Dienstag, 14 Mai 2013 13:14

TXL - Angst

geschrieben von Ghostwriter
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Angst Angst TXL

Was Halid für Musik macht? Nun, Halid macht kein Hip Hop… Halid macht auch kein Gangsterrap – einmal dürft ihr noch – Richtig! Halid macht Deutschrock! Und wo das traurige und unterirdisch schlechte Geklampfe von Frei.Wurst braune Werte propagiert, machen die Jungs von TXL alles richtig!

Nicht nur, dass die Band völlig unverkrampft und mit einem Augenzwinkern Themen rüberbringt die sie beschäftigt, nein, sie schafft das auch noch mit einer enormen Bandbreite an musikalischem Können und einem großen Kessel Kreativität. TXL – Wahrscheinlich gesprochen wie „Tegel“ ist nichts anderes als die Abkürzung des Berliner Flughafens Tegel der ca. 2053, wenn der BER fertig wird, zumachen muss. Genug Zeit für die Jungs, ihre Karriere anzufangen, durchzustarten, zu beenden, sich wieder zusammenzuschließen, Come Back Tourneen zu geben und sich dann endgültig mit genug Drogen abzuschießen. Was die Karriere der Jungs mit einem Flughafen zu tun hat? Ganz einfach - die Proberäume der drei Jungs sind, mit Blick auf Start- und Landebahn direkt im Flughafengebäude! Abgefuckte und ausrangierte Industrieräume sind out – Proben like a Sir! Diese besondere Atmosphäre hat das aktuelle Album „Angst“ hervorgebracht das die Jungs, die eigentlich schon seit 2008 unterwegs sind, sozusagen als Neustart im Juni releasen werden.

 

„Angst“ hat es in sich – mit einer, für ein „Debütalbum“ durchschnittlichen Laufzeit von gut 44 Minuten bringt jeder einzelne Song seine persönliche Note mit – von rockig bis balladig und mit jeder Menge eigenwilligen Songaufhellern in Form von Xylophonen, Klavier, Zieharmonika und Furzeinlagen… Furzeinlagen? Wie oben schon erwähnt nimmt sich TXL wohl selbst nicht ganz so ernst und ich würde sogar so weit gehen, dass die Performance teilweise schon in J.B.O ähnlichen Songs mündet. Bestes Beispiel hierfür ist neben „Ich bin so Low“ und „Scheiss drauf“ auch der gleich doppelte Track (+Radio Edit) „Dank gilt meiner Fernbedienung“ in der mit einem reichlich Ironie die eigene Unlust (Im Proberaum?), der bewusste Regelbruch und die dumpfen Medien besungen werden. Rockiger wird’s beim 1. Track „Rock den Scheiss“ der mein persönlicher Favorit der Platte ist, sowie bei „Komm mit mir“ und bei „Frei“. Fans von Balladen erfreuen sich bei Abschiedslied in der Halid (und Band) seinen Traum Mal ein großer Star zu werden begräbt, ohne aber die letzte Hoffnung aufzugeben. Bezeichnend für wohl 99% der Bands im Underground Business.


Die saubere und selbstironische Produktion kam gut bei mir an, auch wenn es sich hier weniger um Metal, als um Rock mit X-Komponenten handelt. Halid am Gesang, Schulle an den Drums und Ricky an der Klampfe machen definitiv was her, auch wenn es ich mich interessieren würde, wie sich die Jungs mit weniger „Blödelei“ schlagen würden. Wenn sich hier der die (längst überfällige) Ablösung von J.B.O. aufstellt, will ich aber nichts gesagt haben und bin gespannt wie die Jungs sich sonst so schlagen.



Tracklist:

01 Rock den Scheiß

02 Trauerregen

03 Ich habe Angst

04 Ich bin so Low

05 Scheiß drauf

06 Dank gilt meiner Fernbedienung

07 Denn der Herr gab uns den Segen

08 Komm mit mir

09 Frei

10 Abschiedslied

11 Dank gilt meiner Fernbedienung (radio edit)


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: TXL
  • Album Titel: Angst
  • Erscheinungsdatum: 07.06.2013
  • Fazit: Halid am Gesang, Schulle an den Drums und Ricky an der Klampfe machen definitiv was her, auch wenn es ich mich interessieren würde, wie sich die Jungs mit weniger „Blödelei“ schlagen würden. Wenn sich hier der die (längst überfällige) Ablösung von J.B.O. aufstellt, will ich aber nichts gesagt haben und bin gespannt wie die Jungs sich nach dem Release so schlagen.
Gelesen 3163 mal Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2013 13:43

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