Montag, 26 Januar 2015 17:12

Thornafire – Magnaa

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Was würden wohl Krisiun zu ihren Nachbarn aus Chile sagen? Mit Thornafire haben diese zumindest eine Death Metal Band, die in Sachen Brutalität und Tempo zwar nicht ganz an die Großen der Szene herankommen, aber doch gut im Windschatten mithalten können.

Dass die Jungs aus der chilenischen Hauptstadt auch schon etwas an Erfahrung aufweisen können, zeigt allein ein Blick in ihre Diskographie: Drei Demos und vier Alben, wovon letzteres das besprochene Magnaa ist, kann die Band seit ihrer Gründung 1998 vorweisen. 2013 dann noch der Plattenvertrag bei den deutschen FDA Rekotz gefolgt von der dritten(!) Europa-Tour. Wenn ich mir weiter anschaue mit welchen Größen sie schon die Bühne teilen durften, wundeer ich mich, dass ich die Jungs nie vorher auf dem Radar hatte – Legion of the Damned, Dimmu Borgir, Overkill, Sodom und Konsorten. Noch mehr wunderte ich mich jedoch, als ich das 50-minütige Machtwerk das erste Mal durchhörte.  


Die Scheibe beginnt mit einem schwarzmetallischen mid-Tempo Instrumental-Intro. Das baut schon mal schön Atmosphäre auf, die das komplette Album durch auch aufrechterhalten werden kann. Eine Sorge die ich vor dem Hören hatte, wurde nun auch getilgt: Das im Bandprofil erwähnte Keyboard wird, wenn überhaupt, nur sehr dezent und hintergründig eingesetzt. Nahtlos folgt dann der erste richtige Song "La Sierpe" und mit ihm eine ordentliche Temposteigerung. Sehr rifforientiert und spielerisch präzise lässt die Band ihren düsteren Todesblei auf den Hörer los und kommt somit nicht in die Gefahr, den roten Songwriting-Faden durch etwaiges Gedudel zu verlieren – ein Problem, dass bei vielen technisch versierten Bands, wie es diese ist, besteht. Das Gegrowle von Paul Callahan klingt ordentlich aggressiv und durch den typisch südamerikanischen Akzent immer noch individuell und eigenständig. Das komplette Album wirkt organisch und wie aus einem Guss geschmiedet.


Aufgelockert wird der durchweg brutale Stil von teils epischen, aber nicht aufgezwungenen Melodien und hier und da mal von kleinen herausstechenden Gimmicks, die aber gerade dazu beitragen, dass der Spanungsbogen niemals abflacht. Im Instrumentalstück "Corvus Corax" beispielsweise ostiniert ein Riff immer und immer wieder und brennt sich so in den Kopf des Hörers ein. Scheint der Song zum Ende zu kommen und das Gröbste überstanden zu sein, kehrt das Motiv wieder und wird langsam wie ins Unendliche ausgeblendet. Das "Interlude" in der Mitte des Albums klingt wie eine groteske Cembalo-Sonate und bei "Die unaufhaltsame Strömung" versucht sich der Sänger an der deutschen Sprache und ja, es wirkt richtig gut! Das Stück ist zudem auch wegen seiner Melodienvielfalt und seines cellobegleitenden Outros als Hörtipp zu empfehlen. Der Sound des Albums wirkt durchweg schön hart, druckvoll und keineswegs klinisch. Von der getriggerten Bassdrum muss man natürlich ein Freund sein, ich finde es bei so schnellem Gehacke notwendig und vollkommen passend.


Trackliste:

01 Intro

02 La Sierpe

03 La Esencia Invisible

04 Corvus Corax

05 La Voluntad de los Autocratas

06 Intermezzo

07 Sacrificial Catabasis

08 Die Unaufhaltsame Strömung

09 Vortex De Sileo

10 Buenos Aires Paraphernalia

11 Scorching Iron Thorns

12 En El Trono De Los Ciegos

13 Espiritual Lid Paranoia

14 Outro

 

Bewertung:

8 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Thornafire
  • Album Titel: Magnaa
  • Erscheinungsdatum: 26.09.2014
  • Fazit: Das Wort zum Sonntag: Wer auf schnelles technischeres Geprügel steht und gegenüber gelegentlichen düsteren Black Metal Elementen nicht negativ eingestellt ist, sollte der Band mal ein Ohr widmen und das eventuell schon ziemlich früh, man weiß ja nie wann sie wieder mal in Deutschland auf Tour sind.
Gelesen 4944 mal Letzte Änderung am Dienstag, 03 Februar 2015 19:14

Medien

La Esencia Invisible (OFFICIAL VIDEO) Thornafire

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