Montag, 16 März 2015 10:33

Ancient Rites - Laguz

geschrieben von Ghostwriter
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Laguz Laguz Ancient Rites

So lange wie die Belgier von Ancient Rites unterwegs sind, mag man Ihnen die Geschichten epochaler Schlachten von anno dunnemals fast schon als Zeitzeugen Dokumente abnehmen. Nun meldet sich die Kombo, die über die Jahre die Transformation von Black Metal hin zum majestätischen Viking-Folk (mit nur noch einem Hauch BM) gemacht hat, nach fast 10 Jahren Schaffenspause wieder zurück.

„Laguz“ heißt das Werk (für alle Hobby-Sinologen unter uns, das ist die 21. Rune aus dem älteren Futhark) und Laguz steht grob für Wasser oder See, aber auch für rohe schöpferische Schaffenskraft, reißende Ströme aber auch erhabene Stille. Von letzterem bietet der Silberling eher weniger, haben sich Ancient Rites aus meiner Sicht doch fast komplett zum Epischen und weg vom BM gewandt. Die Themen sind (wiedermal) dieselben - Schlacht hier, Gemetzel da, historische Anspielung dort, Schleife drum und ab dafür! Aber so einfach machen wirs uns natürlich nicht:


Schon während den ersten drei oder vier Tracks drängen sich mir die ersten Vergleiche auf. Hier eine Runde Turisas, da ein Hauch Haggard gemischt mit den Arrangements eines Transsiberian Orchestras. Das Einzige was vom Black Metal aus meiner Sicht noch übriggeblieben ist, sind Einflüsse wie man sie vor Jahren mal auf Cradle Of Filths „Midian“ gehört hat und die sich auf dem stark umstrittenen Album auch mehr an klassisch-pompösen Arrangements versucht haben – und naja, auch leider den „Klangwänden“, die viele Stücke auf Laguz im Zusammenhang mit eben jenen Arrangements leider völlig überladen klingen lassen.


Viele Stücke Sind trotzdem, vor allem mir als Haggard oder Molllust Fan, sehr angenehm, so z.B. „Carthago Delenda Est“ (siehe Video), das auch noch vor dem Titeltrack „Laguz“ als Hörbeispiel des Albums dienen kann: Ausschweifendes klassisches und keyboard und/oder samplergestütztes Intro, schnelles Drumgeblaste und Einsatz von Gunther Theys Geflüstert-Gezischtem Singsang, aus dem Hintergrund hervorstechendes Gitarrensoli, wieder Gesangspart, erneutes Gitarrensolo, episches Outro, nächster Song.


Für mich persönlich ist das Konzept das Ancient Rites hier vorlegt nicht so weit von „Rubicon“, dem letzten Album aus 2006 entfernt, auch wenn sich z.B. Gunther Theys sich komplett vom Growlen verabschiedet hat und allgemein etwas weniger Abwechslung in den Songstrukturen zu erkennen ist. Dass die werte Konkurrenz teilweise aber unterdurchschnittlich Punkte vergibt, verstehe ich nicht. Gut, das Rad wird auch hier nicht neu erfunden und es ist genau das, was man von Ancient Rites erwartet hätte und hat – aber dennoch ist das Album gut produziert und eine schöne Schnittmenge durch erwähnte Bands und eine echte Abwechslung zum X-ten Viking Pagan Album in 2015.


Tracklist:

01. Golden Path To Samarkand
02. Carthago Delenda Est
03. Under The Sign Of Lagoz
04. Von Gott Entfernt [Bij Nacht En Ontij]
05. Apostata [Imperator Fidelis)
06. Legio V Alaudae [Fifth Larks Legion]
07. Mind Unconquered
08. Umbra Sumus [We Are Shadows]
09. Frankenland
10. Fatum [Ill Fate/Noodlot]


Bewertung:

8 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Ancient Rites
  • Album Titel: Laguz
  • Erscheinungsdatum: 20.02.2015
  • Fazit: Gut, das Rad wird auch hier nicht neu erfunden und es ist genau das, was man von Ancient Rites erwartet hätte und hat – aber dennoch ist das Album gut produziert und eine schöne Schnittmenge durch erwähnte Bands und eine echte Abwechslung zum X-ten Viking Pagan Album in 2015.
Gelesen 1693 mal Letzte Änderung am Montag, 16 März 2015 11:29

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Carthago delenda est Ancient Rites

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