Interview - Beni von Intractable

Heute im UG Interview haben wir Beni von Intracable in der Pflicht! Seit 2006 im „Metalbiz“ unterwegs, hat Intractable Ende 2012 das erste Album „Inner Decay“ releast, damit in unserem Review nur knapp die 10 Punkte verpasst und ein Hammerdebüt hingelegt!


UG: Ist zwar vielleicht echt ein wenig ausgelutscht, aber ich muss doch grad nochmal den Witz mit den langsamen Schweizern bringen: Intractable gibt es jetzt schon seit über 5 Jahren und ihr habt fast genau so lange zum Release eurer Debütscheibe gebraucht – Was dauert denn da so lange?

Beni: Na „was lange währt wird endlich gut“, oder?! *lacht* Nein, das ist nicht die ganze Wahrheit. Klar, wir wollten uns Zeit lassen und nicht wie die meisten jungen Bands, möglichst schnell was auf den Markt schmeißen so nach dem Motto: „Möglichst schnell ein „Rockstar“ werden.“ Einerseits wollten wir warten, bis wir wirklich so weit sind um musikalisch, etwas Vertretbares auf den Markt zu bringen wo wir auch voll dahinter stehen können. Die erste Scheibe ist immer die wichtigste! Der erste Eindruck, wie man so schön sagt!


Andererseits, haben wir auch etwas Zeit gebraucht um die richtigen Mitmenschen-/Musiker zu finden, vor Allem was den Gesang angeht. Wir hatten etliche Sänger, der eine fand nach einem Jahr eben mal so nebenbei zu Jesus und konnte nicht mehr hinter unserer Mucke stehen, der andere war stimmlich nicht wirklich Top und wir ließen ihm aus Freundschaft zu viel Zeit seine Stimme zu verbessern. usw. Klar, wir haben auch getrödelt und hier und dort etwas viel Zeit ins Land ziehen lassen und wir hätten uns ein Jahr sparen können. Aber dafür sind wir nun da wo wir sein wollten und fühlen uns super! Neues Material gibt es schon wieder recht viel und wir werden dieses Mal schneller voran gehen! Du musst also nicht mehr 6 Jahre auf eine neue Scheibe von uns warten!


UG: Ist auf jeden Fall nachvollziehbar und das Warten hat sich echt gelohnt - ihr habt unseren Samir schwer mit der Scheibe beeindruckt. 9,5 Punkte von 10 sind mehr als ordentlich, vor allem für ein Debüt! Wie sind sonst die Reaktionen auf das Album?

Beni: Das freut uns auch wirklich sehr! Danke Samir!! Die Kritiken sind durchs Band wirklich gut bis super! Von 10 Reviews liegt vielleicht eines unter 7.5 Punkten. Dass macht sicherlich stolz, selbstsicher und erfreut mich wie ein kleines Kind.


UG: Wo habt ihr die Scheibe eigentlich aufgenommen? Der Sound ist wirklich sehr gut abgemischt und 100% stimmig!

Beni: Wir haben das Album im eigenen Studio unseres Gitarristen, Markus eingespielt. Er hat auch das ganze Teil abgemischt. Er ist noch nicht Jahre dabei, aber hat die Sache schon extrem im Griff! Ich vertraue ihm voll und ganz und er hat wirklich einen super Job gemacht. Er hat auch schon Anfragen von anderen Bands. Und falls das hier jemand liest der nicht X-tausend Euronen für seine Produktion raus schmeißen will, der kann ihn gerne über Intractable kontaktieren! Das End-Mastering hat dann Brett Caldas-Lima von den Tower Studios in Montpellier, Frankreich gemacht, mit dem wir auch äußerst zufrieden sind!

 

UG: Inner Decay spart nicht mit sozialkritischen Tracks, Social Parasite, The Leaders oder Enslavement sind nur drei davon – Was wollt ihr den Fans sagen?

Beni: Fans? Fuck was sind Fans? *lacht* Im Ernst: Mir ist Sozialkritik sehr wichtig. Vor Allem finde ich Sozialkritik gehört zum Metal und zur Kunst im Allgemeinen. Kunst heisst für mich: Anders und frei Denken, hinterfragen, gegensteuern, reflektieren, Dogmen niederreißen und dementsprechend handeln.. etc. Ich könnte jetzt eine ganze Seite lang darüber labern, aber ich verschone die Leser einmal damit! Leider, leider ist dieses Denken auch in dieser Szene nicht mehr so stark verbreitet, aber es gibt doch noch einige mehr davon, als in nem House-Club! *lacht* Mein Wunsch ist es, dass sich der Zuhörer mit dem gehörten auseinander setzt und vielleicht so auch andere Ansichten in seine eigenen einfließen lässt und damit sein Denken erweitert. Wenn einer nur den Sound hört ist es natürlich auch ok. Solange nur einer da draußen was auf die Lyrics gibt bin ich glücklich - Das habe ich ja nun mit dir erreicht!

 

UG: Erwischt – Ich persönlich denke, dass Metal allgemein zu Schade ist um nur nebenbei gehört zu werden. Die Musik kann so viel mehr transportieren aber das habt ihr ja gut hingekriegt! Ich durfte auch was das betrifft inzwischen einige wirklich gute Bands aus der Schweiz kennenlernen, da scheints ein Nest zu geben - Wie kommt eure Musik allgemein bei euren Landsleuten an?

Beni: Ja es gibt sehr viele junge Bands hier. Man kann jedes Wochenende an x-beliebige Underground Gigs gehen, wenn man denn will. Unsere Scheibe kommt bis jetzt sehr gut an bei den Schweizern. Ich bemerke da keinen Unterschied zu Schweizern und zum Beispiel Deutschen, was die Szene angeht. Aber ich bin jetzt auch nicht wirklich tief in der „ausländischen“ Szene drin.

 

UG: Jetzt komm, lass mich doch noch ein bisschen Stereotypen reiten - Schweizer habe ich durch die Bank weg fast schon krampfhaft „stolz“ erlebt - Gibt’s in euren Augen eigentlich DEN typischen Schweizer Metalhead oder seht ihr da echt keine Unterschiede in der Nationalität der Fans?

Beni: Schon wieder diese Fans? *lacht* Kaum redet man von der Schweiz fällt das Wort Bank! Zum Glück wird das Bankengeheimnis abgeschafft, ansonsten dürfte ich jetzt nichts sagen! Haha.. Hm.. Stolz?! Meinst du damit fast eine Art Arroganz? Ich bemerke da wirklich keinen großen Unterschied. Es sind halt Schweizer und haben oft die typischen schweizerischen Merkmale. Zurückhaltend, sicherheitsbezogen, etc. Aber ansonsten wird gesoffen, Party gemacht und gekifft wie in anderen Breitengraden. Ich denke es ist halt oft auch ein Schutzverhalten dieser „Stolz“. Wir dürften echt etwas mehr afrikanischen Touch haben, was die Offenheit etc. angeht, würd ich sagen…


UG: Ich wurde über MetalMessage (MM) auf euch aufmerksam und darüber nicht gerade unglücklich, wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen euch und MM?

Beni: Die Zusammenarbeit läuft super! Wir sind Markus von MetalMessage äusserst dankbar für seine Arbeit. Er ist ein Herzblutmusiker und Fan! Unkompliziert und verlässlich. Wir hätten nie diese Resonanz einfahren können und so viele wichtige Leute erreichen können ohne seine Hilfe! Es läuft einfach gesagt, großartig mit ihm und es ist hoffentlich noch lange nicht Schluss. Die Promo läuft auf jeden Fall auf Hochtouren!

 

UG: Ein Zwitscher hat mir gevögelt dass ihr dieses Jahr wohl den einen oder anderen Gig in Deutschland haben werdet, schon Bock drauf?

Beni: Gevögelt? Gib mir NIE solche Vorlagen! *lacht* Ja da hast du den richtigen Vogel zwitschern hören. Wir werden am Freitag den 14. Juni am „Aaargh!-Festival“ in Uttenhofen (Süddeutschland) spielen. Des weiteren wird es wohl noch ein Gig im Herbst in Stuttgart geben. Weitere Konzerte sind auf jeden Fall in Planung! Es haben uns durch die Promo schon ein paar Leute geschrieben, die uns in Deutschland haben möchten. Wir hoffen es sehr, bald aus der Schweiz ausbrechen und andere Länder mit dem Zerfall, (decay) beschallen zu können!

 

UG: Danke für eure Zeit, wir können es kaum erwarten euch mal Live, vielleicht auf einem !?UG-Konzert?! zu erleben.

Beni: Danke dir für das Interview und deine Mühe! Ich hoffe es doch auch sehr die Crew von undergrounded.de bald mal vor der Bühne Headbangen zu sehen! Wenn ihr Konzerte veranstaltet, dann sind wir jederzeit dabei! Wir spielen immer und überall wenn es nur irgendwie geht!! Wir lieben es live auf -(arsch) zu treten! „lach“ Unser Motto lautet: All for the band!!

 

Das Interview führte Grave von Undergrounded und Beni von Intracable. Mehr Infos hierzu findet ihr unter:

Inner Decay Review auf Undergrounded.de

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Gelesen 2236 mal Letzte Änderung am Sonntag, 17 Februar 2013 12:57

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