Montag, 15 Juni 2015 17:58

Ashtar - Ilmasaari

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Ilmasaari Ilmasaari Ashtar

Marko Lehtinen und Witch N., das sind die zwei Personen, die hinter Ashtar stecken. Das Duo besteht seit 2012 und spielt Black Doom, der mit einem Hauch Sludge garniert wird. "Ilmasaari" ist das erste Album der beiden und wurde vor kurzem erst bei Czar of Bullets veröffentlicht.

Auf den ersten Blick wirkt das Album nicht gerade vollgepackt, denn nur sechs Songs stehen auf der Titelliste. Doch das täuscht, denn jeder der Songs ist fünf Minuten oder länger und bei "Celestial" stehen sogar volle zwölf Minuten Länge zu Buche.


Es ist aber nicht schlecht, dass sich Ashtar auf diese sechs Songs beschränken, denn so können diese ihre volle Wirkung auf den Hörer besser entfalten. Jedes der Stücke gleicht einem düsteren, ungeschliffenen Edelstein, der jeder für sich schon eine eigene starke Austrahlung hat, aber erst in die Fassung des gesamten Albums eingefasst seine volle Kraft und Schönheit entwickeln kann. Schönheit ist hier aber nicht Hochglanz, sondern etwas Dunkles, Rohes und Verstörendes, was den Songs inne wohnt. Die Schönheit der Musik liegt hier in einer dunklen Kraft, die von Ashtar in kreative Bahnen gelenkt wird und durch die sich die Songs unbemerkt im Kopf festsetzen, bis man ihnen verfallen ist.


"Ilmasaari" ist aber ein Album, was wachsen muss. Es wird nicht gleich beim ersten Hören zünden und auch nicht beim zweiten oder dritten. Es braucht Zeit, ehe man hinter der augenscheinlich einfachen Fassade der Songs die Details und Feinheiten entdeckt, die in diesen versteckt sind. Jedes der sechs Stücke hat so seine kleinen, besonderen Momente, die mal mehr oder weniger offensichtlich sind. Zum Beispiel wäre da der Beginn von "Collide", bei dem mit Digeridoo-Klängen und einer traurigen Violine eine Gänsehautstimmung erzeugt wird, wie ich es nur selten erlebt habe. Oder die Vocal-Parts in "Moons", wenn Screams und Klargesang gemeinsam den Hörer in den Hörgenuß entführen. Das ist zwar nichts neues, aber auch die alten und einfachen "Tricks" muss man erst einmal so hinbekommen, dass sie den Hörer noch mal mit- und vom Hocker reißen.


Auch atmosphärisch schafft es das Duo, den Hörer mitzunehmen und ihn in die Tiefen seiner Musik abtauchen zu lassen. Geschaffen wird dies durch eine sehr gute und intensive Gitarrenarbeit, auf der für mich auch das Hauptaugenmerk der Beiden liegt. Egal, ob es nun zähfließende Doomriffs sind oder rasende Black Metal-Parts, alles ist mit viel Gefühl aufeinander abgestimmt und bekommt durch die zwei Gitarren eine hohe Intensität. Auch bei den Vocals achten Lehtinen und Witch N. darauf, dass sie sich in das Gefüge der Songs und der Instrumente gut einpassen. Screams oder Klargesang werden etwas leiser gestellt und bekommen dadurch einen beschwörenden, fast hypnotisierenden Klang, welcher sich auf den Riffteppich der Gitarren legt. Die anderen Instrumente spielen da nur eine untergeordnete Rolle. Die Drums machen mit präzisem, metronomartigen Spiel auf sich aufmerksam, was mich teilweise an Drumcomputer erinnert, und der Bass gibt den Songs noch etwas Tiefe mit bzw. geht er im Gesamtsound unter.


Damit komme ich auch leider zum einzigen negativen Kritikpunkt, den ich bei "Ilmasaari" anbringen muss: der matschige Gesamtsound bzw. die schlechte Abmischung des Albums! Gerade wenn die Gitarren einen der schnelleren Black Metal-Parts spielen, die Drums doch mal etwas aus sich heraus gehen und es dazu noch Vocals gibt, dann gibt es nur noch Brei zu hören. Dazu kommt, dass der Bass, wie oben schon erwähnt, teilweise nicht existent erscheint. Hier hätte ich mir eine etwas sattere Abmischung des Albums mit etwas mehr Druck gewünscht, da ich denke, dass so manch Song dann noch etwas besser wirken könnte.


So kommt es auch, das "Ilmasaari" knapp an der Höchstpunktzahl vorbei schrammt, denn der Soundbrei, der stellenweise entsteht, trübt doch zu sehr den Hörgenuß. Ansonsten ist das Debütalbum von Ashtar ein sehr feines Werk geworden, welches mit dichter Atmosphäre, sehr guter Gitarrenarbeit und ein Händchen für Höhepunkte in den Songs glänzt.


Tracklist:

1 Des siècles qui éternellement séparent le corps mortel de mon

2 She Was A Witch

3 Celestial

4 Moons

5 These Night Will Shine On

6 Collide


Bewertung:

8,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Ashtar
  • Album Titel: Ilmasaari
  • Erscheinungsdatum: 08.06.2015
Gelesen 2148 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 19 Oktober 2016 20:58

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Des siècles qui éternellement séparent le corps mortel de mon - Ashtar Ashtar

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