Freitag, 04 September 2020 19:05

Unter dem Radar - Rapture (Death Metal/Groove Metal) Empfehlung

geschrieben von Wolle Kroni
Artikel bewerten
(3 Stimmen)

Diesmal geht es in unserer Rubrik UdR um Rapture, eine 5er-Truppe, die kaum in eine musikalische Schublade passt. 1992 gegründet sind sie getreu dem Grundsatz "Erlaubt ist, was gefällt" sehr fleißig gewesen. Ihrer Grundrichtung "Death Metal mit Groove-Esprit" wird gerne die eine oder andere Überraschung hinzugefugt. Mit dieser Mischung, gewürzt mit durchdachten Texten, überzeugen die Münchner besonders live auch schon seit über 25 Jahren, auch wenn der Bekanntheitsgrad noch immer zu wünschen übrig lässt. Die musikalischen Einflüsse der Band sind breit gefächert und reichen von den Dead Kennedys über Vertreter klassischen Death Metals bis Jimi Hendrix.

Dieses musikalische Potpourri ist wohl auch verantwortlich für den markanten Sound der sympathischen Band. Trotz beachtlicher Historie des musikalischen Schaffens blickt die Band auf nur wenige Releases zurück. Bis zum Jahr 2020 veröffentlichten die Death Metaller nur ein Full Length-Album, dafür diverse Splits und EPs on top. Dieses Jahr, genauer Anfang Juli, erschien mit "Octohymns" ein brandneues Werk, um das es auch weiter unten gehen soll.

 

Photo Credit: Roland Lorenz Photography

Aktuelle Besetzung

Chris "Tiny" - Vocals

Eric "Dr. White" - Guitar, Backings

Tom "Doctator" - Guitar

Tobi "Quartz 4" - Bass

Moe Mårtensson - Drums

 

Diskographie

1995 – Cursed (Demo)

1995 – Deathophobia III (Sampler)    

2000 – Nebula (EP)     

2001 – Deathophobia VII (Sampler)  

2001 – GUC Compilation Nr. 15 (Sampler)  

2003 – The Sixthaselbach Massacre (EP)      

2004 – Peace, Love and Happiness (Album)

2004 – Deathophobia VIII (Sampler)  

2005 – Deathophobia IX (Sampler)  

2006 – 4 Crimes Against Earmanity (EP)  

2007 – Arising Realm Compilation 16 (Sampler)  

2009 – Schnittmenge (Split-EP /w My Cold Embrace)  

2012 – Epic Fails In Doom Minor (EP)  

2013 – Rapture VS. Skrotum (Split-EP /w Skrotum)  

2016 – Five Tunes From Far Away (Compilation)  

2020 – Octohymns (Album)  

 

Review zu "Octohymns"

Die brandneue Scheibe von den sympathischen Münchnern heißt "Octohymns" und erschien inmitten des Corona-Sommers 2020. Stimmungsvoll startet die Band bei "The Power of Nightmares" mit den Hobby-Sängerinnen und -Sängern vom Bud Spenzer Heart Chor, wo Stimmbandquäler Chris nebst seines Death Metal-Amts tätig ist, bevor es in gewohnter Rapture-Manier zünftige Soundwalzen auf die Ohren gibt. Der kratzige Gesang von Chris "Tiny" fügt sich gut in das groovige und rumpelnde Gesamtwerk ein.

"Chamberhead" kommt in Vergleich zum Intro-Song gediegener daher und fügt sich aufgrund eingängiger Stakkato-Riffs und Sprechgesang-Elementen gut in den Gehörgang ein. Gelegentlich wird das Gaspedal ordentlich durchgedrückt und mit geilen Gitarrensoli bekommt dieser Song ordentlich Geschmack. Genauso startet auch "House of a Dying Sun" durch, der mit einem wohlbekannten Riff startet: Waren das nicht Sepultura? Auch hier ein typischer Rapture-Song, der durch ein innovatives und keineswegs monotones Schlagzeugspiel besticht. "The Listener" ist wohl einer der Songs, der besonders aus dem Album heraussticht, da er anfangs sehr ruhig daherkommt und erst in der Mitte des Songs Fahrt aufnimmt. Ein Song, der trotz ruhigerer Grundstimme sehr kraftvoll um die Ecke kommt! Durchschnaufpausen gönnen Rapture ihren Hörern nur wenige. "Suicide Net" dürfte ein Song sein, der live gut zündet - nicht nur musikalisch ein absoluter Anspieltipp, sondern auch inhaltlich ein starkes und tiefsinniges Stück mit einem ernsten Hintergrund, beschäftigen sich Rapture hier nämlich mit den Schattenseiten der sozialen Medien. Ein großartiger Song!

Mit "Temple of the Pieces" ist der Band abermals eine sehr groovige Nummer gelungen, die sogar Ausflüge in die Grindcore-Spielecke birgt. Das innovative Bassspiel von Tobi, genannt Quartz 4, ist der Hammer und ganz großes Kino. Auch "Lovely Nearbys" kommt als Grindcore-Nummer mit Death-Schlagseite ganz gut rüber und wird mit dem Gesang von Chris veredelt. Unverwechselbar ist ein schwieriges Prädikat in Sachen Death Metal-Vocals, aber hier trifft das absolut zu! Ein paar Pig-Screams hätten hier und da noch ganz gut gepasst, das ist aber Geschmackssache. Der Rausschmeißer "Freakshow" kommt passenderweise mit verzerrter Zirkusmusik und psychotischem Lachen daher. Einen gewissen schrägen Humor muss man Rapture schon attestieren, denn dieser Outro-Song ist wirklich eine sehr bizarre Nummer, die aber gerade deswegen ihren eigenen Charme hat. Und wer die Münchner persönlich kennt, der kann ruhigen Gewissens über diese Nummer schmunzeln.

So lautet das Fazit: Rapture beweisen auf ihrem zweiten richtigen Longplayer, dass sie ein gutes Gespür für Groove und eingängige Melodien besitzen. Ihre Musik besitzt Wiedererkennungswert und die Herren wissen, was sie an ihren Instrumenten tun. Death Metal-Fans, die ihren Todesblei gerne experimentierfreudig und abwechslungsreich haben wollen, sei diese Scheibe wärmsten zu empfehlen!

Tracklist:
01. The Power of Nightmares
02. Chamberhead
03. House of a Dying Sun
04. The Listener
05. Suicide Net
06. Temple of the Pieces
07. Lovely Nearbys
08. Freakshow

 

Weitere Informationen

Gelesen 191 mal Letzte Änderung am Sonntag, 13 September 2020 22:25

Medien

The Spell of Mary Bell [Live] Rapture / Live @ Bavarian Battle Winter 2019

Footer Impressum Datenschutz

 Undergrounded 2020 -  ImpressumDatenschutzerklärung