Mittwoch, 27 März 2013 13:06

Molllust - Bach con fuoco

geschrieben von Ghostwriter
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Bach con fuoco Bach con fuoco Molllust

„Wären Mozart, Bach oder Beethoven im 21. Jahrhundert aktiv, wären sie wohl Metaller gewesen.“ Diesen Spruch habe ich bereits mehrfach von Freunden der Klassik gehört und dieses „Experiment“ wird jetzt von einigen namhaften Vertretern der Zunft, so auch seit 2010 von Molllust, geführt. Nach dem 2012 veröffentlichten Album „Schuld“, schiebt Molllust...

...im März 2013 ihre EP „Bach con fuoco“ nach und versucht an die durchweg positive Resonanz des Debüt-Albums anzuknüpfen. Als Metalhead ist es meist schwierig sich in andere Genre zu versetzen, auch wenn man, wie ich, der Klassik nicht ganz abgeneigt ist. Um „Bach con fuoco“ richtig verstehen zu können bräuchte man wohl mindestens eine klassische Gesangs- oder Instrumentenausbildung oder wenigstens eine gute Musiknote. Da ich leider auf keines der drei Dinge zurückgreifen kann, muss ich das Album sehr subjektiv und den Vergleich mit mir bekannten Bands ähnlichen Genres ziehen.

 

Beim Hören der Scheibe habe ich versucht eine Skala zwischen Haggard und Therion zu ziehen, die aus meiner Sicht jeweils im Klassik-Metal Bereich echte Akzente gesetzt haben. Wenn Haggard viel Klassik mit einem Schuss Metal mischt und Therion Metal mit einem Schuss Klassik, dann sind Molllust etwa in der Mitte anzusiedeln. Bei „Bach con fuoco“ ist die Tendenz ca. 70-30 Klassik zu Metal. Man merkt auf jeden Fall schnell, dass das Sextett die Instrumente (Cello, E-Violine, Klavier) sowie Bass, Schlagzeug und E beherrschen. Weder Frontfrau bzw. Sopranistin Janika Groß, die nach eigenen Angaben singt seit sie die physischen Voraussetzungen dazu erfüllt, noch die Mitstreiter, leisten sich auf der EP Schnitzer. Die sehr gute Qualität ist wohl auch Andy Schmidt (Echolux) zu verdanken, der die Scheibe gemixt und gemastert hat.

 

Mir persönlich fehlt bei den vier Songs mit einer Spielzeit von ca. 20 Minuten aber ehrlich gesagt trotzdem der Biss. Das Ensemble leistet mit Ihren Instrumenten großartiges, keine Frage, aber mir ist das einfach zu wenig. Die E, der Bass und das Schlagzeug gehen in dem Arrangement insgesamt zu sehr unter und werden von Janika gefühlt in den Hintergrund getrieben. Von den kurzen Gesangsparts von Frank mal abgesehen, plätschert der Rest so mit und wirklich episch entwickelt sich leider keines der Lieder. Wirklich rockig wäre am ehesten noch Track 2 „Blute nur du Liebes Herz“ zu nennen, während „Ave“ zwar gesanglich stark, aber ansonsten für meinen Geschmack zu blutleer daherkommt.

 

Fazit: Alles in allem ist die Scheibe mehr den Hardcore „Klassissten“ zu empfehlen die sich an das Metalgenre herantasten wollen - Oder für Leute wie mich die einfach ein bisschen Entspannung zu sanftharten Klängen schätzen. Den klassischen Metalheads empfehle ich aber eher, wie oben erwähnt, Werke von Haggard und Therion zur langsamen Eingewöhnung.


Tracklist:

1. Präludium

2. Blute nur, du liebes Herz

3. Aus Liebe will mein Heiland sterben

4. Ave


Bewertung:

8 von 10 Punkten

Weitere Informationen

  • Band: Molllust
  • Album Titel: Bach con fuoco
  • Erscheinungsdatum: 17.03.2013
  • Fazit: Alles in allem ist die Scheibe mehr den Hardcore „Klassissten“ zu empfehlen die sich an das Metalgenre herantasten wollen - Oder für Leute wie mich die einfach ein bisschen Entspannung zu sanftharten Klängen schätzen. Den klassischen Metalheads empfehle ich aber eher, wie oben erwähnt, Werke von Haggard und Therion zur langsamen Eingewöhnung.
Gelesen 2705 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 27 März 2013 20:29