Samstag, 29 Juni 2019 20:00

UNTER DEM RADAR - LEGAL HATE (DEATH/THRASH METAL)

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Ja, ist es denn zu fassen? Seit nunmehr 17 Jahren erobern die südhessischen Vollblut-Thrasher Legal Hate nun schon die Bühnen des Rhein-Main-Gebietes (und das kein bisschen leise) und veröffentlicht ihre authentische Mucke. Allen Rück- und Schicksalsschlägen zum Trotz ist ein Ende glücklicherweise nicht abzusehen, im Gegenteil: Irgendwie geht es immer aufwärts für Legal Hate, komme, was da wolle... Höchste Zeit also, dass wir die Truppe in unserer Kategorie Unter dem Radar mal unter die Lupe nehmen.

Seit 2017 ist das Quintett in gleicher Besetzung unterwegs, was allen Beteiligten spürbar gut tut und entsprechenden Spaß bereitet. Auch die langsam aber stetig steigenden Fanzahlen sprechen für sich und ihre treuen Anhänger bekommen bei den leider etwas rar gesäten Live-Auftritten beste Unterhaltung. Wenn eine Band in selten so gekonnter Manier wie Legal Hate Qualitäten an den Tag legt, muss man sich wundern, dass sie nicht schon längst auf großen Festivals spielen und ihnen größere Aufmerksamkeit zukommt, bedeuten doch Attribute wie stetiges Streben nach Perfektion, unbedingte Zuverlässigkeit, bedingungslose Authentizität, sowie aufrichtige und ehrliche Freude an der Musik für jeden Veranstalter und Booker beste Satisfaktion.

Mit selbstgebautem Bass startete Bandgründer (und einzig verbliebenes Originalmitglied) Michael Hamela seine Band. In den ersten Jahren fanden sich schon diverse begnadete Musiker aus lokalen Szenegrößen wie Downscape, Disbelief, Under Siege oder Bösedeath im Ensemble. Dies zeigt zum Einen, dass Hamela bestes Ansehen in der Szene genießt, und zum Anderen, dass von Anfang an Ehrgeiz und klare Pläne den Weg von Legal Hate vorzeichneten. Zudem betreibt er mit dem Wagwetz ein eigenes Tonstudio, in dem alle Werke entstanden sind. So traten nach und nach die anderen Bandmitglieder, u.a. auch Sängerin und Basserin Aline der Band bei, die Legal Hate mit ihrem Vocals den besonderen Touch schenkt.

Die hochgesteckten Pläne der Combo wurden allerdings mehrmals durchkreuzt, zweimal breitete leider auch ein Todesengel seine Schwingen aus: Drummer Erik (verstorben 2004) und Basser Andreas (verstorben 2017) wurden jäh aus Leben und Band gerissen. Die Unterbrechung nach dem Verlust von Erik im Jahr 2004 war sehr kräftezehrend und dauerte geschlagene fünf Jahre. Dann endlich konnte der zweite Longplayer das Licht der todesbleiernen Thrasherwelt erblicken. "Forlorn" wurde 2009 unter Eigenregie veröffentlicht und schlug bei den verbliebenen, treuen Fans ein wie eine Bombe. Die Platte enthält u. a. den Live-Brecher schlechthin, welcher den Verfasser dieser Zeilen (Die Hard-Fan, vllt. bemerkt man das) stets in den Wahnsinn treibt: "Scum".

Nun als Familienbande unterwegs –Aline war mittlerweile mit Michael verheiratet und ihr Bruder Hein an den Drums– wurden auch wieder mehr Gigs gespielt. Besonderheit des Albums ist, dass es ca. ein Jahr später nochmals eingespielt wurde – diesmal unter dem Titel "Forlorn II". Mit Jonathan an den Schlagfellen transformierte das Album zum moderneren Thrash mit kräftigeren Death-Einkerbungen. 2012 erblickte in dieser Besetzung das Album "Disguise" das Licht der Welt und auch dieses Release wurde in einschlägigen Kreisen gefeiert. Diese Bandzusammensetzung hatte eine Zeit lang Bestand, doch ein weiterer Umbruch im Line-Up warf die Band zurück, als Jonathan ankündigte, er könnte aus privaten Gründen nicht mehr weiter machen. Im Folgenden holte sich Hamela nach eigener Aussage 'die Helden und Vorbilder alter Tage' als schlagkräftige Mitstreiter unter sich. 2016 wechselte Aline schlussendlich an die Frontvocals und ihr aktuellstes Album "Avoider" wurde aufgenommen.

Seit 2017 besteht die aktuelle Zusammensetzung der Band. Vergangenes Jahr war die Band so viel auf den Bühnen im Großraum Rhein-Main präsent wie noch nie. Die Bühnenperformance wurde verbessert und authentischer, Alines Haare wurden noch länger, die Gitarreros Micha und Uwe haben den Spaß ihres Lebens und die Feuertaufen von Kucki und Ben wurden jeweils mit Bravour und Auszeichnung bestanden. Wie anfangs erwähnt, sollten spätestens ab 2020 Festivals durch Legal Hate bereichert werden, sowie die Bekanntheit endlich auch außerhalb des Heimatgebietes kein Hexenwerk mehr sein!

Aktuelle Besetzung

Aline Hamela - Vocals, Bass

Michael Hamela - Vocals, Guitars

Uwe Becker - Guitars

Kucki - Guitars, Bass

Ben Kreh - Drums

Diskographie

2002 – 2-Track-Demo (Demo)

2004  Illegal Love (Album)

2007 – Demo 2007 (Demo)

2008 – Demo 2008 (Demo)

2009 – Forlorn (Album)

2010  Demo 2010 (Demo)

2012 – Disguise (Album)

2016 – Avoider (Album)

Review zu "Avoider"

Seit Bandgründung beharren Legal Hate auf One-Word-Songtitel und das ist auf ihrem 2016er Werk "Avoider" natürlich nicht anders… Titel wie "Hunter", "Down", "Blind" oder "Never" kommen wie knallharte Schlagworte daher. Habe ich hier gleich mal meine favorisierten Songs benannt, kann ich mich jetzt in Ruhe auf das Werk als Ganzes konzentrieren: Aline entriss also ihrem Göttergatten Micha für diese Platte das Mikro und reichte den Bass an Kucki weiter. Welch ein Geniestreich dabei herumgekommen ist, kann man auf dem ganzen Album ganz deutlich sehen. Durch ihre aggressiven Death-Growls bekommt das Werk eine zusätzliche Power, die man sich kaum vorstellen kann. Denn so kann sich Micha entspannter um das stahlharte Riffing kümmern. Zusammen mit Axeman Uwe komponiert er seitdem einen fiesen Killertrack nach dem anderen. Solcherlei filigrane Fiesheiten hat man bisher in der Bandhistorie nicht vernehmen können. Der Bass-'Vokill'-Tausch hat neben der Verstärkung durch Ben an den (nun in sehr moderner Polyrhythmik dargebotenen) Drums ihr Feuer voll entfacht. Denn nicht nur die auf den Takt präzisen und knalligen Drums in bester moderner (nein, nicht core-hafter) Metal-Manier, treiben den Longplayer ohne Atempause und Filler durch die viel zu kurzen 33 Minuten Spielzeit. Selbst der Bass, welcher satt gespielt und produziert ist, verleiht dem Album seine eigene Note – er gibt nicht einfach nur den Rhythmusmitläufer. Textlich gibt Aline mit sozialkritischen und anderweitig kritisch vorwärts schauenden Blicken den Ton an.

Alle Musiker haben zu gleichen Teilen ihren Anteil daran, dass ein homogenes Death-Thrash-Killer-Album entstanden ist – mit passendem Cover von www.artwoerks.de. Den genregerechten Feinschliff hat natürlich kein hochdotierter, externer Promi gemixt, nein, Michael Hamela himself ist verantwortlich dafür, dass eine Scheibe produziert wurde, welche räudiger und angepisster nicht klingen könnte. Wir würden sogar noch weiter gehen: "Hey, Slayer … here comes your LEGAL (HATE) HERITAGE \m/ !"

Hier "Avoider" gratis downloaden!

Tracklist:

01. Hunter

02. Avoider

03. Down

04. Powergreen

05. Blockheaded

06. Blind

07. Livelife

08. Mass

09. Never

10. Crazy

11. No Solution (Outro)

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http://www.wagwetztonstudio.de

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Gelesen 840 mal Letzte Änderung am Sonntag, 21 Juli 2019 14:30
geordie

black metal ist nicht für jedermann

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