Mittwoch, 23 Januar 2013 16:40

Kain - Omega

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So kann es gehen. Ohne jemals einen Ton von der Band zu hören, war mir Kain aus Würzburg schon länger ein Begriff. Innerhalb der fränkischen Metal Szene hatten sich die Jungs einen beachtlichen Ruf und Auftrittsmöglichkeiten mit u.a. Eisregen erspielt. Trotzdem hatte ich, wie gesagt, nie das Vergnügen sie live oder auf Platte zu hören, was nun mit ihrem Zweitling „Omega“ nachgeholt wird.

Nach einem kurzen „Einklang“, der gekonnt Stimmung erzeugt, geht es mit einem Schrei und „Fleischeslust“ direkt richtig los. Brachialer Black Metal bestimmt das Geschehen und wird von Synthies, die zum Glück nicht, wie bei einigen andern Bands, alles übertönen, sondern dezent im Hintergrund gehalten werden. Durch einen gesprochenen Mittelteil wird dem Lied ein erzählerischer Charakter verliehen, der sich hören lassen kann. Starker Beginn der Scheibe.

Beim anschließenden „Blutgericht“ dreht man leider das Keyboard doch zu laut auf. Der Track ist ansonsten eine gekonnte Black/Death Nummer mit variablem Gesang, doch wird durch die Synthies viel der Aggressivität genommen. Schade.

Da klingt „Freiheit Ruft“ doch wieder um einiges besser. Das Keyboard wird wieder etwas zurück genommen und Kain grooven, wie eine echte Death Metal Band. Auch die Vocals kommen hier bisher am stärksten zur Geltung.

Ein gewisses songwritertechnisches Händchen beweisen die Franken auch in der Abwechslung der Songs. „Rachepfad“ spielt mit Tempo- und Melodiewechseln, während in „Verkünder des Hasses“ die Raserei vorherscht. Immer wieder baut man gesprochene, sowie akkustische Passagen ein, die den Spannungsbogen halten und durchweg unterhalten. Einzig das Keyboard nervt zeitweise und könnte besser eingesetzt werden.

Die Produktion der Scheibe ist roh und direkt. Mit etwas mehr Druck und Transparenz hätte man hier noch mehr aus den Songs rausholen können. Das Artwork hingegen lässt keine Wünsche offen. Insgesamt muss man sagen, das Kain viel Wert auf das optische legen und in Sachen Homepage, Merchandise und Design ganz vorne mitspielen.

Insgesamt liefern Kain ein hörenswertes zweites Album ab, das jedoch auch Luft nach oben lässt. Wenn man an den Schwächen arbeitet ist hier noch wirklich viel drin. Fans von Bands wie Agathodaimon, Equilibrium und Dimmu Borgir sollten hier definitiv zuschlagen.


Tracklist:

1. Intro
2. Fleischeslust
3. Blutgericht
4. Freiheit ruft
5. Rachepfad
6. Instrumental
7. Vom Erdenleid
8. Sturz des Lichtbringers
9. Nephilim
10. Verkünder des Hasses
11. Outro + (Hidden Track) Out Of The Light


Bewertung:

7,5/10

Weitere Informationen

  • Band: Kain
  • Album Titel: Omega
  • Erscheinungsdatum: 18.05.2012
  • Fazit: Diese Band könte noch viel reißen. Black/Death Metal Fans sollten hinhören!
Gelesen 3636 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 23 Januar 2013 16:52

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