Sonntag, 26 Juli 2015 11:08

Beyond the Dust – Khepri

geschrieben von Soundchaser
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BEYOND THE DUST kommen aus Paris und legen mit „Khepri“ ihr Debütalbum vor – das ähnlich verstörend wie die meisten französischen Spielfilme ist (wirre Handlung, merkwürdige Dialoge, seltsame Charaktere…) und irgendwie weiß ich nicht so recht, was die vier Jungs eigentlich mit „Khepri“ musikalisch aussagen wollen. Vielleicht wissen sie’s selber nicht so genau.

Dieses Album ist komplex, die Spielzeiten deuten schon darauf hin, dass hier keine chartverdächtigen Songs rausgeballert werden. Gleich beim ersten Song, „Rise“, schreddern die Pariser ordentlich los, sehr technisch, sehr klinisch, vertrackt. Und gerade, wenn man sich halbwegs in ein Stück reingehört hat, brüllt Sänger Andrew los wie ein Baby, das scheinbar seit Tagen kein Happahappa bekommen hat und nun so nervtötend nach der Mami schreit, dass man schier aus beiden Ohren blutet. Mal ehrlich – was soll das? Jetzt echt nix gegen harschen Gesang oder gar Growls (in welcher Tonhöhe auch immer), aber wer progressiv geprägten Metal produziert und meint, Spannung käme allein dadurch auf, dass man die Kreischsäge auspackt, der sollte besser ein anderes Handwerk betreiben.

 

Dabei ist „Khepri“ immer wieder durchaus interessant und Andrews Gesang stellenweise sogar richtig genial, wenn die Band sich mal traut, weniger verschachtelt und Haken schlagend zu spielen („Clarity“ z.B. baut richtig schön einen Spannungsbogen auf, bietet interessante Gitarrenläufe, bis dann nach etwas mehr als der Hälfte wieder das nervige und aus meiner Sicht völlig überflüssige Gebrüll einsetzt; „Relief“ setzt die Shouts wenigstens dosiert und songorientiert ein; der abschließende Dreiteiler „The Edge of Earth and Sea“ hat auch durchaus überzeugende Momente und hörenswerte Strukturen, hat aber insgesamt keinen wirklichen Wiedererkennenswert). Nein, nein, nein, ich steh wirklich auf Progressiv Metal und seine Unterspielarten, aber was Beyond the Dust hier abliefern, ist mir alles viel zu kalt, irgendwie seelenlos, zu technisch, zu klinisch, wirkt überaus steif und wird dann auch noch mit viel zu viel Brüllattacken garniert. Und die Produktion ist mir dazu noch zu steril, wie ausgebleicht.

 

Trackliste:

01 Rise

02 Clarity

03 After the Light

04 Relief

05 Last Breath

06 Zero

07 Silence and Sorrow

08 The Edge of Earth and Sea – Part One

09 The Edge of Earth and Sea – Part Two

10 The Edge of Earth and Sea – Part Three

 

Bewertung:

4 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Beyond the Dust
  • Album Titel: Khepri
  • Erscheinungsdatum: 17.11.2014
  • Fazit: Wer sich in kalten Fluren wohlfühlt, in denen ein Schreihals und seine drei Kumpels mit Unterstützung klinischer Sounds technisch geprägten Progressiv Metal mit Djentattacken, Mathcoreeinschüben und teilweise wirren Rhythmus- und Tempiwechseln zum Besten gibt, möge mal reinhören. Mich persönlich berührt diese Scheibe wie eine Wolke üblicherweise den Erdboden.
Gelesen 3723 mal Letzte Änderung am Montag, 27 Juli 2015 07:37

Medien

Last Breath (official lyric video) Beyond the Dust

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