Donnerstag, 04 September 2014 18:17

As I Am - I'll Never Die

geschrieben von
Artikel bewerten
(4 Stimmen)
Logo Logo As I Am

2002 wurde in Bremen der Grundstein für As I Am gelegt. Damals noch als Spaßmusiker unter dem Namen "Irgendwas Anderes" unterwegs, fand man sich aber schon in der Konstellation zusammen, die bis heute Bestand hat. 2005 nannte man sich in As I Am um und widmete sich von nun an dem Heavy Metal, welcher mit Einflüssen aus dem Power Metal gespickt ist. Nach "Into The Darkness" (2010) wurde mit "I'll Never Die" nun das zweite Album veröffentlicht.

Mit "...And The Hero Comes Again" beginnt dieses und man kann durchaus sagen, das damit auch das Elend seinen Lauf nimmt. Denn schon im Opener wird das große Problem von As I Am deutlich: statt gradlinig die Songs voranzutreiben, versuchen sie, so viele Ideen wie möglich in ein Song zu packen. Es ist ja schön, dass sich alle Bandmitglieder am Songwriting beteiligen dürfen, aber bitte nicht so! Teilweise klingt es, als ob jedes Mitglied mal einen Beitrag zum Song abgeben durfte und man diese einfach aneinander gereiht hat. So kommt es zu unverständlichen und schlecht getimten Brüchen in der Songstruktur, die das Hören sehr anstrengend und sperrig machen. Oft saß ich auch einfach nur kopfschüttelnd vor den Boxen, weil ich nicht verstand, warum man das jetzt unbedingt so machen musste.


Das schlimme daran ist, das viele Ideen und Ansätze sogar richtig gut sind. Das tut einem schon körperlich weh, wenn man hört, was da an Kreativität den Bach runter geht, weil man sie für die Gleichberechtigung aller Bandmitglieder opfert. Man darf mich jetzt hier nicht falsch verstehen, ich finde es absolut richtig, wenn sich in einer Band alle einbringen dürfen, aber dann bitte mit einem klaren Ziel und Ausrichtung vor Augen, wo es hingehen und wie der Song werden soll.


Leider muss ich auch noch weiter meckern, denn "I'll Never Die" hat noch einen weiteren großen Schwachpunkt. Es sind, mal wieder, die Keyboards, die mir auch den letzten Spaß an der Platte rauben. Zu Beginn des Albums sind sie noch recht wenig zu hören, drängen sich aber im Laufe des Albums stärker in den Vordergrund und nerven immer mehr. Was daran liegen mag, dass die Einsätze des Keyboards an vielen Stellen einfach fehl am Platz sind, weil es die Stimmung der Songs zerstört bzw. einen recht guten Song auf einmal eine nervtötende Komponente mitgibt, die jeden guten Eindruck wieder zunichte macht. Außerdem wird das Keyboard stellenweise so kitschig als Pianobegleitung eingesetzt, dass ich mir diese Songs nur mit Mühe zu Ende anhören konnte.


Es gibt aber auch durchaus positives über As I Am zu sagen. Wenn man das Album z.B. nur nach der Leistung an den Instrumenten beurteilt, würde die Punktzahl höher ausfallen. Man merkt es deutlich, dass alle Musiker schon länger zusammen Musik machen und gut aufeinander eingespielt sind und die Erfahrung an den Instrumenten sehr hoch ist. Auch der Gesang gehört, einzeln betrachtet, mit zum besseren, was man im Heavy Metal-Bereich zu hören bekommt. Kräftig, markant und mit einer rauen Note versehen, lässt er sich gut hören und bildet teilweise die einzige klare Linie in den Songs.


Was am Ende von "I'll Never Die" bleibt, ist der fade Beigeschmack, dass man es dem Album von vorne bis hinten anmerkt, dass es As I Am besser können. Das musikalische Potenzial ist in Kreativität und Spielleistung sehr hoch, es wird nur nicht oder falsch genutzt. Wenn As I Am ihre Ideen in Bahnen lenken und an einer gradlinigeren Ausrichtung der Songs arbeiten, dann wird das nächste Album mit Sicherheit einen großen Sprung nach vorne machen.

 

Tracklist:

01. ...And The Hero Comes Again

02. I'll Never Die

03. Never Surrender

04. The Djin

05. Far Away

06. In My Dreams

07. Angels In Uniform

08. On The Skyline

09. Fly Away

10. Cry Out

11. The Storm

12. Higher (Mr. Perfect)

 

Bewertung:

4 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: As I Am
  • Album Titel: I'll Never Die
  • Fazit: Was am Ende von "I'll Never Die" bleibt, ist der fade Beigeschmack, dass man es dem Album von vorne bis hinten anmerkt, dass es As I Am besser können. Das musikalische Potenzial ist in Kreativität und Spielleistung sehr hoch, es wird nur nicht oder falsch genutzt. Wenn As I Am ihre Ideen in Bahnen lenken und an einer gradlinigeren Ausrichtung der Songs arbeiten, dann wird das nächste Album mit Sicherheit einen großen Sprung nach vorne machen.
Gelesen 1430 mal

Medien

Never Surrender - As I Am As I Am

 Undergrounded 2017 -  ImpressumDatenschutzerklärung