Mittwoch, 07 Oktober 2015 14:51

Vanish - Come To Wither

geschrieben von Soundchaser
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Come To Wither Come To Wither Vanish

Die Stuttgarter Formation rund um Sänger Bastian Rose lieferten mit „Come to Wither“ bereits vor knapp einem Jahr ihr zweites Album ab (nach einer gleichbetitelten EP 2010). Gegründet 2000 und mit Bühnenerfahrung seit 2001, präsentieren die Jungs auf dieser Scheibe – auf der Basis düsterer Texte - rund um den durch uns Menschen herbeigeführten Weltuntergang einen anspruchsvollen Mix aus verschiedenen Metalstilen.

Wären wir bei einem Fußballspiel, könnte man auf der Bandenwerbung z.B. Masterplan, Dream Theater, Arena, Nocturnal Rites, Orden Ogan, Symphony X – und auch ein bisschen Primal Fear lesen (zumal deren Sänger Ralf Scheepers beim abschließenden Song „The Grand Design“ auch einen Part beisteuerte bei, nachdem er Vanish im Studio entdeckte hatte).

 

Die tight sägende Gitarrenfraktion (bestehend aus Philip Schönle und Thomas Rösch) wird von Bassist Daniele Dei Giudici und Schlagzeuger Ralf Nopper mit viel Groove unterstützt, die Synthesizer- und Pianoelemente sind durchdacht, und trotz reichlichen Einsatzes verkommen die Riffs und Licks der Gitarrenfraktion nicht etwa zu hübschem Beiwerk, sondern drücken richtig schön in die Gehörgänge. Umgekehrt sind die Keyboards hier kein bloßes Spachtel- oder Dämmmaterial, sondern werten die Stücke wohltuend auf.

 

Die Songs bewegen sich kompositorisch auf hohem Niveau, wobei sich die Komplexität im Verlauf des Albums noch steigert, ohne in Frickelei auszuarten oder überflüssige Geschwulste auszubilden. Als ich Vanish Ende 2014 in Reutlingen in der Eishalle live erleben konnte (im Rahmen des „Dynamite Night Festivals“, quasi als Vorband von Battlebeast und Bonfire), empfand ich sie noch als durchschnittlich gut, vermutlich auch, weil ich das Album erst einmal gehört hatte und die anspruchsvolle Struktur der Songs leichter zu erfassen ist, wenn man die Scheibe schon mehrmals angehört hat.

 

Der Reiz, dies zu tun, ist hoch. Einen Song besonders hervorzuheben ist schwer, jede/r wird auf diesem Album sein persönliches Lieblingsstück entdecken. Zum Beispiel nach dem rhythmischen Opener das mit kräftigen Riffs startende „Bless the Buried Child“, das stampfende „Renewal“, das zunächst ruhige und dann umso mehr mit treibenden Rhythmen glänzende „Silence“, das extrem abwechslungsreiche „Reboot“ oder das ein sehr gutes Album abschließende „The Grand Design“ – Vanish haben mit „Come to Wither“ ein stimmiges, modern produziertes Metalalbum abgeliefert, das sicherlich als andere als Fast Food ist, eher ein gut abgehangenes Steak mit edlen Beilagen, das richtig satt macht. Am 04.12.2015 spielen Vanish im „Club Zentral“ in Stuttgart. Gleich mal den Kalendercheck durchführen, ob ich Zeit habe…


Tracklist:
1. Come to Wither 

2. Great Collapse
3. Bless the buried Child
4. Renewal
5. This is how we die
6. Curtain Call
7. Silence
8. Hollow
9. Hope shall rise
10. Reboot
11. The Grand Design (feat. Ralf Scheepers))

 

Bewertung:

9,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Vanish
  • Album Titel: Come To Wither
  • Erscheinungsdatum: 24.10.2014
  • Fazit: Edler Mix aus Power-, Progressiv- und Heavy Metal aus dem Schwabenland, mit Herz und Verstand. Für alle, die Dauergeknüppel als zu monoton empfinden und nicht gleich einen Herzstillstand kriegen, wenn mal etwas mehr Synthies zum Einsatz kommen. Bravo, Vanish volle 9,5 von 10 Punkten (1/2 Punkt lasse ich noch Luft, weil ich noch mal ein paar Durchläufe brauche, bis ich alle Feinheiten dieser Scheibe erfasst habe).
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