Montag, 22 Februar 2016 10:46

Toxic Evolution - Under Toxic Control

geschrieben von Soundchaser
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Toxic Evolution Toxic Evolution Under Toxic Control

Das sächsische Trio Toxic Evolution legt mit dieser EP eine „wohltuend“ altbackene Thrashscheibe vor, die sich stark an den 80ern orientiert – und wie! Nach einem ersten Demo („The Soundtrack of Demise, 2013) gibt es nun also eine erste EP. Alles auf dieser Scheibe atmet den Geist des 80er-Jahre Thrashs deutscher Prägung, insbesondere Sodom und vor allem auch Kreator lassen grüßen.

Sänger Merlin Friedrich (der sich selbst „Merlo“ nennt) ist so dicht an Mille Petrozza dran, dass er ihm ins Genick spucken könnte – wenn Merlos Organ auch deutlich punkiger rüberkommt. Gitarrist Nick Krail und Basser Philipp Hempel liefern den Soundtrack für den Flashback. Mit dem Opener „Gas Mask Terrorizer“ gibt es gleich mal ordentlich was ins Gemächt, die Jungs dreschen so richtig schön drauflos, sägen den Gehörgang fein säuberlich in mehrere Teile und bieten einen Chorus, der ebenfalls wieder an Kreator erinnert. „Under Toxic Control“ beginnt ruhiger, mit Akustikgittare, doch die Ruhe währt nur kurz, dann wird wieder gemetzelt und gerifft, was die Axt hergibt. Schön klassisch, erst eine, dann die zweite kurz dazu, dann wieder die erste, dann riffen beide zusammen – hach, waren das noch Zeiten!


Der Titel „Yolocaust“ ist etwas strange, der Song ordentlich, mit einleitendem, gesprochenen „Ladies and Gentlemen“ und nur wenig heftiger als die beiden ersten Songs. Hier ist auch der Schluss punkig, ein kurzer Shout verhallt im Nirgendwo und das Lied bricht ab. „Violent Reckoning“ feuert uns ein Maschinengewehrriff um die Ohren und lässt uns Deckung suchen, das abschließende „Enemy of Reality“ überrascht dann mit Choruseffekt bei den fast schon zart gezupften Gitarren (verglichen mit dem bisherigen Verlauf der Scheibe), doch auch diesmal ist das ganze nur die Ruhe vor dem Sturm. Wieder folgt ein Riffgewitter, bis sich das Feeling nach rund 2/3 des Songs nach einem Mini-Break doch noch gänzlich wandelt und beinahe folkig und groovig daherkommt. Respekt, das ist eine wirklich schöne Abwechslung! Kann ich „Under Toxic Control“ in der Gesamtschau empfehlen? Jein…mir persönlich ist der Gesang deutlich zu punkig, da hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Die Musik an sich hingegen gefällt mir deutlich besser, und ich fühlte mich beim Anhören ein bisschen so wie Ego, der Restaurantkritiker im Film „Ratatouille“, der sich beim Essen eben dieser vergleichsweise einfach zuzubereitenden Speise in die Vergangenheit zurückversetzt fühlt, als er noch ein kleiner Junge war und den Tränen nahe ist. Hey…nur ein bisschen so wie Ego, klar?


Trackliste:

1. Gas Mask Terrorizer

2. Under Toxic Control

3. Yolocaust (A Verbal Execution)

4. Violent Reckoning

5. Enemy of Reality


Bewertung:

6,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Toxic Evolution
  • Album Titel: Under Toxic Control
  • Erscheinungsdatum: 15.09.2015
  • Fazit: Wer Bock auf eine Zeitreise in die 80er hat und den Thrashmetal, der damals aus good ol’ Germany kam, dem sei diese EP wärmstens empfohlen. Wer nicht zurückschauen mag, höre lieber etwas anderes.
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UxTxCx (EP 2015 Pre-Listening) Toxic Evolution

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