Interview - Korpus

Support the Underground! Getreu diesem Motto lassen wir von UG natürlich nicht nur Szenegrößen im Interview zu Wort kommen, sondern geben auch aufstrebenden Bands die Möglichkeit, sich und ihre Musik zu präsentieren. Heute: Korpus aus Dresden!

 UG: Was wollt ihr mit eurer Musik aussagen bzw. welche Message rüber bringen?

Korpus: Unsere Musik handelt von Vergänglichkeit, Zeit, Selbstreflexion und Identitätsverlust. Der Mensch als biologisches Wesen ist vergänglich und ersetzbar. Was uns emporhebt ist das Streben nach Taten, welche unser Dasein auf Erden überdauern. Es geht um die Suche nach der Ewigkeit, die sich durch alle Epochen der Menschheitsgeschichte zieht.


UG: Seit wann gibt es euch?

Korpus:Gegründet haben wir uns im Winter 2007. Im Frühjar 2008 fanden die ersten, noch kleinen Konzerte statt.


UG: Wie ist diese Richtung entstanden?

Korpus: Unser Sound ist ein Konstrukt verschiedener Genres und soll doch als eigenständig verstanden werden. Wir spielen modernen Death-Metal mit vielen melodischen Parts, gehörigem Groove und einigen Experimenten. Dabei lassen wir unseren Kompositionen viel Raum sich zu entfalten. Der Gesang ist komplett in Deutsch gehalten und variiert zwischen Growls,-Shouts und cleanen Gesangseinlagen. Wir wollten etwas Neues schaffen, ohne uns irgendwelchen Trends anzubiedern. Dieser Stil repräsentiert uns zu 100% und drückt musikalisch genau das aus, was in den Texten zu Grunde liegt.


UG: Wie habt ihr euch gefunden ?

Korpus: Wir sind größtenteils seit unserer Schulzeit miteinander bekannt und haben uns gegenseitig musikalisch geprägt, was dann in Korpus eine Umsetzung fand. Unsere heutige Besetzung besteht aus Gastel (Gitarre + Gesang) welcher zusam­men mit mir Gründungsmitglied ist, Costen (Schlagzeug), Flo (Bass) und Mag (Gitarre). Ich selbst (SanZ) bin für Texte und Gesang verantwortlich.


UG:  Der Name … gibt’s dazu eine Geschichte?

Korpus:Der Name ist auf die Message der Texte zurückzuführen. Der Korpus („Körper“) ist die fleischliche Hülle des Menschen, ein Konstrukt was im Laufe der Zeit zu zerfallen droht und dir täglich vor Augen führt, das Alles ein Ende haben wird.


UG: Vorbilder?

Korpus: Die gibt es freilich! Vor allem unsere Familien sind es, die uns durch ihre Unterstützung und ständige Fürsorge ein Vorbild sind. Von Musikern lassen wir uns gern inspirieren, aber Vorbildern eifern wir nicht nach um die Eigenständigkeit unserer Musik zu bewahren.


UG: Wie entstehen die Ideen zu den Songs?

Korpus: Oftmals ganz klassisch beim Jammen im Proberaum. Verschiedene Riffs und Ideen ergeben ein Gefühl, was ich dann versuche in Wörter zu fassen. Manchmal läuft es aber auch umgekehrt und wir vertonen Niedergeschriebenes. Es ist ein interessanter, inspirierender Prozess die musikalische Untermalung für Gedanken und Gefühle zu entwickeln.


UG: Wie viel Zeit investiert ihr durchschnittlich pro Woche in die Band z.B. für Proben etc.?

 Korpus: Promotion und Website-Pflege wird beinahe jeden Tag betrieben. Zum Proben treffen wir uns so oft es die Zeit ermöglicht.


UG: Wie würdet ihr bis jetzt euren Erfolgsweg einschätzen? Auf was seid ihr ganz besonders stolz?

Korpus:Wir stehen als Band gerade erst am Anfang und blicken erwartungsvoll in die Zukunft. Höhepunkte bisher waren die Veröffentlichung unserer beiden Alben (Existenz -2011 und Ebenbild - 2013), ein Vertriebsdeal mit Blacksmith Records sowie Shows mit Größen wie Hail of Bullets, Macbeth, De­bauchery, End of Green, Hatesphere, Gorilla Monsoon, usw. ..


UG: Wie sind die Reaktionen des Publikums auf eure Songs(Album) und eure Show?

Korpus:Unterschiedlich: Wir konnten bislang feststellen, dass Konzertgänger, welche eher auf wildes Gemoshe und Action aus sind nicht viel mit uns anfangen können. Dafür ist unsere Musik nicht eingängig und party­tauglich genug. Szene-Veteranen, welche tief in ihrem Morast aus Old-School und Trueness gefangen sind und deren musikalischer Tellerand arg begrenzt ist, empfinden uns zumeist als zu modern und genrefremd - nichts Halbes und nichts Ganzes eben. Allerdings werden wir von offenen, musikalisch breitgefächerten Szenegängern stets mit positiver Resonanz empfangen. Fans, welche unsere Musik verstehen und lieben feiern uns regelmäßig frenetisch ab und geben bei Konzerten Alles. Darüber hinaus ist es jedoch immer wieder eine Freude zu sehen, dass wir polarisieren und durch unseren eigenenwilligen Stil (ob er einem nun passt oder nicht) im Gedächtnis bleiben.


UG: Verbringt ihr in der Freizeit viel Zeit miteinander oder geht ihr eher getrennte Wege?

Korpus: Wir verbringen viel Zeit mit Musik und demnach auch miteinander.


UG: Womit verdient ihr euren Lebensunterhalt?)

Korpus: Die Band besteht aus einem Erzieher, einem Informatiker, einem Physiotherapeuten, einem Mediengestalter und einem Maschinentechnik-Studenten. Von der Musik zu leben ist aber unser aller Traum.


UG: Welche Musik hört ihr privat?

Korpus: Natürlich viel Metal, Hardcore und Co. Aber auch andere Genres sind sehr beliebt, zumal es wichtig ist sich Inspiratio­nen aus allen Genres zu holen. Nur Metal wäre da zu eintönig... So hört Gastel zum Beispiel viel Stoner, Funk und Jazz. Flo liebt Psychadelic- und Prog-Rock, Costen ist Fan von Dubstep und Trip-Hop und ich höre gern auch mal Post-Rock, Shoegazing und Klassik. Naja, nur Mag fällt da ein wenig aus der Reihe... der würde am liebsten den ganzen Tag Slayer hören! :D


UG: Wie sehen eure Familien die Musik?

Korpus: Sie stehen hinter uns, supporten uns und kommen auch gern mal vorbei wenn wir in der Nähe spielen.


UG: Wen würdet Ihr gerne persönlich treffen wollen?

Korpus: Rammstein!

 

UG: Was ist so für die nächste Zeit geplant?

Korpus: Da wir im April unser zweites Album veröffentlichten, sind wir erstmal landesweit auf Achse um die neuen Songs zu promoten. In der zweiten Jahreshälfte werden wir uns an das Komponieren neuer Songs wagen.


UG: Wo finden eure nächsten Auftritte statt?

Korpus: Siehe dazu unsere Homepage (www.korpus-metal.de) bzw. auf Facebook (www.facebook.com/korpusmetal)!


UG: Wie religiös seid ihr? Was haltet ihr von Religionen?

Korpus: Religionen sind die älteste Form der Massenmanipulation. Sie proklamiert die Nichtigkeit des Menschen und führt zu Gleichgültigkeit und Weltverneinung. Außerdem werden durch Religionen Wissenschaft, Fortschritt, Aufklärung und die Freiheit des Individuums behindert. Durch die altertümlichen Dogmen der Kirche entstehen Intoleranz und Verachtung auf beiden Seiten. Wir sind entschlossene Gegner dieser Institution und lehnen den Einfluss der Kirche strikt ab.


UG: Habt ihr noch ein abschließendes Statement abzugeben?

Korpus: Wir danken vielmals für das Interview und hoffen euch baldigst live von unseren Qualitäten überzeugen zu können. Wer nicht solang warten will darf gern auch mal auf unserer Homepage ein Ohr riskieren oder unsere Platte bestellen.

 

Das Interview führten Samir von Undergrounded und SanZ von Korpus

Mehr Infos zu Korpus findet ihr unter:

Homepage

 

Gelesen 3198 mal Letzte Änderung am Dienstag, 04 Juni 2013 11:33

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