Freitag, 16 Mai 2014 11:39

Patria - Individualism

geschrieben von Ghostwriter
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Individualism Individualism Patria

Persönlich habe ich mich allgemein mit Black Metal aus Brasilien relativ wenig beschäftigt und hätte ich vor dem Hören des Albums gewusst, dass die Jungs von Patria nicht aus Skandinavien kommen, ich hätte es definitiv nicht rausgehört. Mit Individualism liefern die Patrianer Triumphsword (Vocals), Mantus (Guitar), Igniis Inferniis (Guitar) Ws Vulkan (Bass), Abyssius (Drums) gefühlt und gehört eine Hommage an die BM-Szene der 2000er ab – Ob das gewollt war, sei dahingestellt.

„Individuell“ wäre aus meiner Sicht auf jeden Fall ein eher falsch gewählter Titel. Track vier „Outrage“ klingt so sehr nach K.I.N.G von Satyricon, dass ich im Kopf schon „Serpents tounge - dagger claws Dragon wings - crooked horns“ intoniere und so könnte es grad weitergehen. Track fünf „Orphan Of Emptiness“ könnte auch Darkthrone entsprungen und Track neun Your Rotten Heart Dies Now“ von Taake Hoestpersönlich (man verzeihe mir das Wortspiel) geschrieben, einstudiert, performt und aufgenommen worden sein.


Auf jeden Fall hört man dem inzwischen 5. Album von Patria an, dass es von Profis für Melodic-Fans gebastelt wurde. Die Instrumente werden mit einer Perfektion beherrscht, die sich hören lässt, dem Album wird außerdem ein schönes Intro, ein Outro und eine kurze Pause (Track acht „Epiphany“) mit viel Klavier, düsterem Chanting und etwas Keyboard spendiert und eben allem was eine Runde melodische BM Scheibe ausmacht - Ein bisschen zu perfekt für meinen Geschmack. Anstatt das Spirit der neuen-alten Meister 1 zu 1 wiederzugeben und nen weichen Filter drüberzulegen, hätte ich mir an der einen oder andere Stelle mehr Eigenständigkeit und vielleicht sogar etwas Feuer der brasilianischen Mentalität gewünscht.


Wenn man das Mastering Profis überlässt (Hier war Øystein, auch bekannt von Borknagar und Cronian Pate am Regler), bekommt man eben auch absolute Qualität, was mir beim BM aber nicht immer gefällt. Etwas mehr Rotz, Blut, Hass und Stahl hätte es schon sein dürfen, aber dafür gibt’s auch nur Abzüge in der B-Note und die relative Kürze des Albums (knapp über 40 Minuten) ist da dann schon eher ein Punktekiller.  Persönliches Fazit: Gut gemachtes Melodic-BM Album, aber nichts Neues auf dem Markt - Für Fans der alten-neuen Meister definitiv ein Pflichtkauf!


Tracklist:

01. Individualism
02. Blood Storm Prophecy
03. Uncrowned God of Light
04. Outrage
05. Orphan of Emptiness
06. Far Beyond The Scorn
07. Catharsis
08. Epiphany
09. Your Rotten Heart Dies Now
10. God’s Entombment
11. Requiem For The Ego


Bewertung

7,5 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Patria
  • Album Titel: Individualism
  • Erscheinungsdatum: 21.04.2014
  • Fazit: Ich weiß natürlich wie schwer es ist gerade auf dem Markt etwas vollkommen Neues zu erfinden oder sich von den alten Weisen im Nacken noch irgendwie abzuheben. Für Einsteiger in die Richtung ein schöner Gang durch alles was (melodischen) BM ausmacht.
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