Mittwoch, 15 April 2020 18:10

Synkende - Dem Abgrund nähernd...

geschrieben von Wolle Kroni
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(3 Stimmen)

Der erste Longplayer dieses oberösterreichischen Quartetts, liefert Black Metal der ganz düsteren Art. Die Band wurde 2010 gegründet und ist hörbar beeinflusst von Größen wie Nargaroth, Nocturnal Depression und auch den großartigen Imperium Dekadenz. Nach der Demo „In die Welt gesetzt“ aus dem Jahre 2016, durfte Undergrounded in den Genuss der ersten Platte, der sympathischen Oberösterreicher kommen.

„Aus schluchten schreit“ eröffnet dieses 61 Minuten Seelen-Massaker in Form von stimmungsvollen Regengeräuschen und traurig anmutenden Gitarrenklängen. Hier wird schon klar, wohin die Reise gehen wird. Kaum hat man sich in auf die wohlig, depressive Stimmung eingeschwungen, wird diese durch markerschütternde Schreie durchbrochen. Schleppende und drückende Blastbeats untermauern die bereits vorhandene Schwere. Viel zu schnell ist dieses „Intro“ auch schon wieder vorbei, bevor es mit „In Trümmer fallend“ weitergeht. Wie eine dicke Bleidecke legt sich dieses wohlklingende, instrumentale Intermezzo über den Höhrer. Frontkreischer Bernhard, krächzt sich die Seele aus dem Leib und man nimmt ihn die Verzweiflung echt ab.

Ähnlich schleppend geht es auch bei „Nebelmeer“ weiter. Die Gitarrenarbeit und das Gespür für Melodien sind hier besonders hervorzuheben. Auch die Drums wirken gegen Ende des Songs verspielter und weiter in den Vordergrund gedrängt. Bei „Vergänglichkeit“ dominiert wieder der schleppende Rhythmus. Der teilweise sehr gepresst wirkende Kreischgesang ist sicherlich nicht jedermanns Sache, dennoch ist „Winterbefall“ ein absoluter Anspieltipp. Die Riffs sind sehr hypnotisch und man könnte diese in Endlosschleife hören. Hier hätte dem Gesang eine druckvollere Produktion gutgetan, da sie etwas in der Soundcollage untergeht. Auch die Snare ist an manchen Stellen etwas zu dominant.

Mit einem traurigen Akustikpart wird endet dieser Song, bevor es mit „Alte Leibesewigkeit“ weitergeht. Und der Fluss anschleppenden traurigen Melodien will einfach nicht enden. Das Gittarensolo sorgt für etwas Abwechslung und passt genial zu der Stimmung des Songs. „Wesenspfad“ verleitet zum Headbangen, da der groovende Rhythmus die Nackenmuskulatur reizt, während „Der Nachtsonn‘ kalter Schatten“ mit klaren Gitarren am Anfang und knüppeldicken Blastbeats wieder melodischer ist. Mit „Scherbenglanzund „Abschiedsbrief“ bringen Synkende das Album stimmungsvoll zu seinem Ende.

Trackliste:

1. Aus Schluchten schreit
2. In Trümmer fallend
3. Nebelmeer
4. Vergänglichkeit
5. Winterbefall
6. Alte Leibesewigkeit
7. Wesenspfad
8. Der Nachtsonn' kalter Schatten
9. Scherbenglanz
10. Abschiedsbrief

Bewertung:

9 / 10

Weitere Informationen

  • Band: Synkende
  • Album Titel: Dem Abgrund nähernd...
  • Erscheinungsdatum: 24.01.2019
  • Fazit: Synkende kreieren auf ihrem ersten Longplayer eine unglaubliche dichte und beklemmende Atmosphäre die einen nicht mehr so schnell loslässt. Das Wechselspiel aus vorweigend schleppenden, beinahe doomigen Passagen und schnellen Parts sorgen für Abwechslung. Vielleicht wäre eine abgespeckte Auswahl begrüßenswert gewesen, denn jeder Song hat eine unglaubliche Intensität und Wucht die über längere Zeit ein wenig ermüdend wirken kann. Dies ist aber „Kritik“ auf hohem Niveau. Ansonsten darf man gespannt sein, was die Herren aus dem schönen Oberösterreich noch von sich hören lassen. Live sind sie auf alle Fälle eine Wucht!
Gelesen 1570 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 15 April 2020 19:11

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Synkende - Winterbefall Synkende