Samstag, 12 Oktober 2013 09:24

Acacia - Tills döden skiljer oss åt

geschrieben von Ghostwriter
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Tills döden skiljer oss åt Tills döden skiljer oss åt Acacia

Grau in Grau präsentiert sich der Oktober und Grau in Schwarz präsentiert sich das Debütalbum von Acacia - „Tills döden skiljer oss åt“, was soviel bedeutet wie „Bis das der Tod uns scheidet“. In diesem Fall könnten wir eher von einer EP als von einem Album sprechen, da die Scheibe nur insgesamt 5 Tracks präsentiert, wovon man sich aber nicht täuschen lassen sollte.

Diese 5 Tracks ziehen sich nämlich insgesamt über 60 Minuten und sind damit nicht gerade einfache oder leichte Kost die man sich kurz nebenbei reinknallt. Wer sich eine Minute Zeit nimmt die Memberliste zu studieren, wird nach dem ersten Hören kaum überrascht sein, dass die Wurzeln von Acacia bei Shining liegen, die passenderweise ebenfalls aus Halmstad (Schweden) stammen. Mit dem Sound von Shining hat das Album dennoch „relativ“ wenig gemein, wenn man von der depressiven Stimmung und einem wagen schwarzmetallischen Grundgerüst absieht. Auf „Tills döden skiljer oss åt“ geht es bedächtiger, epischer und langatmiger zu. Die Länge der einzelnen Tracks lässt extrem viel Raum sich einzelnen Momenten voll und ganz hinzugeben. So spielen vor allem Piano und eher langsame und sphärisch getragene Gesänge sowie ein mildes Gitarrenspiel die Hauptrolle – Um alle paar Takte aber von rotzig-wütenden BM-Geschredder unterbrochen bzw. bereichert zu werden. Gerade diese Parts erinnern dann doch stark an Shining oder aktuelles Agrypnie Material und fügt sich stimmig in ein komplexes Konstrukt das ich persönlich eher als Gemälde denn als Musik ansehen würde. Man verliert sich von Anfang bis Ende komplett und ich würde einen einsamen Spaziergang durch nebelverhangene und sterbende Wälder empfehlen um die Stimmungslage perfekt zu beschreiben, die diese Art von Musik mit sich bringt.

 

Eine konkrete Songbeschreibung fällt mir aufgrund der beschriebenen Tatsachen schwer, da sich hier Song in Song versteckt und in einem steten Wandel zu viele Einflüsse bewegen. „Förnimmelsens Lund Af Längtan“ könnte allerdings als Referenzsong herhalten, der fast schon „Paganeresque“ beginnt. Nach dem knapp über einminütigen Intro steigt man mit Gesang bzw. Growls ein und die Gitarren bekommen etwas mehr Möglichkeit aus dem Hintergrund herauszutreten bevor der Raum komplett von Piano und einem klareren Gitarrenspiel dominiert wird. Kurze Zeit später setzt auch wieder eine her sanfte Stimme die einen weiterträgt nur um in Minute 04:30 den Genickschuss per hartem Geschredder gesetzt zu bekommen. Ab dem Zeitpunkt und nach einer langen Depressive BM Einlage wird es fast schon etwas doomig bevor man, aus zahlreichen Wunden blutend, wieder sanft aus dem Song herausgetragen wird. Fast schon beschwingt und in einem Duett endet das Lied und lässt den Geist leer und erschöpft zurück.

 

Mehr oder minder beschreibt das alle Songs der Platte, wenn man vom ersten (und kürzesten) Song „Död Mans Mask absieht. Dieser ist ein echtes sehr pianolastiges Schmuckstück und überrascht nicht wie die anderen Songs mit unerwarteten Wendungen sondern mit getragenem und schön anzuhörenden Gesang sowie insgesamt sehr sanften Klängen bevor es bei den anderen Songs ins nasskalte Wasser geht.


Tracklist:

1.Död mans mask

2.Förnimmelsens lund af längtan

3.Amourens redoxreaktion

4.Egocentrisk isolation

5.Tills döden skiljer oss åt

 

Bewertung:

9,5 von 10 Punkten


Weitere Informationen

  • Band: Acacia
  • Album Titel: Tills döden skiljer oss åt
  • Erscheinungsdatum: 01.07.2013
  • Fazit: Ohne ein großer Shining Fan zu sein kann ich dennoch sagen, dass ich die Scheibe extrem genossen habe und dass diese einen festen Platz im Player bekommt um die eine oder andere suizidale und feierliche Stimmung zu verstärken.
Gelesen 3550 mal Letzte Änderung am Samstag, 12 Oktober 2013 09:31

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Förnimmelsens Lund Af Längtan Acacia

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