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Dienstag, 13 Mai 2014 03:56

Heaven's Scum - It all ends in Pain

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It all ends in Pain It all ends in Pain Heaven's Scum

Grooviger Melodic-Death Metal aus Luxemburg. Hm. Luxemburg... Kann man da den Exotenbonus geltend machen? Metal aus Luxemburg ist mir bisher nicht so oft untergekommen. Um genau zu sein gar nicht. Also nicht bewusst zumindest. Dann ist es ja schon selten bzw. „exotisch“. Andererseits liegt Luxemburg so sehr im Herzen Europas, da fällt es schwer von exotisch zu reden. Naja, am Ende kommt es ja auf die Musik an. Also, was bietet uns denn Heaven's Scum so feines an?

Nach dem rund einminütigen Intro, dass eine akustische Version einer Geburt, aus Sicht des Neugeborenen, darstellt, erfährt man umgehend was man geboten bekommt. Melodic Death Metal der, zumindest was die Gitarrenriffs und -leads angeht, stark nach 90er-Jahre in Schweden anhört. Soilwork und Arch Enemy sind so das erste was mir in den Kopf geschossen kam. Mit fortschreitender Dauer realisiert man aber, dass, außer den Riffs und hin und wieder mal ein paar Songstrukturen, nicht wirklich viel mehr an Schweden erinnert. Was vor allem daran liegt, dass die Songs sich, geschwindigkeitstechnisch, nie wirklich oberhalb von gehobenem Midtempo bewegen. Und Songs wie „Enemy“, „Blood coverd Dawn“ oder „I don't know“ lassen sich sogar im balladesken Bereich ansiedeln. Das bietet zwar schon eine gewisse Abwechslung, allerdings würden hier und da mal ein bissel mehr Speed, der Platte wirklich gut tun. Gerade weil manche Songs, auf Grund des allgegenwärtigen Midtempos, doch etwas vor sich hinplätschern. Zu selten sticht mal ein Song wirklich heraus, wie bspw. „Dr. Lecter's Passion“ oder „Inferno“.

 

Das Quartett beherrscht seine Instrumente durchweg gut. Marc und Oliver an den Gitarren machen einen richtig guten Job und zeigen hier und da ein paar schöne Solos. Lex könnte hier und da etwas mehr Abwechslung in seine Drumparts bringen, aber ansonsten gibt es nicht wirklich etwas daran auszusetzen. Big Ben's-Bassspiel ist dezent, passend zu den Songs und technisch auf gutem Niveau. Seine Vocals widerum werden wohl die Hörerschaft spalten. Seine Growls sind sehr gut und die Shouts sind auch gut und er setzt sie wirklich sehr akzentuiert ein. Aber seine „cleanen“ Vocals sind absolute Geschmackssache. Es wirkt als müsste er sich deutlich mehr anstrengen ruhig zu singen als bei seinen Growls und Shouts. Das lässt das ganze etwas „kauzig“ wirken, mir persönlich gefällt es sehr gut, ich kann aber auch verstehen wenn andere damit Probleme haben.

 

Man hat hier ein Album einer Band die offensichtlich weiß was sie will. Und auch wenn sie sich bei den Riffs im schwedischen Melodic-Death bedient, erkennt man, dass sie ansonsten doch klar versuchen einen eigenen Sound, eine eigene Identität zu entwickeln. Und das gelingt, meiner Meinung nach, auch schon ganz gut. Dennoch muss ich sagen, bei den 15 Songs verteilt auf 57 Minuten, sind auch einige Filler dabei. Hier wäre vielleicht „weniger ist mehr“ sinnvoller gewesen und man hätte drei oder vier Songs raus genommen und dafür die Zeit noch etwas in die restlichen Songs investiert.

 

Alles in allem bleibt zu sagen, die Jungs haben durchaus Potenzial aus der Masse der Modern Metal/Melodic-Death Metal-Bands herauszustechen. Etwas mehr Arbeit an den Songs und hier und da etwas mehr Abwechslung was die Geschwindigkeit angeht und wir hätten hier ein sehr gutes Debut!

 

Tracklist:

[The Womb]
Never wanted
My best Friend
I see Death in your Eyes
Love
Dr. Lecter's Passion
Enemy
Mutuality
Place Number One
Blood covered Dawn
Inferno
I don't know
Stalker
The fallen Hero
Death in common

 

Bewertung:
7/10

Weitere Informationen

  • Band: Heaven's Scum
  • Album Titel: It all ends in Pain
  • Erscheinungsdatum: 19.04.2014
  • Fazit: Durchschnittlich bis gutes, grooviges, Melodic-Death Metal-Debut einer Band mit Potenzial.
Gelesen 1988 mal Letzte Änderung am Dienstag, 13 Mai 2014 04:17

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