Freitag, 12 April 2019 07:16

28.03.2019 - Kantine Augsburg +++ Mantar + Valborg + Sweeping Death

geschrieben von Blood Countess & Crimson

Mantar entschloss sich, dieses Frühjahr erneut auf Tour zu gehen und dabei unter anderem in Augsburg Halt zu machen. Wenn dann noch Valborg und Sweeping Death im Gespräch sind, verspricht das ein Abend zu werden, für den man auch mal nach Augsburg fahren kann um dieses  Package zu erleben.

Ein Donnerstagabend ist nicht gerade die beste Zeit um über 250km zu fahren „nur“ um ein Konzert zu besuchen. Wenn jedoch Mantar, an denen wohl niemand in den letzten Jahren vorbeikam, außerdem Valborg und die nach wie vor viel zu unterschätzten Sweeping Death locken, ist dies tatsächlich eine lohnenswerte Option! Die Kantine in Augsburg ist gerade erst im März diesen Jahres an neuer Stelle in der Innenstadt wiedereröffnet worden. Wie könnte man so eine Location also besser einweihen als mit feinstem handgemachten Metal aus Deutschland?

Pünktlich öffnete die Kantine um 20 Uhr ihre Pforten und sogleich strömten eine ordentliche Menge bereits wartender Besucher für das Konzert mitten unter der Woche hinein. Schnell noch ein lokales „Kante“ Bier geholt als Stärkung und schon dürfen Sweeping Death als allererste Band die Bühne der Kantine bespielen. Live hatte ich noch nie das Vergnügen, die progressiven Thrasher zu erleben, umso mehr überraschte mich, dass ich es wohl hätte eher priorisieren sollen. Was für eine Energie, was für eine Lust am Spielen – sei es die Müdigkeit durch das Fahren oder weil es immer wärmer wurde durch die sich bewegenden Menschen, man wurde sofort mitgerissen von diesem Auftritt. „Lucid Sin“ als Opener wurde wirklich gut gewählt, da nach einem Orgelintro sofort eine Welle von Gitarrenriffs dem Hörer entgegen schwappt und einen guten Querschnitt des Bandrepertoire bietet. Elias' Vocals variieren stimmiger als noch auf dem Album und geben dem ganzen Song eine gewisse Räudigkeit, die es einfach braucht. Genauso weiß „Death & Legacy“ auch jene Hörer zu begeistern, die in erster Linie wegen Mantar das Konzert besuchen, für die Jungs ist es aber trotzdem quasi Heimspiel und so ist es nicht verwunderlich, dass Sweeping Death vor vollem Saal spielen und die ersten Reihen den Auftritt sichtlich feiern. Nahezu nichts steht ebenfalls auf der Bühne still, Elias ist in seinem Element und heizt das Publikum gekonnt an zu dieser frühen Zeit, an den Gitarren herrscht nicht viel weniger Bewegungsfreude. Viel zu früh endete die Spielzeit dann leider auch schon und der Umbau für Valborg begann.

Valborg hatte ich zugegebenermaßen die letzten Jahre etwas aus dem Auge verloren, trotz ihres minimalistisch eigenwilligen Stils, den ich schon von Alben wie „Nekrodepression“ sehr zu schätzen gelernt hatte. Umso freudiger, dass sich auf den ersten Blick nicht viel verändert hat. Dasselbe Trio, mit dem immer noch sehr charakteristischen Bassisten Jan, der immer etwas aus der Masse hervorsticht. „Orbitalwaffe“ heißt der erste Track, vom noch aktuellen Album „Endstrand“, welcher noch immer nahtlos an die Erinnerungen aus vergangen Valborg Konzerten anknüpfen kann.  Wenn auch die Lyrics nur aus einem schlichten „Heil Satan“ bestehen, besticht die Band dennoch durch die gesamte Instrumentalisierung und Rohheit. Unfassbar druckvoll versinkt man in jedem einzelnen fesselnden Ton tiefer in der Musik. „Plasmabrand“ und danach „Stossfront“, es ist immer wieder erstaunlich, wie Valborg scheinbar mühelos mit minimalistischem Aufwand ein so eindrucksvolles Werk zaubern kann. Die energiegeladene Art des Gitarristen überträgt sich nahtlos auf den Saal und es herrscht eine pure Energieentladung, der schwer groovige Sound treibt es auf die Spitze. Musikalisch ist es ein stetiges Seilspringen mit einer wage verlaufenden Grenze zwischen drückend schwerem Doom und progressiveren Metal. Die zweifellos gut umgesetzte postapokalyptische Thematik des neusten Werkes ist zum Greifen nah im Raum und lässt kaum Luft zum Atmen. Nach gut vierzig Minuten endet dieser Mahlstrom mit „Exodus“ und hinterlässt mindestens einen wirklich nachhaltig beeindruckten Zuhörer.

Mit Mantar folgte nun ein Headliner, der sich wie üblich etwas mehr Zeit bei der Umbaupause lies, was Zeit bot, die Energie der vorherigen Auftritte kurz sacken zu lassen. Viel drumherum braucht das Duo nicht – es geht direkt auf die Bühne mit der schlichten Frage „Habt ihr Bock auf Stress?“ - na sicher!

Erbarmungslos hämmert das Schlagzeug los und „Age of the Absurd“ vom neusten Album „The Modern Art Of Setting Ablaze“ schallt uns entgegen, was ein sofortiges Ausrasten der Meute zur Folge hat und die musikalische Grundlage für zahllose Tanzwütige schafft – während der kompletten Show ändert sich daran auch nicht sehr viel. Mit Ausnahme der Tatsache, dass gegen Ende bestimmt 20 leere Bierflaschen oben am Bühnenrand stehen oder rumliegen. Es stimmte alles – der Sound war perfekt, so laut und brachial wie man es von dem dynamischen Bremer Duo kennt. Die Songs des aktuellen, zu Recht gefeierten Albums feuern das Publikum kontinuierlich und pausenlos an, die Stimmung springt von einem Höhepunkt zum anderen - Crowdsurfer miteingeschlossen. Persönlicher Favorit ist zweifellos „Seek & Forget“, was aber bei so einer genialen Setlist kaum zu sagen ist.

Das Fazit fällt auch hier wieder durchweg positiv aus. Drei geniale Bands die mit grandiosen Auftritten eine ebenso geniale Location in der Augsburger Innenstadt eingeweiht haben. Wer ebenfalls etwas von Mantars Energie live sehen möchte, hat an folgenden Terminen noch die Chance dazu:

12.04.19 – Dortmund

13.04.19 – Kiel

18.0.4.19 – Bremen

20.04.19 – Köln

21.04.19 – Rostock

26.04.19 – Hagen A.T.W.

27.04.19 – Karlsruhe

28.04.19 – Saarbrücken

29.04.19 – Aschaffenburg

30.04.19 – Jena

Die komplette Tour ist zu finden auf Facebook sowie unser Fotoalbum.

 

Weitere Informationen

  • Band(s): Sweeping Death, Valborg, Mantar
  • Wann: 28.03.2019
  • Wo: Kantine, Augsburg
Gelesen 848 mal Letzte Änderung am Sonntag, 05 Mai 2019 00:58

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