Samstag, 22 September 2018 09:29

Unter dem Radar - Škáŋ (Black/Death Metal)

geschrieben von Anna Apostata
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Artwork by Norot Artwork by Norot

Škáŋ begann 2011 als Ein-Mann Projekt des US-amerikanischen Musikers Joseph Merino (ex-Skrew) und entwickelte sich innerhalb der ersten zwei Jahre –und noch vor dem ersten Release namens „The Old King“– zu einem Live-Projekt. Als sich die ehemaligen Skrew-Bandkollegen William Ables und David Baxter anschlossen, um Škáŋ mehr Leben einzuhauchen, wurden die erste EP erschaffen und dann auch die ersten Gigs absolviert.

Nach der Entdeckung der Black/Death Metal-Combo durch Ván Records veröffentlichte die Band 2016 eine Doppel-Vinyl-Edition mit dem simplen Namen „Part I of IV“ und Part „II of IV“ – mit der Intention dem Output die zu vermutenden Parts III und IV folgen zu lassen. Im April dieses Jahres wurde schlussendlich, nicht zuletzt nach einem fast kompletten Line-Up-Tausch mit „Death Crown“ das erste Studioalbum veröffenlicht. Dies wurde hauptsächlich neben Merino von David Baxter an den Drums, Rob Zim am Bass und Ron Van Herpen an der Gitarre gestaltet. Als Gastmusiker konnten für ihr Debütalbum außerdem diverse Gastmusiker für die verschiedenen Instrumente wie Knochenflöte (Aaron Chadwick) und Omid Didgeridoo (Aski Laridjani) verpflichtet werden, die der Band neben Marcel van der Vondervoort, der die Elektronik komponierte und für die Audio Manipulations zuständig war, halfen, den sehr extravaganten und speziellen Sound zu produzieren, der auf „Death Crown“, nicht nur von unserer Redaktion, extrem gut aufgenommen wurde.

Aktuelle Besetzung

Joseph Merino - Vocals, Guitar

Rob Zim - Bass

Ron Van Herpen - Guitars

Rob Martin - Drums

Außerdem beteiligt: 

David Baxter - Drums & Percussions

Marcel van de Vondervoort - Electronics & Audio manipulations (Death Crown)

Omid Aski Laridjani - Didgeridoo on „Initium“ (Death Crown)

Aaron Chadwick - Eagle Bone Whistle on „Initium“ and „Death Wish“ (Death Crown)


Diskographie

2013 The Old King (EP)

2016 Part I of IV (Box)

2016 Part II of IV (Box)

2018 Death Crown (Album)

Review zu „Death Crown“

 

Mit „Death Crown“ liegt uns das erste Album der texanisch-niederländischen Vereinigung vor, das am 13.04.2018 veröffentlicht wurde. Der Band liegt eine umfassende Philosophie zugrunde, welche nicht nur einen bedeutungsträchtigen Bandnamen umfasst, sondern auch in Form dieses Full-Lengths manifestiert wurde. Alles sei in ständiger Bewegung, in immerwährendem Austausch miteinander. Alles, was heute ist, impliziere selbst antikes Wissen. Dies ist die bandeigene Philosophie, welche bereits in ihrem Namen zum Ausdruck gebracht wird: Škáŋ beschreibt die Elemente, welche den beständigen Fluss des Universums bestimmen und vorantreiben.

All dies verarbeitet die Band in den acht Songs, welche zusammen das Erstlingswerk „Death Crown“ ergeben und von denen „Initium“, „Á Mort“ und „Au Delà“ rein instrumental sind. Das Intro, dessen Name mit „Initium“ nicht besser hätte gewählt werden können, stimmt mit der atmosphärischen Geräuschkulisse auf das Folgende ein. Schon jetzt beginnen die Grenzen zwischen der realen sowie materiellen Welt und der Gewalt dahinter zu verschwimmen. Von der einen Sekunde zur nächsten schlägt die Ruhe in einen wütenden Sturm um und Sänger Joseph schmettert dem Hörer die ersten und äußerst richtungsweisenden Textzeilen wie rasend entgegen: „To the west to the south to the east to the north / As below as above as to what is unseen“ – alles geht auf Škáŋs inhärent spirituelle Konzeption ihrer Stücke zurück und scheint wie der Kreislauf zu sein, den sie selbst beschreiben.

Sie verstehen es, den Hörer nach dem aufwühlenden „Death Wish“ wieder zur Ruhe kommen zu lassen, denn es wurde mit dem zweiten Instrumental ein weicherer und fließenderer Übergang zu „The Womb“ gewählt. Der pulsierende Rhythmus ist beinahe hypnotisch und die Stimme passt sich wie ein weiteres Instrument in den Song ein. Kein Wunder, ist dieser Song doch Daath gewidmet – die Entität, welche den Intellekt in der Tradition des jüdischen Mystizismus darstellt. Zum dritten und letzten Instrumental „Au Delà“ ist der Übergang kaum merklich, auch hier wirken die Kompositionen wie aus einem Guss, sodass der Hörer erst zu Beginn des sehr fordernden „Iron and Blood“ aus seinem tranceartigen Zustand gerissen wird, sofern sich voll und ganz auf die Platte eingelassen wurde.

„Father Qayin“ beginnt mit einer ordentlichen Portion Südstaaten-Charme, aus welchem der Kern der Band entstammt. Man stelle sich eine erzkatholische und urkonservative Umgebung vor, dem lyrisch der Spiegel vorgehalten wird – großartig! Das Grand Finale bildet der letzte Song „For the Love of Death“, der nach subjektivem Empfinden musikalisch stärkste Song des Albums; starke Gitarrensoli setzen interessante Kontraste zum Gesang, ohne zum Störfaktor zu werden – ein überragender Abschluss für ein fantastisches Gesamtwerk.

Tracklist:

1. Initium
2. Death Wish
3. À Mort
4. The Womb
5. Au Delà
6. Iron and Blood
7. Father Qayin
8. For the Love of Death

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Gelesen 617 mal Letzte Änderung am Sonntag, 18 November 2018 22:25

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Death Wish Škáŋ - Death Crown