Sonntag, 11 Februar 2018 18:07

Unter dem Radar - ALMYRKVI (Black Metal)

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Mit ALMYRKVI stellen wir heute eine Band aus Island vor, der Heimat so manch bemerkenswerter Formation. Trotz ihrer klaren Wurzeln im klassischen Black Metal, wagt diese isländische Band jedoch etwas, das sich zwar schwerlich einordnen lässt, aber dennoch eine klare Botschaft vermittelt – düstere, kosmische Atmosphäre mit innovativen Black Metal.

Auch die beiden Künstler hinter dem Projekt sind keine Unbekannten in der Szene. Bereits in ihrer ehemaligen Band "Chao", welche sich später in „Sinmara“ umbenannt hat, spielten Jónsson und Einarsson zusammen und sammelten Erfahrungen für dieses musikalische Werk. 2013 begannen die Beiden sich dem Projekt ALMYRKVI zu widmen – und einer Musik, mit der die Grenzen des bisher gespielten Black Metal überwunden und eine wesentlich genreübergreifende Richtung angestrebt werden sollte.


Aktuelle Besetzung

Garðar S. Jónsson - Vocals, Guitars, Bass, Synthesizers

Bjarni Einarsson – Drums


Diskographie

2016 Pupil of the Searing Maelstrom (EP)

2017 Umbra (LP)

2017 Astral Maledictions  (Split)

Review „Umbra“


Atmosphärisch erhaben und träumerisch bis terrestrisch beginnt dieses Album und schickt mit „Vaporous Flame“ sofort einen Opener vorweg, der einprägsam und stimmungsvoll hängen bleibt von der ersten Sekunde an. Ein markantes Schlagzeug, das an Industrial erinnert, gepaart mit okkultem Klargesang und einigen nicht minder prägnanten Screams, könnte nicht besser auf die folgenden Minuten einstimmen. Einen eigenen Stil schaffen sich die Künstler aus Reykjavík damit allemal, denn so gekonnt Elemente aus Post Metal mit Black und anderen Genre zu verschachteln ohne dabei unnötig verspielt zu wirken, gelingt den wenigsten so gut. Ebenso punktet „Forlorn Astral Ruins“ mit seinen Doom Riffs, die sich zu einer dichten Soundwand vereinen und sich drückend mit dem tiefen Gesang vereinen zu einem düsteren Meisterwerk. Teilweise erinnert der Track an ein noch düstereres Raventale, welches sich mit Doom Parts von Ophis vermischt, andererseits aber auch vollkommen neu durch die geschickt eingesetzten Synthesizer Einsätze.

Trotz der überdurchschnittlichen Länge von über sechs Minuten schaffen es die Künstler an der Grenze zur Eintönigkeit vorbeizuschrammen und halten stets die Spannung aufrecht durch Pausen mit reinen Synthesizern, um die kosmische Stimmung zu unterstreichen. Gerade bei „Stellar Wind of the Dying Star“ bleibt das sich wiederholende Schema stets erhalten, wird durch Betonung einzelner Parts am Leben erhalten und endet machtvoll und instrumental erhaben mit Gänsehaut. Dies ist auch als größte Stärke der Band zu sehen. Die langsameren Doom, teils Drone/Doom Parts tragen signifikant zum Gesamtbild bei und prägen vor allem bei „Cimmerian Flame“ das Gesamtbild stark. Die Verzerrung der Instrumente und der zunehmende Hall bei den Vocals machen diesen Song zu einem monolithischen Meilenstein auf dem Album, der sich aber nur im Gesamtbild des Albums richtig entfalten kann. Im Gegensatz dazu funktioniert der letzte Track des Albums „Fading Hearts of Umbral Nebulas“ allein sehr gut und wirkt sehr strukturiert sowie melodisch, keineswegs aber weniger atmosphärisch düster. Dieser Auflockerung der teils starren Struktur des bisherigen Albums wirkt hier zugunsten des Gesamtbildes und beendet fantastisch eine atemberaubende Reise diesseits unserer Welt in eine nahezu unvergleichbare Soundwelt die ALMYRKVI geschaffen hat.


Tracklist

1. Vaporous Flame

2. Forlorn Astral Ruins

3. Severed Pillars Of Life

4. Stellar Wind Of The Dying Star

5. Cimmerian Flame

6. Fading Hearts Of Umbral Nebulas

 

Weitere Informationen

  • Band: Almyrkvi
  • Album Titel: Umbra
  • Erscheinungsdatum: 24.11.2017
Gelesen 345 mal Letzte Änderung am Sonntag, 18 Februar 2018 18:30

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Almykvi Umbra