste Jahr nicht lange auf sich Warten und so heißt es auch für uns… “Nach Wacken ist vor Wacken!“

Gelesen 2343 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Februar 2012 17:50


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